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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
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Jntrigue -

Jntrigue (fr.), verschmitztes, ränkevolles Be-nehmen um irgend Etwas durchzusetzen, Knoten-schürzung; Verwickelung; Verwirrung; List, Kniff;die Verschlingung der Fäden im Drama, wodurch diehandelnden Personen in ihren Plänen gehindert u.anfgehalten werden. Daher Jntriguenstücke,solche, in denen die I. den Mittelpunkt bildet, im Ge-gensatz zu den Charakterstücken, in welchen sie nurzur Hervorhebung der Charaktere dient. Jn-triguiren, eine Verwickelung anzetteln. Jn-trignant, ränkevoll, hinterlistig, Ränkemacher.(Theaterw.) jede Person eines Stückes, welche mitList oder Bosheit in die Handlung eingreift.

In triplo (lat.), dreifach.

Jntrodueiren (v. Lat.), einführen; Eingangverschaffen; einsetzen; daher Introduktion, Ein-leitung (ital. Illtroärwionö), Satz von langsamem,ernstem Charakter, der die Aufmerksamkeit desHörers spannen nnd ihn in die zum Folgendennöthige Stimmung versetzen soll; der erste Satzeiner Oper nach der Ouvertüre.

Introitus (lat.), Eingang, Einleitung zu etwas;(Kircheuw.) Eingang vor den Collecten, Episteln»i. Evangelien, womit sonst der Gottesdienst be-gann, bes. der Anfang der Messe, s. d.

Intsis (1°. 2Vr.), Pflanzengatt, der Fam. Iw-xuminosss-Oaesalpiniaesus. Art: I. amboiusu-sis V. V 7 r., großer Baum in Ostindien, von demdas Eisenholz (s. d.) kommt. Engl-r.

Intuition (lat.), die allgemeine Anschauungüberhaupt, (Philos.) im Gegensatz zur Reflexiondas innerliche, von bewußter Verstandesthätigkeitunabhängige Anschauungs- u. Ahnungsvermögen,welches ein wesentliches Element der künstlerischenPhantasie bildet; daher intuitiv, im Gegensatzzu reflexiv, aus der inneren Anschauung ent-springend.

Jntumeskire« (v. Lat.), aufschwellen; daherJntumescenz (Jnturgenz),Aufschwellung, s.Ge-schwulst.

Jntussuseeption, s. Zelle.

Inuls L., Pflanzengatt, aus der Fam. Oom-positae-Iuuloiäoas (XIX. 2), mit dachiger Hülle,weiblichen, zungensörmigen, gleichfarbigen Rand-u. zwitterigen rührigen Scheibenblüthen, geschwänz-ten Staubbeuteln, schnabelloser Achene, mit haari-gem Pappns n. nacktem Fruchtboden; Blüthengelb od. weiß. Arten über 50, in Europa, Astenu. Afrika. X. üorvisartia, mit eiförmigen, blatt-artigen äußeren u. spatelsörmigen inneren Hüll-blättern u. mit kahlen Früchten: 1) I. tlsieulumL. (Alant). L. Lniuulg., mit lanzettlichen oderlinealischen, an der Spitze krautartigen Hüllblät-tern. 2 ) I. Asrmauioa mit kriechender Grund-achse, aufrechten Stengeln, länglichen, am Grundeherzförmigen Blättern n. kurzen, die Scheiben-blüthen kaum überragenden Randblüthen; aufsonnigen Hügeln selten. 3) I. saiieina T,., dervorigen ähnlich, aber die Randblüthen viel län-ger als die Scheibenblüthen; nicht selten in Laub-wäldern u. auf Wiesen. 4) I. üirta X,., von dervorigen durch abstehende rauhe Behaarung u. dieäußeren Hüllblätter verschieden, welche bei jenerkürzer als die inneren, hier aber ebenso lang wiediese sind. 5) I. dritauuioa cks/., der vorigen ähn-lich; aber mit aufrechtem, behaartem Stengel u.

