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Jnstigiren —
Jnstigiren (v. Lat.), anregen, antreiben; auf«stiften, aushetzen; verführen; daher Jnstigation,Ansstiftuna, Verleitung, Verführung.
JnstiÜiren (v. Lat.), 1) eintröpfeln; 8) ein-flößen; daher Instillation, Einflößung.
Instinkt, 1) der aus der unbewußten Vorstell,ung eines Zwecks entspringende u. daher willen-los u. als innerer Zwang wirkende Trieb organi-scher Naturwesen. Der Zweck ist Erhaltung derGattung durch Erzeugung. Ernährung und Ver-theidigung der dieselbe'repräsentirenden Individuen.DerJ.ist daher theilsFortpflanzungs-(Begattungs-)Trieb,Nahrungstrieb,Selbsterhaltungstrieb. Hierzukommen noch bei den höheren Thiergattungen se-cundäre Triebe, die mit den genannten in Be-ziehung stehen, wie der Trieb der Vögel, Nesterzu bauen, der Wanderungstrieb einiger Arten der-selben, der Trieb der Bienen, Zellen zu bauen rc.,dessen objectiv-vernünftige und vollkommen zweck-mäßige Äußerungsweise die höchste Bewunderungerregt. 3) Sofern der Mensch durch den körper-lichen Organismus mit dem Thierreich znsammen-hängt, hat auch in seinem Seelenleben der I.seine große Bedeutung. Gegenüber den aus be-wußter Reflexion entspringenden Willensäußeruu-gen gibt es auch hier eine große Menge von un-willkürlichen Seelenbcweguugen, welche mit denendes Thieres im Princip identisch sind, wie derBegattuugs-, der Selbsterhaltungstrieb, der Ge-selligkeitstrieb, der Ernährungstrieb, besonders aberder Kuusttrieb; doch besitzen sie nicht, wie die ent-sprechenden Triebe des Thieres, die unbedingteKraft eines inneren Zwanges, sondern sind durchdie höhere Kraft des Bewußtseins gebändigt undsittlich veredelt. Dafür fehlt ihnen aber auch —außer, wo die bewußte Reflexion in Unthätigkeitversetzt ist — die wenn auch nicht absolute Sicher-heit des thierischen J-s. Schmeißfliegen legen z. B.ihre Larven auch in die einen dem faulen Fleischeähnlichen Geruch verbreitenden Blüthen der 8ta-polia üirsuta. Was der I. der Thiere eigentlichsei, ob etwas durchaus Blindes, oder eine mitDenkthätigkcit verbundene Eigenschaft, ist eine derheftigsten Streitfragen moderner Naturforschung.Ohne Zweifel liegt aber auch hier die Wahrheitin der Mitte. Das Centralorgan der hierher ge-hörigen Thätigkeit ist das Rückenmark, u. wissen-schaftlich spricht man weniger von instinctivenHandlungen, als von Reflexbewegungen (s. d.),d. h. von unwillkürlichen Bewegungen, welche aufReizung von Empfindungsnerven entstehen. Dochist man auch über diese Erscheinungen noch außer-ordentlich wenig aufgeklärt. Im Kunsttrieb ver-bindet sich ebenfalls ein unbewußt schöpferischesElement mit einem bewußt gestaltenden, und wodie Verbindung beider intensiv einen hohen Graderreicht, erhält der künstlerische I. die Bedeutungdes Genies (s. Genie). Die Fragen wegen desJ-s sind bes. durch Darwins Forschungen neu u.allgemeiner angeregt u. gefördert worden.
Instinktiv, mit unbewußtem nothwendigemTriebe wirkend.
In rtirpes (lat.), nach Stämmen.
Institor (lat.), in Rom Kleinhändler, der ent-weder als Factor oder Agent größerer Kaufleute,oder auch für eigene Rechnung sowol im Laden
- Instrument.
(taberna), als im Herumziehen Geschäfte betrieb.Bei der Mißachtung, in der Las Gewerbe stand,betrieben es nur Freigelassene u. geringe Leute.
Institut (v. Lat.), in der allgemeinen Bedeut-ung Einrichtung, Anstalt überhaupt; im engerenSinne Anstalt für einen bestimmten Zweck, ;. B.Kunst, Wissenschaft, Staat, Kirche; so I. äs §rauos(I. von Frankreich) rc.; dann Anstalt zur Erziehungüberhaupt (Erziehungs-J.), oder zur Erziehungfür einen bestimmten Zweck, z. B. Militär-, Forst-,landwirthschaftliche Handlungsinstitute rc. DasI. unterscheidet sich von der Schule dadurch, daßdie Zöglinge darin wohnen u. daß mit dem Unter-richt die Familienerziehnng verbunden ist. J-esind eine Erfindung der neueren Zeit u. wurdennach Lackes u. Rousseaus vorbereitenden Ideen,bes. von Basedow u. den sog. Philanthropen insLeben gerufen, so von Salis, Bahrdt, Campe,Salzmann, Fellenberg rc. Ansangs sehr günstigausgenommen, verloren sie bald wieder die Gunstdes Pnblicnms, da man in den Unterrichtsanstal-ten des Staates oder der Gemeinde zumeist einegründlichere Bildung geboten erachtete.
Institution (v. Lat., Institutio), Einsetzung,Einrichtung, bes. die politischen Einrichtungen einesStaates, welche die Rechte und Freiheiten derStaatsbürger der Regierung gegenüber garantirensollen; Beförderung zu einem Amte oder einerKirchenpfründe; die wirkliche Verleihung einerPfründe nach vorgängiger Präsentation, von einemanderen dazu Berechtigten, im Gegensatz zur 6ok-latio im engeren Sinne.
InsMuiionos, Belehrungen, Erörterungen; soI. tirooloAias edrisbianas s. äoZmatüoas, Lehr-buch der kirchlichen Dogmatik; lustitutiouss, dererste Theil des Oorpus juris (s. d. S. 408 u. 409).
Jnstradire» (v. Jtal.), den Weg weisen, aufdie rechte Bahn bringen. Im Postwesen für einzur Beförderung übergebenes Stück die Routeanweisen; beim Militär Soldaten auf Marsch-route rc. nach einem Orte weisen.
Instruction (v. Lat.), von instruiren, unter-richten, einrichten, belehren, unterweisen; Unter-richt, Belehrung, Anweisung; Verhaltungsbefehl;Vorschrift, besonders schriftliche, nach welcher der,dem ein Geschäft aufgetragen ist, handeln muß;auch Auftrag selbst; Verhandlung des Anwaltsmit dem Clienten, um sich über die faktischenVerhältnisse, Beweismittel rc. eines Processes Aus-kunft zu verschaffen. I. des Processes, dieAus-mittelnng und Feststellung der Punkte, welcheeigentlich Streitgegenstand der Parteien sind, oder(im Criminalproceß) die Hauptmomente der Unter-suchung bilden. Instructionsmaxime, so v. w.Untersuchnngsprincip.
Instruktiv (v. Lat.), belehrend, unterrichtend;lehrreich. Jnstructor, Lehrer, Erzieher.
Instrument, 1) zunächst Werkzeug, Hand-werkszeug; 2) (Musik) jeder Mechanismus, wo-durch Töne hervorgebracht werden. Ausgeschlossenist der vollkommenste Mechanismus, die menschlicheStimme (daher Vocal u. Instrumentalmusik), sowie,streng genommen, die meisten Schlag-, Kling- undKlapper-J-e, welche nur Geräusch, aber keine Tönevon sich geben. Die Eintheilung der J-e geschiehtin monodische, melodische, weil sie gleichzeitig