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Jodsilbcr
Chlorsäuresalze. Beim Erhitzen verlieren sie Sauer-stoff u. verwandeln sich in Jodid od. Oxyd. Mitbrennbaren Körpern erhitzt, verpuffen sie lebhaft.Das jodsaure Kali (jods. Kalium, Kaliumjodat)bildet farblose, kleine, körnige, in kaltem Wasserschwer lösliche Krystalle. Es entsteht, wenn maneine Lösung von kohlensanrem Kali in der Sied-hitze mit Jodsäure neutralisirt od., neben leichtlöslichem Jodkalium, beim Einträgen von Jod inKalilauge. Jodsaurer Baryt (jods. Baryum,Baryumjodat) ist weiß, in Wasser sehr schwerlöslich. Er scheidet sich ab, wenn man durch eineLösung von Jodbaryum Chlorgas leitet od. wennman zu einer Lösung von jodsaurem Kali essig-saure Baryterde gibt. Hetzer.
Jodsilber (Jodit, Jodargyrit), Mineral, er-scheint in dünnen biegsamen, hexagonalen Blätt-chen u. Platten, auch derb u. eingesprengt; Härte1—2, spec. Gew. 5,^—5,^; perlgrau, gelblich-grau bis grünlichgelb, auch citronengelb, fett- bisdiamantglänzend; bei Mazapil in Mejico, in Chileu. in Guadalajara in Spanien.
Jodstärke, s. Jod.
Jodstickstoff, chemische Verbindungen, die ent-weder aus Jod u. Stickstoff (Mg), od. aus Jod,Stickstoff u. Wasserstoff (MI,, Jodamid) bestehen.Beide Körper sind schwarz, pulverförmig u. ex-plodiren im trockenen Zustande mit größter Hef-tigkeit bei der leisesten Erschütterung, oft auch ohnejede äußere Veranlassung; unter Wasser zersetzensie sich allmählich. Man erhält sie durch Digestionvon sein zerriebenem Jod mit Ammoniak oderdurch Fällung einer alkoholischen Jodlösung miteiner wässerigen od. alkoholischen Lösung von Am-moniak, Abfiltriren und vorsichtiges Trocknen desin kleine Stücke zerrissenen Filters. Hetzer.
Jodtinktur, Pinetnra stoäi, Auflösung vonJod in Alkohol; gelbbraun, zersetzt sich langsamunter Bildung von Jodwasserstoff. WichtigesHeilmittel.
Jodiire, s. Jodide.
Jodwasserstoff, chem. Verbindung von JodU. Wasserstoff (IL), dem Chlorwasserstoff sehr ähn-lich; farbloses, stechend sauer riechendes, an feuch-ter Luft dicke Nebel bildendes Gas, welches sichbei etwa —30° in eine farblose Flüssigkeit, bei—50° in eine eisähnliche Masse verwandelt. VonWasser wird es in großer Menge absorbirt. , Erhat nur geringe Beständigkeit, so zersetzt sich seinewässerige Lösung, die man am zweckmäßigstendurch Einleiten von Schwefelwasserstoff in Wasser,in welchem Jod suspendirt ist, darstellt, an derLuft von selbst unter Abscheidung von Jod, indemder Wasserstoff durch den Sauerstoff der Luft oxy-dirt wird. H°tz°°-
Joel, Sohn des Petuel, Prophet im ReicheJuda unter Usia; er ruft während einer Heu-schreckenplage zur Buße, spendet Trost und Hoff-nung; behandelt von Holzhausen, Götting. 1829,Credner, Der Prophet I., übers, u. erklärt, Halle1831; dann bei Ewald, Hitzig, Meier.
