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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
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Insektenfressende Pflanzen Insektenfresser.

flügler, find kosmopolitischer Natur und über dieverschiedensten Länder verbreitet; dies mag theilsauf Verschleppung durch Colonialwaaren, Hölzer,lebende Pflanzen, theils auch auf Übersiedelungder Art selbst, wie bei der Honigbiene, bei schma-rotzenden I. auch aus der Verbreitung ihrer Wirtheberuhen. Manche Arten wandern, einige einzeln,wie der Oleanderschwärmer, andere in Schaaren,wie die Wanderheuschrecken.

Fossile I. treten schon in der Steinkohlenforma-tion auf, hier jedoch nur einzelne Käfer-, Haut-flügler- u. Netzflttglerarten. In der Juraformationnimmt deren Zahl bedeutend zu, u. es sind hierbereits alle Ordnungen vertreten mit Ausnahmeder Schmetterlinge, welche erst in der Tertiärzeiterscheinen. Besonders reich u. schön erhalten sinddie Einschlüsse im Bernstein u. die Abdrücke deslithographischen Schiefers.

Man theilt die I. in sieben Ordnungen ein:L,) Nager: Mundwerkzeuge vollkommen ausge-bildet, Oberkiefer meist stark entwickelt. I. Vorder-Lrust klein, ringförmig, auf dem Rücken mit derMittelbrust fest verwachsen; Mundtheile kauend u.leckend; Flügel häutig von wenig Adern durch-zogen; Verwandlung vollkommen; 1. Ordnung:Hautflügler, Lxmonoptsra. II. Vorderbrustfrei; Mundtheile beißend, a) Verwandlung voll-kommen. a) Vorderflügel hart, schildförmig, kürzerals die längeren, von wenigen Adern durchzogenen,eingeknickten und unter die Flügeldeckel zurückge-zogenen Hinterflügel; 2. Ordnung: Käfer, 60I00-pisra. /S) Alle vier Flügel häutig, meist vonvielen Adern durchzogen; 3. Ordnung: Netz-flügler, Nouroxtora. b) Verwandlung fehlt od.unvollkommen; 4. Ordnung: Geradflügler,Ortirsptera. L) Sauger: Mundtheile mit langemRüssel, oft mit Stechwerkzeugen versehen. I. Mund-theile saugend; Vorderbrust klein, ringförmig, aufdem Rücken mit der Mittelbrust verwachsen; Ver-wandlung vollkommen, a) Flügel meist mit staub-ähnlichen Schuppen bedeckt; Rüssel in der Ruhespiralig aufgerollt; 5. Ordnung: Schmetter-linge, I.spiäoptoig.. b) Vorderflügel nackt;Hinterflügel zu Schwingkölbchen umgestaltet;Mundtheile saugend, oft stechend; 6. Ordnung:Zweiflügler, vixtsra. II. Mundtheile stechend,mit gegliedertem Schnabel versehen; Vorderbrustmeist frei; Verwandlung unvollkommen; 7. Ord-nung: Schnabelkerfe, Rzmolrotg. (s. Hemi-ptsra). Thonw.

Insektenfressende Pflanzen (auch fleisch-fressende Pflanzen) werden in neuerer Zeit einigePflanzen genannt, welche die Fähigkeit besitzen,Jnsecten oder andere kleine Thierchen zu fangen,eine dieselben zerstörende Flüssigkeit auszusondernu. das Product der Zersetzung aufzusaugen. Zudiesen Pflanzen gehören namentlich die Arten ausder Familie der Öro8sraosg.s: vionasa, Drosera,DzMs, ^.lärovanäia, ferner DinAnionIa, 8arra-venia, Dtrioularia. DaS Fangen der Jnsectenberuht einerseits auf der Reizbarkeit einzelnerPflanzentheile, so der Blätter von Dionasa, derDrüsen tragenden Borsten von Drossra, der Haarevon ^Istrovandia, anderseits ans der klebrigenBeschaffenheit der fangenden Theile, eine Eigen-schaft, welcher außer einzelnen der genannten

