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Instrument — Instrumentalmusik.
nur einen Ton geben, oder hauptsächlich zumeinstimmigen Spiele gebraucht werden (Blas-n. Bogeninstrumente), u. in harmonische, po-lyphone J-e, wozu die Orgel, das Klavier, dieklavierähnlichen J-e, die Harfe, Laute, Guitarre rc.gehören. Der Ton der Blasinstrumente entstehtdadurch, daß die in der Röhre befindliche Luftdurch einen von außen eindringenden Luststrahlin Vibration gebracht wird; dies geschieht theilsohne Mundstück, wie bei der Flöte, Orgelpfeife,theils durch ein Mundstück, wie bei der Oboe rc.Der Ton der Saiten-J-e entsteht durch Schlagen,Streichen, Reißen der Darm- oder Metallsaiten,selbst durch einen Luststrom, wie bei der Äolsharfe.Die meisten Schlag-, Kling- u. Klapper-J-e dienenzur Verstärkung u. zum Hervorheben des Rhyth-mus, während allerdings Pauken, Glasglocken u.Holzspiele bestimmte Töne ermöglichen. Die ältestenJ-e waren Schlag- u. Kling-J-e u. dürsten dieChinesen u. Japanesen in erster Reihe zu nennensein, bei denen die J-e frühzeitig eine gewisseAusbildung erlangt haben. Die Zahl der nachund nach aufgekommenen J-e, von denen diemeisten verschwunden sind, füllt viele Seiten undist eine erschöpfende Geschichte derselben bei derUnzuverlässigkeit der bezüglichen Nachrichten un-möglich. Heutzutage beschränkt man sich ans eineverhältuißmäßig geringe Anzahl musikalischer J-e,von denen die meisten auf eine hohe Stufe derVollendung gelangt sind. Siebenrock.
Instrument (Ivstrumsntnin), in der Rechts-wissenschaft die Urkunde über ein Rechtsgeschäft, u.daher die dabei zngezogenen Zeugen, J-s-Zeugen.
Instrumentalis, grammatischer Casus,s.Casus,S. 560.
Instrumentalmusik, bloß durch Instrumentehervorgebrachte Musik. Ursprünglich diente die I.lediglich zur Begleitung des Gesanges, doch findensich schon mehrere Jahrhunderte vor ChristusBeispiele solistischer Anwendung, u. steigerte sichdie virtuose Behandlung, je weiter die Verbesser-ung der Instrumente gelangte. Wirkliche Selb-ständigkeit erreichte die I. mit dem Eintritt derOper. Anfänglich stand sie dem Gesänge aufGrundlage eines bezifferten Basses nur nothdürftigbegleitend zur Seite, gewann aber bald höhereBedeutung und erhob sich durch Monteverde(1643) auf den Standpunkt eines ziemlich geord-neten Orchesters, bestehend aus Clavicembalo,Flöten- u. Rohrwerken, Len verschiedenen Saiten-instrumenten und Doppelharfe, das sich ziemlichlebhaft an der Handlung betheiligte und eigeneZwischenspiele ausführte. Cavalli, SchülerMonteverdcs, führte das Begonnene weiter undmachte die Toccata-Ouverture u. das Ballet zuwesentlichen Bestandtheilen der Oper. In Deutsch-land, wo Prätorius wirkte, war die I. gleich-falls auf eine gewisse Höhe gelangt. Es wurdebesonders die vierstimmige Trompetenmusik, auswelcher die Militärmusik hervorging, bevorzugt u.nach n. nach an allen Höfen ins Leben gerufen.Zn großer Geltung brachte Lully die I. inFrankreich, u. schon bei ihm wurde das Saiten-quartett zur Grundlage des ganzen Orchesters.Die Technik der ausführeuden Musiker stieg höherund die verschiedensten Formen der Musikstücke
wurden gepflegt: Concerte, Duette, Quartette rc.Bedeutendes leisteten unter And.: AlessandroScarlatti, Buononcini, Corelli, Tartini,Dom. Scarlatti, Boccherini; in DeutschlandKuhnau, Teleman rc. Einen bedeutendenAufschwung veranlaßte Joh. Seb. Bach, derausgerüstet mit eminenten Kenntnissen, bereits ver-schiedene Effecte anwandte; weiterhin erwarbensich Bachs Kinder, sodann Händel und Gluckwesentliche Verdienste, von denen besonders derLetztere den Instrumenten größere Selbständigkeiteroberte u. das Orchester (z. B. durch Einführungder Posaunen) erweiterte. Der eigentliche Schöpferder Symphonie und Kammermusik, welcher demOrchester die Zunge gelöst, ist Josef Haydn.Er schaltete mit voller Freiheit über den tech-nischen Apparat u. schuf eine sehr große Zahl ver-schiedener Werke auf dem Gebiete der I., vondenen sich viele durch die Anmuth u. Mannig-faltigkeit ihrer Gedanken den Reiz der Jugend-lichkeit bis heute bewahrt haben, wie denn auchseine Symphonien, Quartette rc. im WesentlichenMuster dieser Gattungen geblieben sind. Mozartvervollkommnte die Haydnsche I., bis endlichBeethoven dem bisher Gedichteten die Krone derVollendung aussetzte u. die I. zu einer Bedeutungerhob, die im großen Ganzen bis auf die neuesteZeit unerreicht geblieben ist. Mit genialer Meister-schaft sehen wir bei ihm die gewohnten Formenerweitert, die Instrumente gleichsam zu frei han-delnden Individuen geworden und die mit allerSouveränetät beherrschten großartigen Formenstatt bloßen Tonspiels mit einer in logischer Con-sequenz durchgesührten Idee ausgesllllt. SeineJnstrumeutalcompositionen bieten einen innerlichenProceß dar, der sich mit dramatischer Lebendigkeitvor uns entfaltet; so z. B. die Symphonie erolon,welche einem Helden in die Schlacht folgt, trauerndeWeisen um die Gefallenen anstimmt, die Heimkehrder Krieger n. das Fest des Friedens bezeichnet,so die neunte Symphonie, welcher ein im groß-artigsten Sinne aufgefaßter Kampf der nach Freuderingenden Seele zu Grunde liegt u. worin Beet-hoven die Vocalmusik, frühere Herrscherin, zurMithilfe herbeiruft. Die nachfolgenden Meisterder I. sind größtentheils Epigonen Beethovens,oder haben nur nach gewisser Seite Neues ge-liefert, z. B. Nies, Schubert, Mendelssohn,Schumann rc. Eine wirkliche Erweiterung desBeethovenschen Orchesters geschah durch Berlioz,bei dem die Idee als das Bestimmende voran-gestellt ist, und der neben wirklichen Poesien, indenen frappante Wahrheit des Ausdrucks mitglühender Farbenpracht der Instrumentation ge-paart ist, auch rein äußerliche Effecte, musikalischeZerrbilder geliefert hat. Eiueu weniger extremen,vielmehr dichterisch-musikalischen Standpunkt suchteLiszt in seinen symphonischen Dichtungen festzu-halten; doch läßt sich noch nicht beurtheilen, inwie weit derartige Bestrebungen zu einer weiterenEpoche der I. führen dürften. — Eine besondereStelle nimmt die virtuose I. ein, welche zu allenZeiten ausgezeichnete Repräsentanten gezählt hat.In neuerer u. neuester Zeit macht sich das Be-streben bemerkbar, die technische Virtuosität nurini Dienste geistvoller Interpretation glänzen zu