- Invalide.

mit kurzhaarigen Früchtchen; ziemlich häufig aufWiesen u. in feuchten Gebüschen. I. Oon^a LLk.,mit aufrechtem, filzigem, oberwärts sehr ästigemStengel, länglich eiförmigen, sitzenden oberenBlättern, kurzen, an der Spitze abstehenden, äuße-ren Hüllblättern u. mit röthlichen Randblüthen;auf sonnigen Hügeln, in Gebüschen u. an Weg-rändern. Seltenere, mehr locale Arten sind: I.oritdmoiäes T,., auf Salzboden;, I. sgnarrosa D.,in Südtirol; I. susilolia L., in Ästerreich. Engter.

Inulin, 6 g 11,0 O 5 , ein der Stärke nnd demRohrzucker isomerer Stoff, der sich im Zellsafteeiniger Algen, Compositen u. wol auch noch an-derer Pflanzen gelöst findet u. durch Abkühlung,Austrocknung, Einwirkung von Alkohol sich inForm eigenthümlicher, mikroskopischer, kugeligerKrystallaggregate, sog. Sphärokrystalle, aus seinerLösung abscheidet. Es ist in kaltem Wasser schwer,in warmem von 50° u. darüber, sowie in Kali-lauge, Salpetersäure u. Salzsäure leicht löslich,dagegen in Alkohol unlöslich; Jodlösnng färbt esnicht; verdünnte Schwefelsäure oder Salzsäurefuhren das I. beim Kochen in Zucker über.

Jnnndiren (v. Lat.), überschwemmen; daherInundati 0 n, Überschwemmung.

In Universum (lat.), überhaupt.

In usu (lat.), im Gebrauch; in usum, zumGebrauch; daher Ausgaben in usum vslxdini,zum Gebrauch des Dauphins; diesen Zusatz erhieltder Titel der Ausgaben von römischen Classikern,die von verschiedenen Philologen, in Auftrag Lud-wigs XIV., für den Dauphin besorgt wurden.Besondere Vorschrift war, alle anstößige Stellenwegzulasscn.

Inuus, s. Affen, Seite 224 unter Meerkatzen.

Inv., Abbrev. für Iuvenil (s. d.).

Jnvagination (v. Lat.), s. Darm-Jnvagination.

Jnvalcsciren (v. Lat.), stark werden, zunehmen.

Invalide, jede im activen Militärdienst nndfür die Fortsetzung desselben untauglich gewordeneMilitärperson, für deren fernere Unterhaltung od.Unterstützung der Staat zu sorgen verpflichtet ist.Man unterscheidet Halb-J., die noch zum Garni-sondienst tauglich u. daher beiden Landwehrbezirks-Commandos, den Traindepots u. s. w. beschäftigtwerden u. meist neben ihrer Pension noch eineentsprechende Zulage beziehen, u. Ganz-J., welchezu jedem militärischen Dienst unbrauchbar sind.Im Deutschen Heere find die Versorgungsan-fprüche der J-n durch das Gesetz, betreffend diePensionirung u. Versorgung der Militärpersonen rc.vom 27. Juni 1871 geregelt. Hiernach erhältjeder Offizier nach einer mindestens 10jährigenDienstzeit, im Falle der Dienstuntauglichkeit einelebenslängliche Pension, die nach vollendetem 10.Dienstjahre V» seines Diensteinkommens beträgtu. mit jedem weiteren Dieustjahre um Vs» steigt,jedoch den Betrag von des Einkommens nichtübersteigen kann. Bei einer infolge der Aus-übung deL Dienstes vor dem 10 . Dienstjahr ein-getretenen Dienstunsähigkeit tritt gleichfalls Pen-sionsberechtigung ein. Bei einer nachweislichdurch den Krieg eingetretenen Invalidität wirdeine entsprechende Pensionserhöhung u. im Falleeiner schweren Verstümmelung od. des Verlusteseines Gliedes eine s. g. Verstümmelungszulage