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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
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Jnscctcnpulver Insel.

sehr groß, bald verkümmert; letzteres gilt auchvon den kleinen, mitunter sogar unter dem Pelzeversteckten Augen. Sie treten mit der ganzenFußsohle ans, ihre Vorderfüße sind kräftig gebaut,oft mit breitkralligen Grabfüßen versehen. Allehaben ein Schlüsselbein. Es sind wahre Raub-thiere, freilich infolge ihrer geringen Körpergrößeauf kleinere Thiere, Mäuse, Würmer u. Jnsecten,angewiesen; selten nähren sie sich auch von Pflanzen-kost. Ihre große Gefräßigkeit, wozu mitunter noch«ine augenfällige Mordlust hinzutritt, macht sie,die mit Unrecht viel verfolgten, zu sehr nützlichenThieren, deren Nutzen den durch Wühlenhervorgerufenen Schaden reichlich aufwiegt. Essind nächtliche, vorzugsweise der gemäßigten Zoneder nördlichen Halbkugel angehörende Thiere; siefehlen in SAmerika u. in Australien. Im Winter-verfallen die bei uns einheimischen in einen an-dauernden Winterschlaf. Hierher die Familien derIgel, Spitzmäuse u. Maulwürfe. Thoms.

Insektenpulver (Kaukasisches, Persisches), sinddie gepulverte» Blüthen des in Persien u. im süd-lichen Georgien wachsenden Ltirz-santiismum ro-soum (k^rstiirum rosoum Lrsb). Das

Pulver wird in Betten, Kleiderschränke, Möbel rc.zur Abhaltung u. Vertreibung vouJusecten gestreut.

Insektenstich, der durch den Stich verschiedenerJnsecten erzeugte örtliche Entzllndungszustaud.Kalte Umschläge u. Waschungen mit verdünntemSalmiakspiritus beseitigen meist die Entzündungin kurzer Zeit. Tödtlich aber kann der I. werden,wenn die Thiere, zumal Fliegen, auf milzbrand-kranken Thieren oder sonstigen faulenden animali-schen Stoffen gesessen haben und so das Gift indie Wunde übertragen.

Insel (lat. insnla), ein ganz von Wasser um-flossenes zusammenhängendes Laudstück, zum Un-terschiede von dem Festlande od. Continent. Daaber nach den neuesten Forschungen die Conrineuteim hohen Norden keinen Continentalzusammenhanghaben, so wären demnach auch sie streng genom-men als von Wasser umflossenes, isolirtes Landzu den J-n zu rechnen. Aber mit dem NamenI. bezeichnet man im Gegensätze zu den Conti-nenten diejenigen kleineren Festlandsstücke, bei de-nen bis zur Mitte hin der Einfluß des Meeresin klimatischer u. anderen Beziehungen zu spürenist. (Neu-Holland ist also nicht I. zn nennen.)Die größten J-n der Erde sind Nen-Guinea,Borneo, Madagaskar u. Grönland. Es gibt aufder Erdoberfläche 2,420,970 UM Festland und140,609 UM J'N,d. i. einVerhältniß von 17,2-1.Die J-n machen also etwa ^ der Erdoberflächeaus (Kloeden). Ein sonst vom Meere umflossenes,aber auf einer Seite mit dem Festlande zusam-menhängendes Laudstück nenntman eineHalb - I.Man scheidet die Inseln nach Lage u. Gestalt in 2Arten (was in ihrer Entstehungsweise begründetliegt): 1) Continental- od. Gestade- od.-sten-J., meist von langgestreckter, schmaler Gestalt,sie entfernen sich in der Regel nicht bedeutend vonden Küsten der Continente u. die einander gegen-überliegenden Enden laufen meist in Spitzen aus;2) oceanische od. pelagische od. Meeres-J.,in ihrem Haupt-Typus von kreisrunder od. ellipti-scher Gestalt. Die ersteren, Continental-I., liegen

