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Jnftpid — Jnspirationsgemeinden.
Jnfipid (v. Lat.), fad, geschmacklos, abgeschmackt.
Jnsistiren (v. Lat.), stehen bleiben, beharren;auf etwas bestehen, dringen.
Jnsociabcl (v. Lat.), ungesellig.
Insolation, unmittelbare Bestrahlung durchdie Sonne; Sonnenstich.
Insolent (v. Lat.), ungebührlich, übermüthig,frech, unverschämt; daher Insolenz, Ungebuhr-lichkeit, Unverschämtheit.
In soUlium (lat.), so v. w. solidarisch.
Jnsolubcl (v. Lat.), unauflöslich; daher Jn-solubilität, die Unauflöslichkeit.
Insolvent (v. Lat.), zahlungsunfähig; daherInsolvenz, Zahlungsunfähigkeit, s. u. Ban-kerott.
In spe (lat.), in der Hoffnung, zukünftig.
In spoels (lat.), 1) insonderheit; 3) besonders;3) im Einzelnen.
Jnspectcnr (fr.), 1) s. Jnspectiou 4); 2) hö-herer Offizier, meist General, dem die Aufsichtüber einen Theil des Heeres, über Specialwaffenod. über besondere Heercseinrichtungen übertragenist, die bezüglichen Militärbehörden, sowie die nn-ter einem I. stehenden Truppen werden als In-spektion bezeichnet. Im deutschen Neichsheerecxistiren derartige Inspektionen für die Artillerie,für die Festungen, die Pioniere, die Jäger, denTrain, die Militärschulen, die Gewehrfabriken, dasRemonte- u. Beterinärwesen rc. Bestehen inner-halb derselben Waffe, wie z. B. der Artillerie, oerFestungen u. Pioniere rc., mehrere Inspektionen,so stehen diese unter einer General-Jnspection, derein General-J. (s. d.) vorsteht. Die Armee-Jn-spectionen find keine Commandobehördeu, sondernlediglich zu dem Zwecke errichtet, die taktische Aus-bildung der Armee-Corps gelegentlich größererTruppenübungen zu beurtheilen. S-
Jnspection (v. Lat.), 1) das Besichtigen, soluspsetio oenlaris, s. Besichtigung; 2) (Med.)Besichtigung eines Kranken, um aus seinem Äuße-ren auf innere Kraukheitsznstände zu schließen; 3)die Aufsicht; 4) ein Bezirk oder eine Anzahl vonAnstalten, Personen rc., worüber Jemand die Auf-sicht hat (Inspektor), so eine Anzahl Kirchen undPrediger, welche ein Oberer beaufsichtigt, eine ge-wisse Anzahl Schüler, welche ein Lehrer speciellunter sich hat; 5) s. Inspekteur 2).
InspsrÄa (lat.), unverhoffte Dinge.
Jnspersio» (v. Lat.), i) das Bestreuen, Be-sprengen; 2) die Bespritzung.
Jnspicient, Aufseher, u. a. der Theaterbeamte,welchem die Anordnung des zu jeder Vorstellungu. Probe nöthigen Materials obliegt/
Jnsprcirung, Besichtigung einer Truppe durcheinen höheren Befehlshaber, zum Zweck der Prüf-ung der taktischen Ausbildung, sowie des gesamm-ten Dienstbetriebes. J-en, die speciell den Zweckhaben, die Bekleidung, Ausrüstung rc. sowie dieVerwaltung der Truppen zu controliren, werdengewöhnlich ökonomische Musterungen genannt.
Inspiration (v. Lat.), das Einathmen. Inder Theologie die Entstehung der h. Schrift ausEinhauchung, Eingebung des heil. Geistes. DerAusdruck stammt aus 2. Tim. 3,16, wo die Vul-gata Aeorrr-LvoroL mit mopiiatus übersetzt. DasBewußtsein, in welchem die alttest. Propheten aus
dem Geiste Gottes heraus mit göttlicher Autoritätzn reden behaupteten, wird nach der Sammlungdes alttest. Kanon von der jüdischen Gemeinde ansdas Ganze desselben übertragen, so daß dabei dieAnschauung heidnischer Manük mitwirkt. Auch dieneutest. Schriftsteller haben diese Vorstellung vomA. T. u. Paulus schreibt sich öfters Offenbarun-gen von derselben Qualität wie die der alttest. Pro-pheten zu. So wurde frühe schon der Samm-lung des neutest. Kanon dieselbe auf I. ruhendeAutorität beigelegt. Doch ist die J-Zlehre erstvon der lutherischen und reformirten Orthodoxiedes 17. Jahrh. in voller Strenge ansgebildetworden. Noch Luther u. Calvin erlauben sich diefreiesten Urtheile über einzelne Schriften der Bibel.Aber im Gegensatz gegen die römische Traditions-lehre glaitbte man nur in einer ganz mechanischin allen Theilen vom h. Geist eingegebenen h.Schrift die gehörig gesicherte religiöse Autorität zubesitzen. Die historisch-kritische Bibelforschung seitSeniler setzte nun aber an die Stelle dieserTheorie die rein geschichtliche Auffassung undWürdigung der biblischen Schriften und suchtihren J-scharakter eben nur in dem verschie-denen Maße, in welchem die Verfasser persön-lich vom christlich-religiösen Prinzip erfüllt unddurchdrungen sind. Die beste neuere Schrift überdiesen Gegenstand, übrigens z. Th. noch in derälteren Anschauung befangen, ist: Rothe, Zur Dog-matik, Gotha 1863. Zur Geschichte der J-slehreVgl. Delitzsch, Os insp. scripb., Lpz. 1871. Löffler.
Jnspirationsgemeinden. Nach dem un-glücklichen Ausgange des Religionskampfes in LenCevennen kamen 1704 viele Anführer u. außer-ordentliche Propheten der Reformirten, bes. ElieMarion, Durande Fage, Jean Cavalier u. JeanMut, nach England u. Schottland u. predigtengegen Frankreich u. das Papstthnm als den An-tichrist. Indessen schon im folgenden Jahre, weilsie sich bei einer versuchten Todienerweckung com-promittirten, von der bischöflichen anglikanischenKircheugemeinschaft ausgeschlossen, waren sie ge-nöthigt, eine besondere Secte zn bilden, u. Allutu. Marion wandten sich mit ihren Anhängern zuden französisch resormirten Gemeinden in den Nie-derlanden, wo sie aber nur wenig Einfluß aus-üben konnten. Desto größer wurde ihr Ansehenbei den Pietisten und Separatisten in Nord- undWestdeutschland, namentlich in Halle (1713) undBerlin (1714), wo sie besondere Gemeinden bilde-ten. Von Halle aus verpflanzte sich dieses Jn-spirationswesen durch die Gebrüder Pott, welcheauch die Gabe der Inspiration besaßen, in dieWetterau, welches Reichsländchen die Grafen Witt-genstein theils aus finanziellem Interesse, theilsans Steigung zur Mystik allen wegen des Glau-bens Verfolgten geöffnet hatten. Die dortigen Se-paratisten, an ihrer Spitze E. L. Gruber in Him-bach bei Hanau (geb. 1665, st. 1728), A. Großin Frankfurt, der Sattler I. F. Rock in Himbachu. der Einsiedler E. Chr. Hochmann in Schwar-zenau bei Berleburg (geb. 1670, st. 1721), schlossensich mit den Jnspwirten zu einer Gemeinde zu-sammen. Ihre 1716sestgestellte Gemeindeord-nung bestand in den sog. 24 Regeln der wahrenGottseligkeit u. des heiligen Wandels, deren Grund-