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Indien.
der Ostindischen Gesellschaft in eine großbritannischeColonie nach dem Muster Ceylons wieder auf, u.am 3. Aug. 1857 vereinigten sich die Einwohnervon Calcutta zn einem Gesuche an das britischeParlament, daß es die nöthigen Maßregeln er-greifen wolle, die Regierung des Indisch-britischenReichesderOstindischenHandelsgesellschaft zu entzie-hen n.daslir die unmittelbare Negierung der Königinvon England einzusühren, mit einer öffentlichenGesetzgebenden Versammlung, den Bedürfnissendes Landes angemessen u. mit der britischen Ober-herrschaft verträglich, mit königlichen Gerichtshöfen,geleitet von Rechtskundigen von Fach u. mit derenglischen Sprache als Gerichtssprache.
General Havelock bei Bithur den 16. August,sowie General Nicholson bei Musafsarnaggar.nördlich von Delhi, erfochten neue Siege über dieAufrührer, bis endlich am 14. Sept. unter GeneralArchibald Wilson der Sturm auf Delhi begann,der in einen Straßenkampf überging, worauf am20. Sept. die Einnahme der Stadt erfolgte undam folgenden Tage der Feind gänzlich darausvertrieben wurde. Der alte Mogul fiel dabei inenglische Gefangenschaft. Fast zu gleicher Zeit(den 25. Septbr.) hatte sich Havelock der StadtLakhnau, der Hauptstadt von Audh, genähert, ent-setzte die Festung u. nahm unter fortwährendenheftigen Kämpfen bis zum 30. Septbr. die Ver-schanznngen des Feindes u. einen großen Theilder Stadt, mußte sich aber wegen Unzulänglichkeitseiner Streitkräfte ebenfalls in die Festung zurück-ziehen. General Colin Campbell war nun imOctober in I. angekommen u. hatte den Ober-befehl übernommen; er rückte über Cawnpore u.Alnmbagh zum Entsätze Lakhnaus heran, was eram 17. Nov. erreichte. Da indessen die großenVerluste das Heer zn stark geschwächt hatten,räumte er es u. zog sich auf Allahabad zurück.Auf dem Rückzüge starb Havelock an der Cholera.General James Ontram wurde mit 3500 Mannu. einer starken Artillerie in Alumbagh zurückge-lassen, während Campbell eiligst Cawnpore zu er-reichen suchte, um die in Lakhnau geretteten Frauen,Kinder u. Verwundeten nach Calcutta zu senden.In Cawnpore war der Brigadier Wyndham zurück-gelassen worden, um das empörte Contingent desStaates Gwalior zu beschäftigen. Der dortigeMahrattenfürst (Maharadscha) Scindiah blieb mitder Hauptstadt den Engländern treu, seine Truppenjedoch fielen von ihm ab u. stellten sich unter denBefehl Tantia Topis, eines ehemaligen Artillerie-hauptmanns, der nachmals den Titel Peischwaannahm; ein Trupp derselben erschien am 26. Nov.plötzlich bei Calpi, wurde zwar an diesem Tagevon Wyndham zurllckgedrängt, griff aber amfolgenden Tage von Neuem an, verbrannte dasLager der Engländer und trieb diese selbst in dieStadt. Ein Angriff der Rebellen am 28., wobeiWyndham fiel, wurde zurückgeschlagen. An dem-selben Tage erreichte Campbell Cawnpore, griffam 6. Decbr. die Truppen Tantia Topis an u.schlug dieselben vollständig; General Hope Grantverfolgte die Flüchtigen und nahm ihnen am 9.ihr sämmtliches Geschütz ab. Indessen verbreitetesich, besonders da Havelock und Campbell ver-geblich die Eroberung von Lackhnau, versucht
hatten, unter den Eingebornen der Glaube andas Gelingen des Aufstandes immer mehr. Über-dieß fehlte es dem Oberfeldherrn an ausreichen-der Mannschaft. Seit den letzten Tagen desOctober kamen zwar täglich neue Regimenter ausEngland in Calcutta an, aber sie hatten noch 200Stunden Weges bis zum Kampfplatz znrückzulegen.Es gelang jedoch Campbell, die Aufständischenin Audh vom nordwestlichen und von Mittelindienabzuschneiden und den freien Verkehr zwischenCawnpore und Agra und Delhi, sowie zwischenAllahabad u. Benares u. Calcutta herzustellen,indem er das Land zwischen dem Ganges undDschnmna, an welcher. Lakhnau liegt, unterwarfu. die Empörer von Farrakhabad besiegte. Aufdiese Weise wurden die feindlichen Truppen inAudh und Rohilkand von den Insurgenten imLande der Mahratten u. der Radschputen, sowievon denen in Bundelkund getrennt. Der Radschavon Nepal kam dabei den Engländern mit 9000Mann zu Hilfe.
Immerhin war die Lage der Engländer beiBeginn des Jahres 1858 noch eine sehr mißliche.Die Prov. Pendschab war infolge der energischenMaßregeln des Gouverneurs Lawrence noch inihrem unbestrittenen Besitz; auch rings um Delhibis an die Ufer des Setledsch war Alles unter-worfen; aber im O. in Rohilkand hatten sie Nichtsmehr und im ganzen Königreiche Audh nur nochAlumbagh. Im S. von Delhi gehorchten ihnennur noch Cawnpore, Agra u. das Duab. Dasganze Land der Radschputen stand gegen sie unterWaffen; im Lande der Mahratten waren die beidenHauptfürsten, Scindiah u. Holkar, treu geblieben,aber Scindiah war auf seine Hauptstadt beschränktu. hatte seine eigenen Truppen u. die Einwohnervon Holkar entwaffnen müssen, Bundelkund östlichvon den Mahratten u. südlich vom Ganges hattesich fast gänzlich befreit; sämmtliche englische Be-amten hatten sich in die Festung Sangor flüchtenmüssen, wo sie eng belagert wurden. Die Präsi-dentschaft Madras war ganz frei von dem Auf-stande geblieben, u. in der Präsidentschaft Bom-bay hatten nur einzelne kleine Abtheilungen sichverleiten lassen, die entweder nach dem N. ent-kamen oder niedergemacht wurden. Am 25. Jan.brach endlich das britische Heer unter Colin Camp-bell auf, um den Hauptsitz der Empörung, Lakh-nau und Audh, wieder zn erobern, während anverschiedenen anderen Punkten theils die Engländer,theils die indischen Bundesgenossen Siege erfochten.Es bedurfte noch blutiger Kämpfe, ehe er am9. März vor der Stadt ankommen konnte, die ernach wiederholten Stürmen endlich am 19. er-oberte. Der Rest des Feindes floh nach Rohil-kand u. Bundelkund. Bald folgten andere festeStützpunkte des Aufruhrs; am 5. April Dschhansi,am 30. März Kotah am Tschumbul, am 15. AprilRakschur. Der Aufstand fing an, auf engereGrenzen beschränkt zu werden. In Mittelindienbesiegte Sir Hugh Rose die Empörer in mehrerenSchlachten, entscheidend am 22. Mai bei Calpi,eroberte am 17. Juni Stadt u. Festung Gwaliorund setzte den geflohenen Scindiah wieder in seinReich ein. Im N. verfolgte der Oberbefehlshaberselbst die flüchtigen Rebellen, nahm am 1. Mai