Pflanzen noch unzählige andere, bisher nicht alsinsektenfressend bezcichnete Pflanzen die Fähigkeitverdanken, kleine Thiere festzuhalten, bis dieselbenabgestorben sind. In neuerer Zeit ist durch dieUntersuchungen und Publikationen Darwins (In-seotivorous plant», London 1875) die Aufmerk-samkeit des großen Publicums auf diese Erschein-ungen hingelenkt worden u. haben vielfache Über-treibungen in öffentlichen Blättern sowol dazu bei-getragen, bei den Unkundigen falsche Vorstellungenvon den wirklichen Vorgängen zu erwecken, alsauch bei Fachgelehrten, die nicht selbst die Erschein-ungen geprüft hatten, die Mittheilungen Darwinsu. a. zu discreditiren. Am Eingehendsten studirteDarwin den Vorgang des Jnsectenfanges, überden überhaupt kein Zweifel bestehen kann, u. dendes Verzehren? der gefangenen Thiere bei Drosera.Sobald ein Gegenstand lebend oder leblos aufdie Blattfläche eines Droserablattes gelangt u. die-selbe nicht bloß vorübergehend berührt, so biegensich infolge des dadurch verursachten Reizes dieringsum stehenden Drüsen tragenden Borsten,Tentakeln genannt, über den reizenden Gegen-stand; ist derselbe stickstoffhaltig, also z. B. Fleischoder Eiweiß, so bleiben die Tentakeln auf dem-selben liegen; dasselbe wird durch Tropfen stick-stoffhaltiger Flüssigkeiten bewirkt. Infolge derReizes ist die Secretion der an den Tentakelnbefindlichen Drüsen eine stärkere u. zugleich zeigtdas Secret jetzt eine viel stärker saure Reaktionals sonst. Da nun die stickstoffhaltigen Substanzenallmählich aufgelöst werden u. gleichzeitig in denZellen des Tentakels Aggregationen (Anhäufungenkleiner Körnchen) im Protoplasma beobachtet wer-den, so liegt es nahe, diesen Vorgang als Ver-dauung zu deuten; es erinnert diese Aufnahmeorganischer Substanz durch Blätter an die Auf-saugung des Sameneiweißes durch die Keimblätterbei vielen keimenden Pflanzen. Jedoch darf mannicht aus diesen Thatsachen den Schluß ziehen,daß die genannten Pflanzen ausschließlich aus dieJnsectennahrung angewiesen seien, bevor nicht durchVersuche festgestellt ist, daß dieselben ihren Stick-stoffbedarf nur durch Verzehrung thierischer Stoffebefriedigen. Bei Qionasa wenigstens ist es gewiß,daß dieselbe besser gedeiht und sich kräftiger ent-wickelt, wenn sie unter der Glasglocke wächst undJnsecten von ihren reizbaren Blättern ferngehaltenwerden; Darwin aber bleibt trotzdem das großeVerdienst, zuerst durch zahlreiche Beobachtungenfestgestellt zu haben, daß mehrere Pflanzen nochim ausgewachsenen Zustande die Fähigkeit besitzen,stickstoffhaltige Substanzen durch ihre Blätter aus-zunehmeu. Engler.

Jttseetenfresser (Inseotivora), Ordnung derSäugethiere, charakterisirt als Sohlengänger mitbekrallten Zehen u. mit vollständig bezahntem Ge-biß, welches neben den Schneidezähnen kleine Eck-zähne und scharfspitzige Backzähne besitzt. Kleine,aber kräftig gebaute Thiere, die durch ihren Bauund ihre Lebensweise eine vermittelnde Stellungzwischen den Fledermäusen und den Raubthiereneinnehmen, sich aber durch ihre äußere Erschein-ung den Nagcthieren anschließen. Die Schnauzeist zugespitzt, oft rüsselartig verlängert und zumWühlen eingerichtet. Die Ohrmuscheln sind bald