gewöhnlich reihenweise geordnet, mit gleichgerich-teter Längenachse; die Richtung ihrer Anordnungist entweder der benachbarten Küste parallel, undsie sind dann begleitende I. (Nordsee, australischerBinnengllrtel), oder sie erscheinen als Fortsetzungder Bergket-en des Festlandes (Kykladen bei Grie-chenland). Mit ihrer Hauptausdehnung stimmtdann auch die Richtung der sie durchsetzenden Berg-ketten überein. Man denkt sie sich als losgerisseueTrümmer der nahen Continente und schließt diesaus der Übereinstimmung in geologischer Bezieh-ung u. bes. aus der Flora und Fauna. Frischabgetrennte I. haben die Flora u. Fauna desbenachbarten Festlandes ohne eigenthttmliche Arten;doch sind dieselben in Verarmung begriffen oderihr entgegen gehend. Auf solche Weise läßt sichnach Eduard Forbes Nachweisen, daß Großbritan-nien u. Irland wiederholt mit dem europäischenFestlande zusammengehangen haben und ebensowiederholt durch locale Senkungen davon getrenntwurden. Aus der (der Verarmung entgegeuge-henden) Flora u. Fauna kann man sogar schließen,daß Irland früher als Großbritannien losgelöstist. Natürlich zählen auch die Schären (s. d.) u.J-n an den fjordenreichen Küsten zn den Kllsten-J-n. Ist die Abtrennung (der kontinentalen J-n)schon in der geologischen Vorzeit geschehen, so daßsich die organischen Formen bereits typisch ver-ändert haben, so werden solche (I.) von O. Peschelals alte Continental-J-n unterschieden. Ma-dagaskar mit den Seychellen n. Ceylon endlich unter-scheidet er als zusammengeschrumpfte Welt-th eil e. Aufdiesen Überbleibseln früherer Continentesind die Flora u. Fauna reich an endemischen u. alter»thllmlichen Arten, wie ja auch Sclater deshalb denhypothetischen Continent des indischen Oceans nachden auf den dortigen eigenthümlichen Lemuren(Lenins I. 8 32) Lemuria (s. d.) genannt hat.Wenn die kontinentalen J-n die Küsten der Couti-nente mit einander in Verbindung setzen, wie esdie Sunda-J-n, Formosa, die Philippinen n. Mo-lukken, Antillen, Meuten rc. thun, so sind sie ver-bindende J-n. All das von diesen J-n Gesagtepaßt auf die runden J-n nicht, welche gerade alsunabhängige, selbständige Erhebungen aus demMeeresboden oceanische oder Meeres-J. ge-nannt werden. Hierzu gehören bes. die zahlreichenJ-gruppen des Großen Oceans. Diese rundenJ-n scheidet man wieder inhohe u. niedrige J-n.I. Die hohen J-n sind die zahlreicheren. Siesind eigentlich nur aus dem Meere (von Festländernentfernt,namentlich ansdenaußertroplschen Meeren),oftbiszuansehnlicherHöhehervorragendeBerge v ul-'canischer Entstehung n. gleichen einander überall inihrer Gestalt u. Zusammensetzung. Bisweilen er-kennt man an ihnen eine kettenförmige Anordnungentsprechend der Richtung der Spalte, ans der sieaufgestiegen sind; so die Reihe St. Helena bisFernando do Po (H. Guthe). Von diesen hohenJ-n haben wir meist ein stufenweises Abfallen zngrößeren Tiefen zu denken, so daß solche einzelnstehende Berge oft zu den bedeutendsten Erhebun-gen der Erdrinde gehören, wie der Pic«. Teneriffa(Pico de Teyde 12,200'3960 m nach v. Seydlitz)u. Mauna Noa od. Loa (auf Hawaii im Archipel derSandwich-J°n 12,909'4194 m), zu deren wirk-

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