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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
Entstehung
Seite
749
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Jn-schan

Jn-fchan (Silbergebirge), auch Ongjam oderGarviam genannt, ein Alpengebirge in Hinter-Asien znm Ahingan-System gehörig. Humboldt er-klärt I. für die östliche Fortsetzung des großenGebirges Thian-schan, obwol jenes einige Gradesüdlicher als dieses liegt. I. liegt von Thian-schan50100 geogr. M nach Osten entfernt, so daß hieralso eine Lücke im Gebirgssysteme ist, durch welcheder östliche und westliche Theil der großen WüsteGobi sich verbinden. Im NW. des Gebirges, dasbis zum eigentlichen Chingchau-(Khingan-) Gebirgereicht, liegt der rauheste Theil der Wüste. DasGebirge ist sehr steil u. reicht in mehreren Kettenbis über die Schnee-Grenze hinaus. Man setztdie Heimath des einst furchtbaren, eroberndenVolkes des Hiongnu (s. d.) hierhin. H-in-m-mn.

Inschrift (gr. , xTrr/gap^, lat.

litulns, Insoriptio), eingegrabeue, aufgemaltc od.aufgesetzte Schrist auf Bau- od. anderen Kunst-werken od. Denkmälern, welche gewöhnlich derenZweck und Bestimmung angibt. Von I. unter-scheidet man im engeren Sinne Aufschrift, d. h.schriftliche Aufzeichnung zufälligen od. praktischenInhaltes auf Kunstwerken, Geräthschaften, Wän-den u. s. w. Im gewöhnlichen Sprachgebranchewird indessen dieser Unterschied nicht beobachtet n.man nennt I. schlechthin jede eingehauene, gemalteod. aufgesetzte Schrist in Stein, Metall, Thon, Glas,Leder oder verwandten Stoffen. J-en sind entweder öffentliche od. Privat-J-en, entweder prosaischod. metrisch abgefaßt, entweder in einer od. beigemischten Bevölkerungen od. auch nach erfolgtemSprach- u. Schriftwechsel in verschiedenen Sprachenod. Schriftweisen (Insoriptionss dilinAnss, bri-UnAnss). Sie sind wichtig sowol für Geschichten. Cnltur, als auch speciell für Sprache n. Schrist.Daher ist die J-enkunde (Epigraphik) ein be-sonderer Theil der Philologie, welcher die Schrift-züge nach ihrem verschiedenen Alter u. ihren Ab-änderungen, die znm öffentlichen Gebrauch ein-geführten Formel» und den besonderen auf J-engewöhnlichen Stil (Lapidarstil) kennen, ferner denUnterschied der Wichtigkeit zwischen öffentlichen u.Privat-J-en würdigen, den Inhalt der J-en mitder sonst bekannten Geschichte der Personen undZeiten vergleichen u. die Beweise u. Erläuterun-gen, die sich aus ihnen ergeben, richtig würdigenlehrt. Vgl. Oudendorp, Vs vstsrnm irworiptio-num st monnmsntornm nsn, Land. 1745; Zac-caria, Institnmons anticfnario-Iapiä.. Venedig1770, 2. A. 1793; Mafsei, ^rtis orrt. lapiäariasgnas exstaut, Lucca 1785 f.; Orelli, Inssriptio-nnm lat. oollsetio, 1. 2., Zürich 1828; 3. v.Henzen, 1856; Zell, Handbuch der röm. Epigra-phik, Heidelb. 1840, 52 u. 57; Wilmans, vxsm-pls, insoriptionnm lat., Berl. 1873; Franz, VIs-insnta spiArapdioss grasoas, Berlin 1840. DasSammeln und Studiren griechischer J-en begannschon im Alterthum; lateinische wurden zuerst imMittelalter gesammelt durch den sog. Lnon^mnsVinsieäionsis im 8. Jahrh. u. vermuthlich durchCola di Rienzi im 14. Jahrh. Im 15. Jahrh.haben sich um die J-enknnde des. verdient ge-macht: Poggio u. Cyriacus von Ancona. Zuerstgedruckt wurden J-en aus Ravenna, durch Spreti(Venedig 1489), aus Augsburg durch Peutinger

- Inschrift.

