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Jockey
Kaufmann, trat aber 1827 als Philhellene in dieneugebildete griechische Armee und war bereits1828 Hauptmann u. Adjutant des Oberbefehls-habers General Chnrch. 1832 als Hauptmanndes Generalstabes im Kriegsministerium angestellt,wurde er zu verschiedenen diplomatischen Missionenverwendet, kämpfte auch gegen die Moreoten n. leitetedie Befestigung von Sparta. Der carlistische Krieglockte ihn 1835 nach Spanien, wo er auf Seiteder Königin kämpfte u. Mai 1837 Brigadegeneral,Juni desselben Jahres von Espartero zum Chefdes Generalstabs der Nordarmee ernannt wurde.Ende 1838 nach England zurückgekehrt, wurde ervon Palmerston nach Constantinopel gesandt, ummit Lord Ponsonby den Plan für den Krieg inSyrien zu entwerfen, ging dann 1840 nach Sy-rien, wurde von der Pforte zum Divisionsgeneralu. Pascha mit 2 Roßschweisen ernannt u. Chef desGeneralstabes des combin. türk.-engl.-österr.Heeresu. beendete seit Dec. 1840 an der Spitze der Ope-rationsarmee bis Febr. 1841 den Feldzug. BisAnfang 1848 dann dem türk. Kriegsministeriumzugetheilt, kehrte er 1849 nach Deutschland zurücku. trat 17. Mai 1849 in das Reichsministeriumals Minister des Äußeren u. der Marine. Nachdem Rücktritt des Reichsverwesers zog auch I.sich ins Privatleben zurück. Im Mai 1859 wurdeer österr. Feldmarschalllieutenant, ohne jedoch inActivität zu treten, u. nach dem FriedensschlußvonVillafranca erhob ihn der Kaiser Franz Josephin den Freiherrnstand. Hauptwerk: Der SyrischeKrieg und der Verfall des Osmanenreiches seit1840, Franks. 1856.
Jockey (engl., von üaolc, dem Verkleinerungs-Worte von llolln), eigentlich Reitknecht und zwarder bes. zum Wettrennen geschulte u. bei denselbenreitende, dann auch der ZportinZ üsntlsman,jeder, der sich dem Vergnügen der Rennbahn hin-gibt, woher deren Vereine I.-Clubs. EndlichPferdehändler, hier jedoch in Verbindung mitIlorss-j. mit dem Nebengrifs von Betrüger, Prellerbeim Pferdehandeln.
Jocös (v. Lat.), scherzhaft, üooosa, scherz-hafte Dinge.
loorisss (fr.), Einer, der sich als Tölpel leitenläßt, mit den gleichgiltigstcn Dingen oder denniedrigsten Diensten in der Haushaltung beschäf-tigt, Einfaltspinsel, Topsgncker; dann lustige Figurder französischen Straßenkomödie; ein Lummertölpischer Bedienter aus der Provinz, begleitet ermeist einen Tausendkünstler oder Taschenspieler,welcher das Publicum durch tölpelhafte Possen an-lockt, trägt meist abgeschabten Rock, eineZopfperrückemit gen Himmel stehenden Zopf rc.
loous (lat.), Scherz, Schäker, Kurzweil; daherJocusstab, Stab mit einem Brnstbilde, welchesdie Freude, od. auch oft ein Zerrbild mit Schel-lenkappe vorstellt, Narrenstab, llsei «anoa, xorjoouin, Scherzes halber.
Jod, Buchstabe, s. u. I.
