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Jnspiriren -
läge eine Aussprache Joh. Ad. GruberS bildete.Die Gabe der Inspiration erlangten unter ihnenbis 1719 acht Mitglieder; diese durchzogen, umneue Mitglieder zu gewinnen, die ganze Wetteraun. das Wittgensteinsche, die Schweiz u. ganz West-deutschland, des. Württemberg, die Pfalz, das Elsaß,auch Ost- u. Norddeutschland bis nach Sachsen u.Böhmen, u. brachten säst überall Gemeinden zu-sammen. Indessen schwand doch'allmählich die Be-geisterung, und seit 1719 war Rock das einzigeWerkzeug, stand auch bis an seinen Tod (1749)au der Spitze der Gemeinden. Von dieser Zeitan begann der Verfall der I. Rock gericth inStreit mit Zinzendorf, mit dem Separatisten Kaiseru. schadete dadurch seiner Sache viel. Andere, wieGruber, Gleim, Mackiuet, wauderten nach Amerikaaus. u. trotzdem, daß der frühere Hosprediger Kämpfihnen beitrat u. Tersteegeu u. Otinger ihnen ge-neigt waren, nahm ihre Sache immer mehr ab.Seit 1816 lebte der Jnspirationsgeist wieder auf.Die alten Gemeinden in der Wetterau, der Pfalzund im Elsaß reorganisirten sich, wauderten aberinfolge des Druckes der hessischen und preußischenObrigkeit, etwa 800 Seelen stark, 1843 nachEbenezer bei Buffalo in New-Iork aus, wo sieeine Gemeinde errichteten, die sich mit Ackerbauu. Tuchfabrikation beschäftigt, in einer Art von Gü-tergemeinschaft lebt, von dem Werkzeug Christ.Metz geleitet wird u. gegen 2000 Seelen beträgt.Auch nach Canada haben sie Colonien ausgesendetu. sich seit 1854 nach dem Staate Iowa gewendet.Ihre Eigenthümlichkeit besteht in dem die Zeitihrer Entstehung überhaupt kennzeichnenden Wi-derwillen gegen das offizielle, in Orthodoxie er-starrte Kirchenthum u. in der Überschätzung ekstati-scher, uaturartiger Wirkungen der religiösen Er-regung, der sogenannten Einsprachen (des heil.Geistes) u. Aussprachen, kurzer ausgestoßener Re-den unter couvulsivischen Zucknngcn. Dem reli-giösen Gemeinschaststrieb sollten bes. ihre Liebes-vd. Streitermahle dienen, bei welchen durch Askesedie Aufregung aufs Höchste gesteigert wurde. Vgl.M. Göbel, Geschichte der wahren I. von 1688bis 1854 (in der Zeitschrift für histor. Theologie1854 f.). Löffler.»
Jnspiriren (v. Lat.), einhauchen, einflößen,begeistern; durch Inspiration erleuchten; daherJnspirirte, vgl. Jnspirationsgemeinden.
In spiritualllms (lat.), in geistlichen Dingen.
Jnstallircn (v. Lat.), bestallen, einsetzen; daherInstallation, Einweisung in ein Amt, bes. inein geistliches, an Ort u. Stelle der Wirksamkeitdes Berufenen, in Stiftskirchen mit Anweisungeines besonderen Platzes (Ltallus) im Capitel u.im Chor. Sie geschieht unter entsprechendenFeierlichkeiten u. mit symbolischen Gebräuchen u.wird in Stiften von dem Dechanten, in Pfarr-kirchen von einem bischöflichen Bevollmächtigten inGemeinschaft mit dem landesherrlichen Commissarvollzogen; vgl. Investitur.
