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Ingolstadt
Professor der Alterthumskunde ernannt, zog sichim Jan. 1854 von seinem Parlamentssitze zurücku. starb 5. Mai 1855 zu London. 2 ) HenryDavid, engl. Schriftsteller, geb. 1795 zu Edin-burg, studirte die Rechte, widmete sich dann aberganz literarischen Arbeiten u. hat namentlich durchseine Reisewerke sich einen Namen gemacht; starb1835 in London. Er schr.: Düs nsv 611 Lias(daher auch unter dem Namen Gil Blas be-kannt); Laiitarx valles in manx lanäs; 8 painin 1830, 2 Bde.; Izwol vitli a planes at La-varia, Lond. 1833 (deutsch Lpz. 1833), 2 Bde.;Lvltrisrlsnä, Konti» okLranos ancl tüsLzwönsss;lllravs1sinHorva/,8oIavsäsn anäLsnmarle, 1829;Lirannol Islands, Lond. 1834; Irsland in 1834,ebd. 1835; deissz?, 6 nsrnss^, 2 Bde., rc. Lagai.'
Ingolstadt, 1) unmittelbare Stadt mit 38 ,15Hjlcin, u. seit 1834 Festung ersten Ranges, ander Donau und von der Schütter durchflossen;an den bayerischen Staatsbahnen 1 ) München-Würzburg, 2) Regensburg-Augsburg, 3) I.-Donanwerth (demnächst bis Ulm). Die wichtigstenGebäude sind: das alte Residenzschloß der bayer. Her-zoge von Bayern-J. (jetztHauptzeughaus), die großegothische Pfarrkirche zu Unserer lieben Frau mitden Gräbern der Herzoge Stephan und Ludwigdes Höckerigen, des Or. Eck u. Feldherrn Mercy rc.,ein Ueberrest des ehemaligen Jesuiten-Colleginms,längere Zeit als Kaserne benutzt, das frühere Uni-versitätsgcbäude, nun längst den Volksschulen ein-geräumt, die neue evang. Kirche, das neue Zeug-haus, das Militär- u. das Civilkrankenhans, dasneue Waisenhaus. I. ist Sitz eines Festungs-gouvcrnenrs, hat mehrere kath.u. 1 evang. Kirche, 2Klöster, eine Latein-, Gewerbe- u. Fortbildungs-schule und einen (1865 gegründeten) HistorischenFilialverein. An der 1472 gestifteten Universität,die 1800 nach Landshut u. 1826 nach Münchenverlegt wurde, lehrten Conr. Celtes, Reuchlin, Eck,Canisius, Peteru. Philipp Apian, Urbanus, Armatin,Regius u. Weishaupt, der hier 1 . Mai 1776 denIlluminatenorden stiftete. Die Gewerbe bestehenin Bierbrauerei, Wachsbleicherei, Getreidehanüel.Die Zahl der Einwohner belief sich 1875 auf14,474 Köpfe, einschließlich der 4526 Mann star-ken Garnison. — Schon im Anfang des 9. Jahrh.war I. (Aureatum, späterhin Auri- oder Chry-sopolis) eine königliche Billa; Kaiser Ludwig derBayer erhob sie zur Stadt u. mehrere bayerischeHerzöge residirten hier; 1270 wurde es befestigt;1392 wurde I. Sitz der Linie Bayern-J., welcheStephan II. gründete und die mit Ludwig demBärtigen 1447 ausstarb. 1472 gründete HerzogLudwigderReichevon Landshutdie Universität; 1504kam I. au Bayern-München u. Herzog Wilhelm IV.ließ es seit 1539 befestigen. 1546 Lager der kaiserl.Armee unter Karl V. bei I., Anfang Sept. von demSchmalkaldischenBunde beschossen; 1632 vonGustavAdolf von Schweden blockirt, wo der Markgraf Chri-stoph von Baden an seiner Seite erschossen wurde u.Lilly an seiner bei Rain erhaltenen Wunde inder Stadt starb; im Spanischen Erbsolgekricge1704 von dem Markgrafen von Baden belagert;1743 wurde I. von den Franzosen an die Öster-reicher übergeben; im Juni 1800 den Franzosencingeräumt u. von diesen die Festungswerke ge-
— Ingres.
