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Jvd u. Jodvrciparate — Jodsäiiresalze.
Peru stellt man jetzt aus der Mutterlauge desChilisalpeters jährlich gegen 600 Ttr. I. dar. DieGesammtproduction, an der nur noch Schottland,Irland u. Frankreich theilnehmen, beläust sich auf4—5000 Ctr. jährlich. Raffinirtes I. gewinntman durch Sublimation größerer Mengen vonrohem I. Mau verwendet das I. in verschie-denen Formen als Heilmittel, ferner in großenMengen in der Photographie (J-kalium) n. zurFabrikation gewisser Theerfarben. Es wurde 1811von Courtois in Paris entdeckt u. von Gay-Luffacals Element erkannt. Hetzer-
Jod u. Jodpräparate (Pharm.). Das Jod(lloänw) ist ein höchst krästiges, bes. auf dasDrüsensystem wirkendes, deshalb gegen entzünd-ungslose Drüsengeschwülste, gegen Kröpfe, verhär-tete Gekrösdrüsen rc. innerlich u. äußerlich ange-wendetes Mittel. Seine Anwendung erfordert diegrößte Vorsicht, da es giftig ist (s. Jod-Dyskrasie).Außer Jodtinctur (s. d.) istJodkalinm (La-linm ioäatnw, s. Kaliumjodid) officinell; darauswird durch Zusatz von unterschwesligsaurem Na-tron, Lösen in Wasser u. Zusammenreiben mitSchweinefett die Jodkaliumsalbe (IIvAnsutum Laliiioäati) bereitet; ferner Jodblei (klnmdnm ioäa-tum, s. Bleijodid), reines u. zuckerhaltiges Jod-eisen (§errnm ioäabnin u. §. i. saeollaratum),Quecksilberjodür und -jodid (s. d., Sxärar^rnmloäatnm u. diioäatwm); endlich Jodoform (s. d.,llockotorminm) n. Jodschwefel (Lnlknr ioäatnm),durch Znsammenschmelzen von Jod u. Schwefeldargestellt. ..
Jodäthyl, s. Äthyljodid.
Jodate, s. Jvdsäuresalze.
Jo Davits?, County im nordamerik. Unions-staate Illinois, unt. 42° n. Br. u. S0° w. L.;27,820 Ew.; Countysitz: Galena.
Jodblei, s. Bleijodid.
Jodchlorid, s. Chlorjod.
Jod-Dyskrasie (chronische Jodvergiftung), diedurch längere Zeit fortgesetzten arzneilichen Ge-brauch des Jods bedingten Störungen der Ge-sundheit, wie: heftiger Schnupfen mit Schmerzin den Stirnhöhlen, fleckige u. knotige Hantaus-schläge, Schwinden gewisser drüsiger Organe, na-mentlich der weiblichen Brüste, der Hoden, Ab-magerung. Aussetzen des Jodgebrauches führtmeist bald die Heilung herbei. Kunze.
Jodelle, Etienne, Sieur de Lymodin,sranz. Dramatiker, geb. 1532 in Paris; er schr.die ersten französischen, den altclassischen Musternnachgebildeten, regelmäßigen Lust- u. Trauerspiele(z. B. Eugene, Kleopatra, Dido) und gehört zudem französischen Siebengestirn (Pleiade). Beider Aufführung seiner Kleopatra spielte er selbstdie Titelrolle. Ungeachtet I. in der GunstKarls IX. u. Heinrichs III. stand, st. er doch ingroßer Armnth, Juli 1573. Seine Oeuvres stlileianAes xoetiguvs, gesammelt von de la Motte,Paris 1574, Lyon 1597. Er war auch Maler,Bildhauer u. Architekt.
Jodeln, cigenthümliche Gesangart der Alpen-bewohner, bes. der Tiroler, besteht darin, daß derSänger ans der Bruststimme in die höheren Tönedes Falsets überschlägt.