Instanz (v. lat. Instantia), einzelne Erfahr-ung; im Gegensatz von Jnduction u. Objection,doch oft mit letzterem identisch; Abschnitt des pro-cefsualen Verfahrens, so daß man z. B. das ersteVerfahren die erste I., das Beweisverfahren dieBcweisinstanz rc. nennt; die Gradation ein-
- Insterburg.
ander untergeordneter Gerichte, insofern dieselbeSache vor diesen mehreren Gerichten nach u. nachzur Entscheidung gebracht werden kann, gemäßder zur Erhöhung eines wirklichen Rechtsschutzesbestehenden Einrichtung Schutz des wahren Rechts,daß man in den meisten Justizsachen nicht beidem Ausspruche des zuerst competenten Gerichtssich zu beruhigen braucht, sondern auf die Ent-scheidung eines höheren Gerichts provociren darf(Jnstanzenzug); vergl. Appellation, Civilproceß,Criminalgericht, Gericht u. Gerichtsbarkeit. Jn-stanzenentbindung , das Erkeuntniß wider einenAngeschuldigtcn, daß bei nicht vollständig erbrach-tem Beweis seiner Schuld vorläufig weitere Unter-suchungsvorschritte gegen ihn zu unterlassen seien;s. u. Absolution u. Criminalproceß.
Instar Omnium (lat.), so gut, wie Alle, stattaller Anderen.
In statu quo, im gegenwärtigen Zustande.
Jnstauriren (v. Lat.), etwas von Neuemwieder aufangen. Justauration, Erneuerung.
Inster, 75 km langer Fluß im prenß. Neg.--Bez. Gumbinnen, entspringt nordöstlich von Pill-kallen und vereinigt sich bei Insterburg mit derAngerapp, worauf der durch diese Vereinigunggebildete Fluß den Namen Pregel erhält.
Insterburg, 1) Kreis im preußischen Regbez.Gumbinnen, eben u. sorgfältig augebaut, im SO.u. NO. stark bewaldet, durchflossen von Angerapp,Pissa u. Inster, durch deren Zusammenfluß derPregel entsteht; durchschnitten von der Prenß.Ostbahn u. der Tilsit-Jnsterburger, Jnsterburg-Thorner und Insterburg-Prostkener Eisenbahn;1200 ffIcm (21,^ IHM) mit (1875) 68,628 Ew.2) Kreisstadt darin, an der Angerapp u. Inster(Pregel), Station der oben genannten Eisenbahnen;Appellations-, Kreis- u. Schwurgericht, Handels-kammer, 2 evangel. Kirchen, Gymnasium, Real-schule erster Ordu., höhere Töchterschule, Kranken-haus, Strafanstalt, Landwirthschaftlicher Kreis- u.Ceutralvercin für Lithauen u. Masuren, landwirth-schaftliche Versuchsstation, Vorschuß«, Consum- u.Sparverein und andere Vereine, Marstall desLilhauerLandgestüts; Flachsspinnerei, Eisengießerei,Maschinenfabrik, Fabriken für Schuhwaaren, Ce-ment rc., Färberei, Kürschnerei, Gerberei, Bier-brauerei, Dampfsägemühle, Knochen- u. Gipsmühle,Pferde- u. Rindviehmärkte, Schifffahrt, Handel mitGetreide, Leinsamen, Holz rc.; Freimaurerloge zumpreuß. Adler,Garnisou(Ulaucn); 1875:16,380 Ew.
— I. ist Geburtsort des Dichters u. SchriftstellersJordan. Dabei das schenswerthe Schloß Georgen-burg u. 8 km davon, bei Szielaitschen, Denkmaldes Generals Barclay de Tolly. — I. war anfangsein Schloß, 1336 von dem Deutschen Orden ander Inster erbaut u. Sitz einer Comthurei: 1525wurde die Comthurei aufgehoben u. I. Sitz einesAmtes. Der hierbei entstandene Ort wurde 10.Oct. 1583 vom Markgrafen Georg Friedrich vonBrandenburg zur Stadt erhoben u. erweiterte sichnamentlich dadurch, daß im 17. Jahrh. viele schotti-sche Familien des Handels wegen sich hier uieder-ließen. 1678 wurde I. von den Schweden einge-nommen; 1690 großer Brand u. 1709—11 schreck-liche Seuche. Vgl. Koßmann, Hist.-statist. Notizenüber die Stadt I., Jnsterb. 1844. H- Berns.