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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
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Johannes vom Lateran

Erklärungen unterworfen worden; einestheils hatman in ihm das Haupt des Thomaschristen inIndien erkennen wollen, welches 1402 eine Ge-sandtschaft nach Venedig schickte; andere halten denNamen für eine Verdrehung des mongolischenTitels Unkkhan und lassen die christliche Religionu. das Reich zweifelhaft. Neuerdings hat G.Oppertin einer ausführlichen Untersuchung (der PresbyterI. in Sage u. Geschichte, Berl. 1870) den Na-men auf Len Korkhan, den Herrscher des Reichsvon Karakitai mit der Hauptstadt Kaschgar in Tur-kestan, welches von Jeliutasche im 12. Jahrh. ge-gründet wurde u.worin wahrscheinlichdas nestorian.Christenthum herrschte, znrnckgeführt. 23) I. vonFidenza, s. Bonaventura. 24) I. Burilsanns,s. Buridan. 25) I. von Nepomuk, s. Nepomuk.26) St. I. Capistranus, f. Capistrano. 27) I.Columbinus, geb. in Siena, Magistratspersondaselbst, stiftete 1354 die Jesnaten (s. d.). 28)

I. von Ravenna (eigentlich I. Malpaghino),berühmter Humanist, geb. 1352 in Ravenna, kam1365 zu Petrarca nach Padua als Vorleser undSchreiber, bereiste dann Italien, lehrte, nach Paduazurückgekehrt, Philosophie n. Philologie und gingdann nach Florenz; er scheint 1420 gestorben zusein. 29) I. von Turrecremata (Torque-mada), geb. 1389 in Valladolid (od. Turrecremata),Prior des Dominicanerordens in Valladolid unddann in Toledo. Vom Papst Eugen IV. wurdeer zum Nuvistor saori palatii ernannt und aufdas Baseler Concil geschickt, ging von dort nachFerrara u. wurde 1439 Cardinal; er st. 26. Sept.1468 in Rom. Er ist der Stifter der Looietasannnnoiatas, welche jährlich am Feste Mariä Ver-kündigung eine Anzahl römischer Jungfrauen fürihre Verehelichung aussteuerte. Er hinterließ zahl-reiche theol. Schriften verschiedenen Inhalts. 30)I. von Avila, geb. um 1500 zu Almodovarbei Campo im Erzbisthum Toledo, wirkte, vomErzbischof von Sevilla zurückgehalten, statt alsMissionär nach Indien zu gehen, als feuriger be-redter Prediger in Andalusien; höhere geistlicheWürden, die man ihm zudachtc, schlug er aus n.blieb auch den Verfolgungen der Inquisition ge-genüber standhaft. Starb zu Montilla 10. Mai1569. Seine Werke herausgeg. von Schermer,Regensb. 1856. 31) I. von Gott (I. a Oso,ckoan cks visu, eigentlich I. Ciudad), geb. zuMonte Moronovo in der portugiesischen ProvinzAlcmtejo 1495; Schüler des I. von Avila. S.Barmherzige Brüver. Er st. 1550 und wurde1680 kanonisirt. Lebensbeschreibung von Wilmcr,deutsch Negensburg 1856. 32) I. Secundns

(eigentlich Jan Nicolai Everard), neulateinischerDichter, geb. 14. Nov. 1511 im Haag, Secretärdes Erzbischofs von Toledo, folgte dem KaiserKarl V. nach Tunis und st. 24. Sept. 1536 alsSecretär des Bischofs von Utrecht. Seine in jederBeziehung ausgezeichneten Gedichte sind in neuererZeit von Boscha, Leyd. 1821, 2 Bde., herausge-geben. 33) I. von Soest, eigentlich I. Gru-melkut, deutscher Dichter, geb. 1448 zu Unna inWestfalen, wurde auf Kosten des Herzogs von Kleveim Gesänge ausgebildet, 1471 Singnreistcr amknrfürstl. Hofe in Heidelberg, prakticirte nachmalsals Arzt n. st. in Frankfurt a. M. 1506. Sein