1505, anS Mainz durch Hnttich 1520, anS Romdurch den Buchdrucker Mazocchi 1521. Dannfolgten allgemeinere Sammlungen, in denen mangewöhnlich griech. und lat. J-en vereinigte, vonApianns n Amantins, Jngolst. 1534; Lmstinse. auotaris I-ipsii, Lcyd. 1LSS; I. Gruter undScaliger, Mrssanrns rnveriptionnm, Heidelberg1603, 1616, n. A. von Grävins und Burmann,lnseriptionss ant. totinv orb. rom., Amst. 1707Fol.; Dom, Insei'iptionos ant.. von Gori Hrsg.,Flor. 1731 Fol.; Salvini u. Gori, Inoeriptionssant. in nrdibns vtrnrias, Flor. 1743, 3 Bde.Fol.; Muratori, dlovns tdesanru» retsrirm in-soriptiannm, Mailand 173942, 4 Bde. Fol.,Supplemente dazu von Donati, Lucca 1766; Er-klärungen u. Verbesserungen in Hagenbuch, Vpi-stolas opi§r., Zürich 1747; Sammlung griechi-scher J-en von Corsini, lasoriptionss attiorro,Flor. 1752; R. Chandler, Inroriptronss ant. intlsia minori st üraseia prasssrtim ^.tirsnis eol-isotas, Lond. 1774 Fol.; Böckh. 6orpns insorip-tionnm Ar., Berl. 1824 59 (fortgeführt durchE. Curtius u. Franz). Durch dieses Werk er-hielt die griech. Epigraphik außerordentliche För-derung; eine neue Bearbeitung ist von der Ber-liner Akademie begonnen: Vorpns insoript. Ltti-oarum, I. 1873 von Kirchhofs; II. 1 . Theil1877 von Köhler. Das Studium der lateinischenJ-en hat seit dem Ende des 18. Jahrh. einengroßen Aufschwung genommen durch Marini,Borghesi, Th. Mommsen, Ritschl, Henzen, Reiner,Rosst, Hübner u. A. Nachdem ein ähnlicher Plander Pariser Akademie gescheitert war, hat die Ber-liner Akademie die Herausgabe eines Oorpns in-sorivtionnm latioarum begonnen, von welchemerschienen sind: Bd. 1, J en der Republik, danebenUrisoas latinitatis monnmevta opiArapirioa, Fac-similes, v. Ritschl; 2. Spanien; 3. Orient undDonauländer; 4. Pompeji; 5. (1. Theil) Ober-Italien; 6. (1. Theil) Nom; 7. England, Berl.186276. Die in italischen Dialekten abgefaßtenJ-en haben Bearbeitung gefunden durch Breal,Bücheler, Corssen, Huschke, Kirchhofs, Mommsenu. A. Unter den Bearbeitungen der christlichenJ-en zeichnen sich aus: Rossi (f. Rom), Hübner(f. Spanien u. England). Vgl. Akademie II. 0. b.,S. 327.

Nicht weniger wichtig in sprachlicher u. geschicht-licher Beziehung sind die allmählich zur Entdeck-ung und Entzifferung kommenden J-en des altenOrients. Hier sind zu nennen die altpersischen,babylonischen, assyrischen (s. Babylonien, Assyrienn. Keilschrift), die zahlreichen ägyptischen (s. Hiero-glyphen), die jährlich anschwellende Masse der indi-schen, zum größten Theil in indischen Dialekten,nur in geringem im Sanskrit abgcfaßt, von Lenenaber nur wenige über die Zeit v. Ehr. G. hiu-ausgehen, die Hauptmasse aus der Zeit seit dem4. Jahrg. n. Ehr. stammt. Himjaritische I enfinden sich in SArabien, an Felswänden eingehauen;sie sind historischen Inhaltes. In NAsrika u. Phö-nilien hat man viele finnische od. phönikische J-engefunden; sie sind vielfach zweisprachig (phönikisch-!griechisch); in Palästina solche, die zur Auf-hellung der palästinensischen Dialekte dienen. Über-haupt ist die Kenntniß einer ganzen Reibe von