Druckschrift 
Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
Entstehung
Seite
737
Einzelbild herunterladen
 

737

Jngrier -

besten Werke. Ihr folgte das Martyrium deshl. Symphorian (vollendet 1833) in der Kirchezu Autun. Seinen größten Erfolg aber verdankteer seinem historischen Genrebilde: Stratonike, dieGemahlin des Königs Seleukos von Syrien. I.hat über 700 Bilder (darunter auch Skizzen undStudien) u. über 100 kleinere Portraits geschaffen.Indessen überall fehlt Rhythmus u. freie Leben-digkeit der Anordnung, überall verräthsich Armuthan Erfindung, Mangel an schöpferischer Mannig-faltigkeit der Phantasie und Ungelenkigkeit derGruppirung; leider besaß I. auch keinen Sinnfür das Leben der Farbe. Doch zeigen seine durchtüchtige Zeichnung hervorragenden Werke den Reizdes Charaktervollen u. Eigenartigen. Seine Stärkeliegt in der Einzelfigur, namentlich im Portrait.Anderseits schilderte er den Reiz des weiblichenKörpers mit sinnlicher u. doch reiner Anmnth inuuverhüllter Nacktheit. Seine Quelle (1856 voll-endet) erscheint als wahre Apotheose des Mensch-lichen Leibes. 1834 ward er Direktor der römischenAkademie. Februar-Revolution u. Zweites Kaiser-reich kräftigten sein Ansehen; 1855 erhielt er dasGroßoffizierkreuz der Ehrenlegion u. 1862 ward erSenator, die größten Ehren, die in Frankreichdem Verdienste zu Theil werden können. Vergl.Blanc, I., so, vis eb sss ouvra^ss sbo.; Delaborde,I., sa vis, 8S8 travanx etc., beide Par. 1870. R-gnet.

Jngrier, Jschoren, die alten Bewohner derfrüher schwedischen Prov. Jngermanland, die jetzteinen Theil des ruff. Gouv. Petersburg bildet;sie sind finnischen Stammes (nach PetermannsMittheil., 1877, Taf. I, Finno-Karelier), habenjedoch bei ihrer engen Vermischung mit den siebeherrschenden Völkern großeutheils auch derenSitten u. Sprachen angenommen.

Jngrossiren (v. Lat.), l.) eine Schrift insReine u. in die gehörige Form bringen; 2) insHypothekenbnch eintragen; daher Jngrosjatiou,Jngrossator rc.

ln grosso (ital.), im Großen, Ganzen.

lnguon (Plur. InKrrina), die Leisten; Ingnrnalis,was sich auf die Leistengegend bezieht; Iksgio in-xmnalis, die Leistengegend, die Gegend, an derder Samenstrang resp. das runde Mutterbandans der Bauchhöhle heraustritt, d. i. ungesährdie Falte, die in der Beugung zwischen Ober-schenkel u. Rumpf entsteht.

Jnguiomar, Cheruskerfllrst, Oheim Hermanns,verband sich mit diesem 15 n. Ehr. gegen dieRömer u. wurde im Sturme ans Cäcinas Lagerverwundet. In der Schlacht von Jdistavisnsgegen Germanicns schlug sich I. durch, befehligtedann, da Hermann verwundet war, die Cheruskerallein u. ging im Kriege Hermanns gegen Marbod17 zu Letzterem über.

Jngul, 341 km langer Nebenfluß des Bugim ruff. Gouv. Cherson, entspringt nordwestlichvon Jelisawetgrad, fließt nach S. u. mündet beiNikolajew; nur für kleinere Fahrzeuge schiffbar.

Jnguletz, 556 üm langer Nebenfluß desDujepr im ruff. Gouv. Cherson, entspringt un-weit der Grenze des Gouv. Kijew u. fast nördlichvon Jelisawetgrad im Walde Nerubaja, fließtzuerst in östlicher, dann in südlicher Richtung u.Mündet oberhalb der Stadt Cherson.

