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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
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Jnnominatcontract Innsbruck-.

ward er 15. September 1644 zum Papst (244.)gewählt. Er ließ sich ganz von seiner GeliebtenOlympia Maldachini, der Wittwe seines Bru-derS, beherrschen und wurde deshalb von seinenSpöttern im Weiberrocke dargestellt. SeineFeindschaft gegen die Barberini, denen er seineWahl zu verdanken hatte, führte zu einer Ein-mischung der Franzosen, welche ihn zwangen, dieseFamilie wieder in den Besitz ihrer Güter undWürden einzusetzen. In einer Bulle vom 26.November 1648 verdammte er den WestsälischenFrieden und 1658 fünf Sätze aus dem WerkeCorn. Jansens. Seine Einkünfte suchte er. durchalle möglichen Mittel, namentlich durch den Ämter-verkauf, zu vermehren, schrieb auf 1650 das Uni-vorsals maxrmningns subriasnin aus u. beganndurch das Kornmonopol der päpstlichen Kammerden römischen Ackerbau zu vernichten. Er st. 7.Jan. 1655. 12) I. XI. (Benedict Odescalchi),1611 in Como geb., studirte in Genua, Rom n.Neapel die Rechtswissenschaften, diente dann imDreißigjährigen Kriege alz Soldat in Deutsch-land und Polen, widmete sich später dem geist-lichen Stande, wurde apostolischer Protonotarius,Präsident der Apostolischen Kammer, Commissariusin der Marca di Roma u. Gouverneur vonMa-cerata, 1647 Cardinal, nachher Legat von Fer-rara u. Bischof von Novara, endlich als Nach-folger Clemens' X. 21. Sept. 1676 zum Papst(248.) gewählt. Er ergriff kraftvolle Maßregelnzur Herstellung strenger Sitte in der Kirche undim Staate, suchte den Finanzen aufzuhelfen undsprach sich in einer Bulle vom 2. März 1679gegen die Moral der Jesuiten aus, deren heftigerFeind er war. Die Streitfrage über die Aus-dehnung der Regalien bei Besetzung vacanter Bis-thümer in Frankreich entschied die deshalb vonLudwig XIV. 1681 zusammenberufene allgemeineVersammlung französischer Bischöfe und Baronezu Gunsten der Krone; die Aufhebung der Qua»tierfreiheit (des Rechtes der Gesandten, ihre Qua»tiere als Asyle geltend zu machen) führte zuneuem Streite mit dem französischen Hofe, der erstunter seinem Nachfolger erledigt wurde. ImÜbrigen leistete er Ludwig XIV. gegen die Huge-notten wesentliche Dienste. I. st. 12. Aug. 1689.Vgl. Phil. Bonamici, De vrta ob rsbns ZsstroO.XI., Rom 1776, übersetzt von Le Bret, Franks.1791. 13) I. XII. (Antonio Pignatelli), edlerNeapolitaner, geb. 1615 in Neapel; früh Prälatdes römischen Hofes, ward er erst Bischof vonFaenza, Legat von Bologna u. Cardinal u. 1691der Nachfolger Alexanders VIII. auf dem päpst-lichen Stuhle (der 250. Papst). Er verbot dasNepotenwesen und das Lottospiel, verbesserte dieKlosterdisciplin, schasste viele Mißbräuche in derKirche ab, beendigte den Streit mit Frankreich inBezug auf die Landeskirche u. st. 29. Sept. 1700.14) I. XIII. (Michel Angela Conti), Sohn KarlContis, Herzogs von Poli, geb. 1655 in Nom;wurde 1693 Gouverneur von Viterbo, 1695 Erz-bischof von Tarsus u. Legat in der Schweiz, 1698in Lissabon, 1706 Cardinal u. 8. Mai 1721 nachClemens XI. Papst (252.), ein wahrer Wohl-thäter seines Landes, eifrig für Kirchenzucht, haus-hälterisch, Feind des Nepotismus, ein entschiedener

Feind der Jesuiten, an deren Aufhebung er be-reits dachte; er st. 7. März 1724. Vgl. Mayer,Die Wahl I.' XIII., Wien 1874. «agai.'