— Johanngeorgenstadt.

bedeutendstes Werk ist die Bearbeitung des nieder-länd., von Heinrich von Aken verfaßten poetischenRomans von den Haimonskindern, wahrscheinlichum 1480. 34) I. von Victring, Abt des Ci-stercienserklosters Victring in Klagenfurt, 1314—47,schrieb eine, die Zeit von 1217—1343 auf Grundoriginaler Quellen umfassende, höchst werthvolleChronik in 6 Büchern, herausgeg. in BöhmersKontos rsrnm dorm. I.; vgl. Fournier, Abt I.von Victring, Berl. 1875.

V. Künstler. 35) I., einer der ältesten ita-lienischen Maler; schmückte seit 960, auf Befehldes Kaisers Otto III., der ihm ein italienischesBisthum verlieh, die Kirchen u. kaiserlichen Palästein Aachen mit Freskomalerei u. st. in Lüttich indem von ihm gegründeten Andreaskloster; seineGemälde waren noch 1612 erhalten. 36) I. vonUdine (Giov. Nanni da Undine, auch Ricama-tore), ital. Decorations-, Thier- u. Porträtmaler,geb. 1494 in Undine, starb in Rom 1564; warSchüler und Gehilfe Rafaels in den Loggien desVatikan, später Schüler Giorgiones u. leistete na-mentlich, wie heute noch in den Loggien ersichtlich,in der Arabeske Vortreffliches. An der Vertheidig-nng Roms gegen das deutsch-spanische Heer 1527thätigen Autheil nehmend, soll er den Connetablevon Bourbon durch einen Schuß getödtet haben.

1-5) 15) 16) Lg-SS) Löffler. S-1S) 17-so) Herhberg.11) Schroot. LI) Specht. LS) Thielemann. SS) SL) Lagai.

S5) S6) Regnet.

Johannesbad (Johannesbrunn), Badeort imböhm. Bezirk Trautenau (Österreich), unweit derschlesischen Grenze an der Südseite des Riesengc-birges in einem von dichtbewaldeten Bergen um-gebenen, nur gegen S. und SO. offenen, höchstromantischen Thale, 614 m ü. d. Meere. I. be-sitzt eine indifferente alkalisch-salinische Therme von-i- 23,25° L. Temperatur, die vorwiegend Kalk-erde, Soda u. Magnesia, auch etwas kohlensauresEisenoxydul enthält, u. die zu Bädern besondersbei Blutmangel, Nervenschwäche u. den verschiede-nen Folgen der auf Blutarmnth begründeten Zu-stände angewandt wird. Die in der Nähe ent-springende Eisenquelle von 4- 6° L. Temperatur,welche in ihrem Gehalte an freier Kohlensäure,Sauerstoff und Stickstoff wechselt, wird auch zumTrinken benutzt. Die mittlere Temperatur desJahres beträgt -s- 8 bis -p- 10° K., die des Som-mers -I- 20 bis -4- 22° R. Die Saison dauertvon Mitte Mai bis Mitte Septbr. Vgl. Pauer,I., 3. Aust., Wien 1875; Kopf, Der Kurort I.,das. 1875. H. Berns.

Johannes vom Lateran, päpstlicher Ci-vilv erdienstorden des heiligen I. v. L., ge-stiftet 1560 von Papst Pius IV., zur Belohnungbürgerlicher Tugenden; wird nicht mehr vergeben,ohne aufgehoben zu sein.

Johanngeorgenbad, Bad bei Bergqießhübel(s. d.).

Johanngeorgenstadt, Bergstadt in derAmts-hanptmannschaft Schwarzenberg u. der königl. sächs.Kreishauptmannschaft Zwickau, am Schwarzwasser;Gerichtsamt, Oberförsterei, seit 1865 Denkmal desKurfürsten Johann Georg I., bedeutende Fabrika-tion von Glacehandschuhen u. Schatullen, geringeSpitzen- u. Zwirnklöppelei, Stickerei, Knnsttisch-