Joel, Michael, zuerst öffentlicher Lehrer andem Fränkelschen Rabbincrseminar in Breslau,daun Rabbiner, hervorragend als Prediger undForscher in religionsphilosophischem Fache. Erschr. u. A.: Lcwi ben Gerson als Religionsphilo-
— Johann.
soph; Beitrag zur Geschichte der Philosophie undder philosophischen Exegese des Mittelalters, Bresl.1862; Verhältniß Albert d. Gr. zu Moses Mai-monides, ebd. 1863; Spinozas Theologisch-politi-scher Traktat, auf seine Quellen geprüft, ebd.1870; Zur Genesis der Lehre Spinozas, mit be-sonderer Berücksichtigung des kurzen Tractats:Von Gott, dem Menschen u. dessen Glückseligkeit,Brest. 1871. Fürst.
Joga-Philosophie, eines der 6 Systeme derindlstchen Philosophie, s. Sanskrit-Literatur.
Jogin (Gosain, Doghi), indische Bettelmönche,die Nachfolger der alten indischen Büßer, ähnlichden Fakirn (s. d.) u. gleich diesen eine Pest desLandes. Sie verehren bes. den Siva, als Stifterihrer Secte betrachten sie Gorakhnata im 15. Jahrh.
St. Johann, 1) St. I. unter dem Felsen,Kirchdorf im böhm. Bezirk Beraun (Österreich),in einem pittoresken Thale am Bache Kaffchitze;Schloß, ehemaliges Benedictinerkloster mit derHöhle des St. Johann, Baumwollenspinnerei;wird wegen seiner schönen Lage stark besucht. 2)Marktflecken u. Hauptort des gleichnamigen Bez.des Herzogthums Salzburg, an der Salzach,Station der Kaiserin Elisabeth-Bahn; Bruder- u.Siechenhaus; Nagelschmieden; ca. 1000 Ew. 3)Stadt im Kreise Saarbrücken des prenß. Regbez.Trier, anderSaar, Saarbrücken gegenüber, Stationder Saarbrücker u. der (1877 in der Herstellung be-griffenen) St. Jngberter Eisenbahn; Maschinen- u.Drahtseilfabriken, Fabrikation von Thonwaaren,bes. von Röhren zu Wasserleitungen, Färberei,Gerberei, Bierbrauerei rc.; 1875: 10,940 Ew. —In der Nähe am Hallberge ein großes Eisenhüt-tenwerk. — Auf dem Saarkanal starke Verschiff-ung von Steinkohlen nach Frankreich. H- Berns.
Johann, Abkürzung für Johannes (s. d.),sranz. Jean, ital. Giovanni, portug. Joäo, span.Inan, engl. John, Holland. Jan, russisch Iwan.I. Könige: 1)J. von Luxem bürg, der Blinde,König von Böhmen, ältester Sohn des Kai-sers Heinrich VII. u. der Margarethe von Bra-bant, geboren 1295; wurde als Gemahl der Eli-sabeth, jüngeren Tochter des Königs Wenzel II.von Böhmen, welche er 1310 geheirathet hatte,1311 König von Böhmen. In dem Kaiserstreitzwischen Ludwig dem Bayer und Friedrich vonOesterreich stand er auf des elfteren Seite, nahmbesonderen Antheil an der Schlacht bei Mühldors,unterstützte König Philipp von Frankreich 1324in Lothringen u. 1328 gegen die Flamänder, half1329 den Deutschen Rittern gegen die Lithauer,wo er ein Auge einbüßte, u. kam im selben Jahrenoch nach Frankreich, wo ihn König Philipp VI.zum Statthalter von Gascogne machte. Dazwi-schen erweiterte er die Grenzen Böhmens durchden Erwerb des Herzogthums Breslau. 1330stritt er in Italien u. 1333 wieder, nachdem ersich dem Kaiser gegenüber von dem Verdachte,nach der Krone zu streben, gereinigt hatte, brachaber mit ihm völlig, als derselbe die Erbschaftvon Kärnten u. Tirol dem Hanse Luxemburg strei-tig machte. Obgleich 1340 auch auf seinem zwei-ten Auge erblindet, machte er den Feldzug derFranzosen gegen die Engländer mit und fiel 26.Aug. 1346 bei Crecy. I. war ein ebenso tapferer