schleift; seit 1825 wurden dieselben im großartigstenMaßstabe unter König Ludwig I. wiederhergestellt.Vgl. I. N. Niederer, Xnnalss InAoIstad acmdsm.,Jngolst. 1792, 4 Bde.; Derselbe, Geschichte desköniglichen Meierhofes I., ebd. 1807; Gerstner,Gesch. der Stadt I., Münch. 1853; CarlPrantl,Geschichte der Universität Ingolstadt, München1872. Arendts.
In geanülls (lat.), in kleinen Körnern.
Jngrasfia, Joh. Phil., berühmter Anatomn. Arzt des 16. Jahrh., geb. zu Rachalbuto beiPalermo, studirte in Padua, wurde 1537 Professorder praktischen u. theoretischen Mediciu u. Ana-tomie in Neapel, wirkte hier so glänzend, daßseine zahlreichen Schüler ihm eine Statue errich-teten, mit einer ihn als Wiederhersteller der wah-ren Medicin und Anatomie preisenden Inschrift,ging 1560 nach Palermo zurück, wurde 1563Protomedicus von Sicilicn und den anliegendenInseln, erwarb sich die größten organisatorischenVerdienste während der Pest 1575 u. einen solchenRuf als Arzt, daß er der Sicilische Hippokratesgenannt wurde. Er starb 6 . Novbr. 1580 alseiner der ersten Anatomen, bes. Ostrologen u. Ent-decker des Steigbügels im Ohr. Lhamhoyn.
In geatlam (lat.), zu Gefallen, zu Gunsten.
Ingredienzen (Jngredientien, v. Lat.), inMischungen die einzelnen Stoffe, welche dieselbenbilden.
Jngremiation (v. Lat.), die Aufnahme ineine, bes. geistliche Körperschaft.
Ingres, Jean Auguste Dominique, be-rühmter sranzös. Historienmaler, geb. zu Montau-ban (südwestl. Frankreich) 29. Ang. 1780 (nicht15. Sept. 1781), starb zu Paris in der Nachtvom 13./14. Januar 1867. I. war der Sohneines Zeichen- u. Musiklehrers, erhielt früh Unter-richt nach beiden Seiten hin, malte dann beiDavid das Bild: Achilleus empfängt in seinemZelte die Gesandten Agamemnons, ganz im Stiledes Meisters, verrieth aber darin doch schon seinaußerordentliches Talent, ging 1806 nach Romu. machte sich dort den Antiken gegenüber ganzvon Davids Einfluß los. So entstanden seineVenus Anadyomene (erst 1848 vollendet), eineBadende und ein Oedipus vor der Sphinx, vollvon feiner griechischer Empfindung. Daraufstudirte er Rafael. Seine Kunst hatte nichts mitden Interessen seiner Zeit gemein; selbst in denbedrängtesten Verhältnissen des Jahres 1814 machteer dem Zeitgeschmack kein Zugeständniß. Im Salonvon 1819 erregten eine Odaliske und AngelikasBefreiung durch Rüdiger großes Aufsehen, aberauch scharfe Angriffe. Günstigere Aufnahme fand1824 sein Gelübde Ludwigs XIII., nun Altarbildim Dom zu Montauban, nach Rafaels Muster.I. hatte sein Ziel früh erreicht u. dann blieb sichseine Kunst fast zwei Menschenalter hindurch gleich,unempfänglich für die tieferen Bewegungen desmodernen Geistes. Seine Stoffe entnahm I. derantiken Sage u. Geschichte, seltener der christlichen,endlich noch der durch ihre eigene Schönheit wir-kenden Einzelgestalt. Doch malte er auch historischeGenrebilder ans der neueren Geschichte, nament-lich aus der Renaissance. Seine Apotheose Homers,ein Plasondbild des Louvre, gilt als eins seiner