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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
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In natura. Jnnocentius.

In natücn (lat.), 1) leibhaftig. 2) in der Art,wie der Name etwas bezeichnet, z. B. Getreidei. u. liefern, wirkliches Getreide, nicht dem Welchenach an Geld.

nnere Mission, s. u. Mission,unerösterreich, wurden früher die österreichi-schen Länder Steiermark, Kärnten, Krain, Triest,Görz und Gradisca genannt, im Gegensatz zuBöhmen und den Vorderösterreichischen Landen,Breisgau, Frickthal, Falkenstein rc., abgesehen ohne-hin von Burgund, Ungarn rc.

Jnncr-Nhoden, s. Appenzell.

Innerste, Fluß in der preuß. Provinz Han-nover, entspringt ans dem Oberharz unweit Klaus-thal, durchfließt die Lauddrostei Hildesheim (Braun-schweig bei Langelsheim), verstärkt sich durch dieNette u. Lamme u. mündet nach 75 km langemLaufe bei Sarstedt in die Leine.

Jnncr-Szolnok (Belsö-Szolnock), Comitatim Großfürstenthum Siebenbürgen, im Lande derUngarn, grenzt im N. an das Ungar. ComitatMarmaros, im NW. an das Ungar. ComitatSzathmär, gegen W. an das Ungar. Com. Mittel-Szolnok, im S. an das siebenbürg. Comirat Do-boka und im O. an die Districte Bistritz u. Na-szöd; 3340 mkm (60,SS ÜHM) mit 138,304 Ew.(auf 1 (Dkm 41, in ganz Siebenbürgen 38). DasComitat ist fast ganz gebirgig durch das Läpos-Gebirge u. wird vom Kleinen u. Großen Szanios,die sich hier bei Dees vereinigen, durchflossen. Diemeisten Thäler sind fruchtbar. Die Erwerbs-quellen der Bewohner bilden hauptsächlich Acker-u. Weinbau, Viehzucht u. Bergbau auf edle Me-talle u. Eisen; auch gibt es im Comitate bedeu-tende Salzwerke. Eintheilung in 7 Stuhlbezirke.Hauptort ist Dees. H- Berns.

Innervation (v. Lat.), Fortleitung des Ner-venagens, geschieht in manchen Nervenfasern vonden Centralorganen nach der Peripherie (centri-fugale I.), so in den Nerven, die die Zusammen-ziehung der Muskeln und die Secretion gewisserDrüsen Hervorrufen; in anderen umgekehrt (cen-tripetale I.), so in den Empfiudungsnerven.

In nexu (lat.), in Verbindung, im Zusammen-hänge.

Jnnirhen, Marktflecken im Bez. Lienz der ge-fürsteten Grafschaft Tirol und Vorarlberg (Öster-reich), im Pusterthale an der Drau, Station derÖsterreich. Südbahn; 5 Kirchen, darunter diemerkwürdige Stiftskirche (ein ehrwürdiges Ge-bäude in romanischem Stile aus dem 12. Jahrh.),Collegiatstift (1142 gestiftet, 1785 aufgehoben u.1816 wiederhergestellt), Franciscanerkloster, er-giebige Handschuhsabrikation, Sauerbrunnen, imnahen Sextenthale ein Wildbad mit 3 Mineral-quellen; 906 Ew. I. steht auf der Stelle desrömischen Aguntum, das im Anfänge des 7. Jahrh.von den Wenden zerstört wurde. Bis 1803 ge-hörte I. zum Hochstift Freising, kam dann anÖsterreich, 1805 an Bayern, 1811 an Jllyrienund 1814 wieder an Österreich. H- Berirs.

Jnnocent (v. Lat.), 1) unschuldig; 2) un-schädlich.

Jnnocentius (Jnnocenz, lat. Name, d. i. derUnschuldige). I. Päpste. 1) St. I. I., vonAlbano gebürtig, folgte 402 als (41.) röm. Bischos

auf Anastasius I., Gegner der Donatisten, aberein Gönner und Vertheidiger des Chrysostomus,wirkte mit großer Energie für die Anerkennungder Suprematie des römischen Bischofsstuhlesentschied gegen die Makedonianer und Pelagianeru. erneuerte das Verbot der Priesterehe; er starb12. März 417 u. wurde canonisirt; sein Tag der28. Julius. Decrete von ihm in der Sammlungdes Dionysius Exiguus und Briefe, am vollständig-sten in Schönemauns kontlüoium Rom. spistoiasAsnuinas. 2) I. II. (Gregorius Papareschi),Römer aus der Familie der Guidoni, Abt desBenedictinerklosters St. Nicolai zu Rom und seit1118 Cardinal-Diakon, wurde von einem Theileder Cardinäle nach Honorius II. 1130 zum (170.)Papst ernannt, während die anderen Peter Leonisals Anaklet II. wählten. I. floh nach Frankreich,kehrte aber auf Verwendung Bernhards von Clair-vaux von Ludwig VI., vom Concil zu Etampesund bald darauf von Heinrich II. von Englandund dem deutschen König Lothar, ja 1134 vonder Synode zu Pisa anerkannt, 1136 mit demKaiser nach Rom zurück und wurde nach AnakletsTode 1138 allgemein als Papst anerkannt. 1139hielt er die (2.) allgemeine Lateransynode, vonwelcher Peter von Bruys u. Arnold von Bresciaverdammt und Roger von Sicilien in den Banngethan wurden. Dieser eroberte Apulien u. Capuau. sein Sohn nahm den Papst sammt den Car-dinälen gefangen, so daß I. Roger vom Bannlösen und als König anerkennen mußte. Seineunruhige Regierung schloß mit seinem Tode 23.Sept. 1143. 3) I. (III. sLando Sitinos), an-geblich ein Frangipani, wurde 1178 als vierterGegenpapst Alexanders III. von einigen Schis-matikern gewählt u. als I. III. geweiht. 1180 kamer in Palombara in Alexanders Gewalt u. wurdeiu ein Kloster zu Cava gesteckt. 4) I. III. (Lo-thar, Graf von Segni), war 1161 iu Anagni ge-boren. Nachdem er in Paris und Bologna seineStudien vollendet hatte, wurde er 1187 Subdia-conus, 1190 Cardinaldiakon und nach dem TodeCölestins III. 8. Jan. 111V zum (182.) Papstegewählt. Durch Talent, Kenntniß, Klugheit undMnth ausgezeichnet, herrschte er mit der Gewalteines Alleinherrschers über Kirche und Staat infast allen Ländern. Das Resultat seiner Bemüh-ungen um die Kreuzzüge war die Gründung einesLateinischen Kaiserthums, welches I. seinen Zweckenangemessen zu gebrauchen suchte. In Deutschlandwar Friedrich, Sohn des Kaisers Heinrich VI.,noch vor seiner Taufe als seines Vaters Nach-folger im Reiche anerkannt worden; aber J. scheutedie Vereinigung so vieler Kronen auf einem Haupte,belehnte Friedrich mit Sicilien und wurde dessenVormund (1198), wodurch er die Versöhnung de»Gneisen u. Ghibellinen vorzubereiten suchte. Indem Streit Philipps von Schwaben u. Ottos IV.um die deutsche Kaiserkrone nahm I. die Parteides Letzteren. Als aber Otto seine Ansprüche ausItalien geltend machte, that ihn I. in den Bannund erhob dessen Mündel Friedrich II. auf denKaiserthron (1212). In Frankreich zwang erPhilipp August durch Bann und Jnterüict, seineverstoßene Gemahlin Jngeborg wieder anznnehmsn(1201). 1204 machte Peter von Aragonien sein