Jod (Jodine, v. gr. kcockyr, veilchenblau), nicht-metallisches chem. Element ans der Gruppe derHaloide. Chem. Zeichen ü, Atomgewicht 127. Esbildet bei gewöhnlicher Temperatur schwarze me-tallische Blättchen von schwachem, chlorähnlichemGernche, welche leicht zerrciblich u. ziemlich schwer
— Jod.
sind (spec. Gew. 4,^). Es verdampft langsamschon ber gewöhnlicher Temperatur, schmilzt bei107°, siedet bei 180° n. verwandelt sich dabei intiefvioletten Dampf (daher sein Name). Derselbehat ein sehr hohes spec. Gew. (8„ für Luft — 1,127 für Wasserstoff — 1 ) und verdichtet sich beigeringer Abkühlung leicht zu diamantglänzendenkleinen Krystallen. Das I. hat einen herben,scharfen Geschmack, wirkt stark ätzend, abe> nichtbleichend u. färbt die Haut vorübergehend braun.In reinem Wasser ist es äußerst wenig löslich;Wasser, welches gewisse Salze (Salmiak, nament-lich J-kalium) od. auch J-wasserstoff enthält, löstes weit leichter mit brauner Farbe auf; Alkohollöst es, reichlich mit brauner Farbe (J-tinctur),ebenso Äther; Schwefelkohlenstoff gibt eine violette,Chloroform eine rothe Lösung. Stärkekleister wirdselbst durch kleine Mengen I. intensiv blau ge-färbt u. dient deshalb zum Nachweis desselben,-die dabei entstehende Verbindung (J-stärke) wirdbeim Kochen farblos, nimmt aber beim Mühlenihre blaue Farbe wieder an. J-verbindungenwirken auf Stärkekleister erst dann, wenn ausihnen (durch eine kleine Menge rother rauchenderSalpetersäure) das I. frei gemacht ist. In sei-nem chem. Verhalten ähnelt das I. sehr demChlor, Brom n. Fluor, doch zeigt es ein weitgeringeres Vereinigungsbestreben. Mit Metallenliefert es die oft schön gefärbten J-metalle. —Freies I. findet sich in der Natur nicht, Verbind-ungen desselben, namentlich mit Natrium undMagnesium, um so häufiger, freilich immer nurin äußerst kleinen Mengen, so in Meerwasser.Aus ihm geht es in viele Seethiere, Badeschwämme,Seesterne, Seekrebse, viele Fische (daher I. imLeberthran) über. Die Seepflanzen, namentlichAlgen, speichern es in ihren Zellen in so großerMenge auf, daß es in der Asche derselben mitLeichtigkeit nachgewiesen werden kann. In Be-gleitung von Chlor- n. Bromverbindnngen findensich J-verbindnugen in vielen Soolquellen (Adel-heidguelle zu Heilbronn), in den oberen Schichtender Steinsalzlager, im Chilisalpeter, mehrerenMineralien (Phosphorit), selbst in den Steinkoh-len u. im Torfe. Dian will es sogar im Regen-n. Quellwasser, in vielen Landpflanzen, im Thier-körper, selbst in der atmosphärischen Luft gefundenhaben, jedoch bedürfen diese Vorkommen sehr derBestätigung. Man gewinnt das I. ans der Ascheder Secpflanzen (Kelp in Schottland, Varec inder Normandie), indem man dieselbe mit Wasseranslaugt, aus der Lauge durch Eindampfen dieschwerer löslichen Salze abscheidet u. die Mutter-lauge, J-lauge, welche die J-verbindungen ent-hält, mit Braunstein und Schwefelsäure destillirt.Die Dämpfe leitet man in eine Reihe mit ein-ander verbundener thönerner Vorlagen, in denensich das I. in Schüppchen ansammclt. Nach einemanderen Verfahren zersetzt man die jodhaltigeMutterlauge Lurch Einleiten von Chlorgas, wo-durch I. als schwarzes Pulver abgeschieden wird.Da beim Einäschern der Seepflanzen I. verlorengeht, so hat man in neuerer Zeit versucht, die-selben mit überhitzten Wasserdämpfen zu Lestilliren,die rückständige Kohle auszulaugen n. die Langein der oben angegebenen Art zu verarbeiten. In