Jnnominatcontract (Oontraatns innoml-nainbrsalis), ein unbenannter Vertrag, dem römi-schen Rechte eigen, bei welchem der Grund derKlagbarkeit dadurch gegeben wurde, daß von dereinen Seite etwas hingegeben oder geleistet wurde,wodurch der andere Theil die Verpflichtung zueiner anderen Gegenleistung übernahm.i-

In nomms (lat.), im Namen, im Auftrag, inVollmacht.

Innovation (v. Lat.), Erneuerung; (Bot.)das Treiben frischer Triebe; auch neuer oderJahrestrieb.

Innsbruck (Jnnspruck, im Volksmunde Spruck),Hauptstadt der gefürsteten Grafschaft Tirol undVorarlberg (Österreich), liegt reizend auf beidenUfern des Inn, über den hier eine eiserne Brücke,eine Kettenbrücke, ein eiserner Brückensteg u. eineEisenbahnbrücke führen (I. ist Station der Öster-reich. Slldbahn), unweit der Mündung der reißen-den Sill, zwischen 2-3000 in hohen, zerrissenenn. schroffen Kalkselswänden (Solstein, Braudjoch,Frauhlltt, Sattelspitzen) im N. u. dem Patsche»kofel, Waldrastcrspitz u. Sailespitz im S., am Be-ginne des Unterinnthals, das hier am breitestenist, 569 in ü. d. Meere u. besteht aus der eigent-lichen Stadt (der Altstadt) und aus den Vor-städten Mariahilf, St. Nicolaus und Dreiheiligen-oder Kohlstadt, zu denen auch noch die sich un-mittelbar an I. anschließenden Ortschaften Willenund Hötting gezählt werden müssen. I., da» 5öffentliche Plätze besitzt, unter denen der Renn-platz mit dem benachbarten Hofgarten reizendeGartenanlagen bieten, ist ein freundlicher, sehrreinlicher, mit guten Trottoirs versehener Ört.Von der Stadtbrücke bis zum Beginn der Neustadtsind sie mit Arkaden (Laubengängen) versehen; dieneueren Stadttheile haben breite, schöne Straßen,Trottoirs u. manche ansehnliche Gebäude. Unterden vielen Kirchen nimmt wegen ihrer Kunstwerkedie Franciscane» oder Hoskirche zum heil. Kreuzdie erste Stelle ein, die nach dem letzten WillenMaximilians I. unter Ferdinand I. durch Thuringu. Marc, della Bolla im Renaissance-Stile 1553bis 1563 erbaut wurde. In der Mitte des Haupt-schiffs steht das prächtige Grabdenkmal Maximi-lians I. (sein Körper ruht zu Wiener-Neustadt),ein Sarkophag aus Marmor, auf dessen Deckelder Kaiser in seinem vollen Örnate, von L. dclDuca lebensgroß aus Erz gegossen, betend kniet,n. dessen Seitenflächen 24 herrliche Marmor-Reliefs(meist vonAlexanderColins ausMecheln),disHaupt-begebenheiten aus Maximilians Leben darstellend,zieren. Dasselbe umstehen 28 eherne Kolossal-Standbilder von Regenten, Helden u. fürstlichenFrauen (meist aus dem Hanse Habsburg), zwischen1513 u. 1583 von Peter Bischer, den Brüdern Ste-phan u. Melchior Godl n. Gregor Löffler gearbeitet.In der Silbernen Kapelle, so genannt wegen einessilbernen Standbildes der heil. Jungfrau n. der ausgleichem Metall getriebenen Darstellungen der Lan-retanischen Litanei am Altar, stehen 23 Erz-Statn-etten von dem Hanse HabZburg verwandten Heiligenund befinden sich die Grabmäler des Erzherzogs

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