Jodide, Jvdmetalle, Verbindungen von Jod
mit Metallen. Die I. der schweren Metalle sindmeist lebhaft gefärbt u. unlöslich, die der übrigenungefärbt u. löslich; die ersteren erhält man durchWechselzersetzung, die letzteren entweder direct durchZusammenbringung der Elemente bei Gegenwartvon Wasser od. durch Einträgen von Jod in eineLösung der betr. Metallbase. Bildet ein Metallmit Jod zwei Verbindungen, so heißt die Jod-ärmere das Jodür. Hetzer.
Jodine, so v. w. Jod.
Jodit, so v. w. Jodsilber.
Jodkalium und die übrigen Jodmetalle,
s. Kaliumjodid u. s. w.
odmercur, so v. w. Coccinit.odöeus (Jobst) von Mähren, Sohn desMarkgrafen Johann Heinrich u. somit Enkel desKönigs Johann des Blinden von Böhmen ausdem Hause Luxemburg, ein ebenso gelehrter alshabsüchtiger Fürst, erhielt 1375 gemeinschaftlichmit seinem Bruder Prokopius die MarkgrafschaftMähren, für sich 1383 Luxemburg von KaiserWenzel und 1388 von Kaiser Sigismand Bran-denburg für 20,000 Fl. verpfändet. Nach demTode des Kaisers Ruprecht wurde I. von einigenKurfürsten 20. Septbr. 1410 gegen Sigismundzum Kaiser erwählt, starb aber schon 8. Januar1411, 3! Monate nach seiner Wahl, ohne gekröntworden zu sein.
Jodoform, 01,8, krystallisirt in gelben Blätt-chen, löslich in Alkohol und Aether, besitzt einensafranähnlichen Geruch, schmilzt bei 119° 0., de-stillirt mit Wasserdämpfen über. Das I., einedem Chloroform analoge u. zu medicinischer An-wendung empfohlene Verbindung, entsteht durchEinwirkung von Jod u. kohlensaurem Alkali aufAlkohol.
Jodoigne (flämisch Geldenaecken), Marktfleckenim Arr. Nivellcs der belg. Prov. Brabant, ander Großen Gerte; Trümmer des 1578 nieder-gerissenen Schlosses der Herzöge von Brabant;Gymnasium, Wollenspinnerei u. -Weberei, Tabak-fabrikation, Bierbrauerei; 3823 Ew. Inder Nähebei Ramillies 23. Mai 1706 Schlacht zwischenVilleroi n. dem Herzog Marlborough.
Jodphosphor, s. Phosphorjodid.
Jodsäure, chem. Verbindung von Jod mitWasserstoff und Sauerstoff (WO,); weiße, tafel-förmige Krystalle von stark saurem Geschmack, diein Wasser n. Säuren leicht löslich' sind; bei 170"verwandelt sie sich unter Abgabe von Wasser inJ-anhydrid (1,0z), welches beim weiteren Erhitzenin Jod u. Sauerstoff zerfällt. Sie wirkt fest u.in Lösung stark oxydirend, indein sich Jod ab-scheidet; mit brennbaren Körpern (Schwefel, Phos-phor, organische Substanzen) gemischt verpufft siebeim Erwärmen. Man stellt sie dar durch Er-hitzen von Jod mit Salpetersäure, wol unter Zu-satz von chlorsaurem Kali, leichter durch Zersetzenvon jodsaurem Baryt mittels verdünnter Schwe-felsäure. Eine wässerige Lösung derselben erhältman durch Einleiten von Chlorgas in Wasser, inwelchem sein zerriebenes Jod suspendirt ist. Hetzer.
Jodsäuresalze (Jodate) entstehen, wenn derWasserstoff der Jodsäure durch ein Metall ersetztwird. Sie sind in Wasser schwer od. gar nichtlöslich u. verhalten sich im Allgemeinen wie die