Hlererö Nutoerjal-Lüiwersatious-LekNou. v Aust. X. ;

- Inhaber.

Jngur (Sigania der Alten), Küstenfluß desSchwarzen Meeres im ruff. Gouv. Kntaks (Trans-kaukasien), entspringt südöstlich vom Elbrus undmündet nördl. von Redut-Kaleh bei Anaklea, nach-dem er zum Theil die Grenze zwischen Abchasienu. Mingrelien gebildet hat. Am I. siegte 7. Nov.1855 Omer Pascha über eine russische Abtheilungu. erzwang sich den Übergang über den Fluß.

Inguschen, ein Stamm des Kaukasus, an denFlüssen Sundscha u. Sandschir wohnhaft, moham-medanischer Religion.

Ingweiler, Stadt im Kreise Zabern des Reg.-Bez. Unter-Elsaß (Elsaß-Lothringen), an der Moder;Fabrikation von Strumpfwaaren n. Streichhölzer»,Gerberei, Bleicherei; 1871 2249 Ew.

Ingwer, Pflanzengaltung, s. AinAibsr. Manunterscheidet im Handel verschiedene Sorten derWurzel u. des J-s: bengalischer, chinesischer (diebeste Sorte) u. weißer I. von Jamaika stammend,außerdem Barbados-J. Der I. wächst wild inOstindien, Madagaskar, Westasrika. In Amerikawird er auf den Antillen, Cayenne und Guianagebaut; auch in unseren Gegenden kann der I.gezogen werden. Die frische Jngwerwurzelbesteht aus mehreren mit einander verbundenenÄsten, so daß sie zuweilen handförmig erscheint,ist knollig, glatt, knotig und geringelt, äußerlichaschfarben, oder jung, weiß, auch wol röthlich; ihrFleisch ist nach Verschiedenheit des Alters baldzarter und grünlich, bald faseriger. Man unter-scheidet weißen u. schwarzen (braunen) I.; elftererist der bessere. Der Geschmack des J-s istscharf u. brennend, er wirkt wie Pfeffer, abermilder; die frische Wurzel wird auch mit Zuckeroder Syrup eingemacht. Jeder gute I. darsnicht hornartig oder holzig-faserig, sondern mußziemlich hart, dicht und nicht staubig und wurm-stichig sein; am Bruche ist er harzartig glän-zend. Matzet?

Jugweröl, durch Destillation der Wurzelknol-len von AnKibsr olüoinals erhaltenes brennend-gewürzhast schmeckendes Öl, vom Gerüche desIngwer, welches bei 246° siedet u. nach Papouskdie Formel OgoüissOs haben soll. Jungck.

Inhaber, 1) der eine Sache inne, in seinerGewalt hat, gleichviel ob recht- oder unrechtmäßig.Jnhaberpapiere, Papiere aus de» Inhaber(an portsur), Schuldurkunden, deren bloßer Besitzden Inhaber dem Aussteller derselben gegenüberberechtigt, die Lösung der Schuld zu fordern, imGegensatz zu den Papieren auf Namen (au nom),das sind Schuldurkunden, welche aus den Namenoder an die Ordre eines bestimmten Gläubigerslauten u. eben nur diesem das Recht der Forderunggeben. Vgl. Kuntze, Lehre von den J-papieren,Lpz. 1857; Unger, Rechtliche Natur der J-papiere,ebd. 1857; Poschinger, Die Lehre von der Befug-niß zur Ausstellung von J-papieren, Münch. 1870.2) I. oder Chef eines Regiments, in den meistenArmeen eine Ehrenstellung, die fürstlichen Personenoder verdienten Generalen verliehen wird u. wo-mit das Recht verbunden ist, die Uniform des betr.Regiments zu tragen. Früher hatte in einigenArmeen der I. auch noch andere Gerechtsame, wiez. B. die Ernennung der Offiziere bis zum Haupi-mann rc., was jedoch jetzt meist abgeschafft ist.

iZaud. 47