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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
Entstehung
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Indien.

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fällen die der Kuru aus ihrem Reich iu Hastina-pura zwischen Ganges u. Dschumna verdrängte,im Ramajana der Zug Ramas, des Königsohnesvon Ajodhja, nach S. u. die Eroherung von Ceylonmit Hilfe des Affenkönigs Hanuman, die Schil-derung des allmählichen Vordringens der arischenCultur nach S. hin. Sicher ist anzunehmen,daß schon frühzeitig, auch auf friedlichem Wege,durch bekehrungseifrige Priester und Anachoretenarische Sitte und Religion zu den Völkern desDekhans gelangte, wenn sie vorläufig meist auchnoch an den Küsten hängen blieb. Noch vor derbuddhistischen Zeit gelangten hier an der SSpitzeu. der jetzigen Küste von Coromandel die brah-manischen Reiche Pandja, Tschola u. Tschera, dienach einheimischen Berichten sämmtlich von Ajodhjaaus begründet wurden, zur Blüthe. Eine größereBewegung veranlaßte im 6. Jahrh. v. Chr. dieEntstehung des Buddhismus (s. d.), welchezeigt, daß schon damals das Gebäude,des indi-schen Staates und der brahmanischen Lehre imWesentlichen bereits vollendet waren. Der Budd-hismus fand seine Entstehung in dem altenMadhjadeya, dem Stromgebiet des Ganges undDschumna od. specieller im alten Magadha, demjetzigen Bahar; es zerfiel in der damaligenZeit iu eine Anzahl kleiner Fürstenthümer, dar-unter Ajodhja od. Saketa (Audh), Vachali, Kapi-lavastu, Kaxi od. Varanasi (jetzt Benares). I»der Zeit nach Buddhas Tode erscheint Pataliputra(Palimbothra, jetzt Patna), als die Hauptstadt eineseinheimischen Reiches.

Gering waren bis zu dieser Zeit die Berühr-ungen mit den auswärtigen Völkern gewesen.Die Inder selbst, die im Lauf der Geschichte über-Haupt nie durch eigene Kraft zu einem einheit-lichen Reiche sich vereinigt haben, führten keineEroberungskriege; die ihnen drohenden Angriffeder Assyrer unter Ninos u.Semiramis find, wennihnen überhaupt historische Glaubwürdigkeit beizu-messen ist, jedenfalls erfolglos gewesen; die Be-ziehungen beschränkten sich auf einen mäßigenHandelsverkehr sowol zu Lande als zur See durchdie Phöniker (Ophirsahrten). Erst mit dem ZugeAlexanders d. Gr. begann der Verkehr n. die Be-kanntschaft lebendiger zu werden. Schon vorherhatten allerdings die Perserkönige, wenigstens imnordwestl. Theile, festen Fuß gefaßt. Darms I.sandte den Griechen Skylax von Kaspalyros(Kaschmir) aus mit einer Flotte den Jndos hinab,und »ach dessen Rückkehr (nach 30 Monaten) er-oberte der König das Land am Judos (Gedrosien),machte es zur 12. Satrapie ».erhob aus demselbeneinen Tribut von etwa 7 Mill.Thalern. Sein Nach-folger Terxes hatte dortige Völker mit in seinemgegen Griechenland entsendeten Heere. Auch indem Heere von Darms III. bei Arbela erscheinenInder u. (zum ersten Mal in der Geschichte) auchindische Elcphanteu als Kriegswerkzeuge aufgeführt.Alexander selbst, nachdem er Persien erobert (s.Alexanders d. Gr. asiat. Feldzug), überschritt 326den Indus, zersprengte unter schwerem Verlust beiDschalam am oberen Hydaspes (Dschilam) das ind.Heer unter dem K. Poros u. drang dann weiterbis zum Hyphasis (Setledsch), wo der Widerwilleseines Heeres ihn umzukehren zwang. Auch das

Pendschab zerfiel, gleich dem östlichen I., damalsin ein Reihe kleinerer Staaten, so des Poros,Taxiles, Abisares (des König von Abhisara, dessenHerrschaft bis nach Kaschmir reichte), des Musi-kanos u. Portikanss am unteren Indus u. freier,kriegerischer Völkerschaften, so der Kathäer undMaller am oberen Hyarotis, die noch nicht derbrahmanischen Kastenordnung sich gefügt hatten.Eine vollständige Unterwerfung konnte nicht inder Absicht des makedonischen Königs liegen; erbeließ daher die einheimischen Herrscher in ihremBesitz u. unterstellte sie nur der Oberaufsicht vonzwei Satrapen, dem des unteren u. oberen I-s,zu deren Stütze zahlreiche Besatzungen selduntüch-tiger Soldaten in den neugegründeten Städtenznrllckblieben. Doch schon 317 waren beide wie-der durch einen einheimischen Aufstand verdrängt,der aber die nun regeren Beziehungen zwischen demHellenismus u. I. nicht mehr zu hindern vermochte.Der Begründer des neuen einheimischen Reichesder Maurja-Dynastie im östlichen I. warTschandragupta (der Sandrakottos der Griechen)mit der Hauptstadt in Pataliputra (Patna); seinReich dehnte sich vom Ostufer des Indus biszum Ganges aus und umfaßte auch Gudscherat.Mit Seleukos Nikator stand er anfänglich imfeindlichem, dann in freundlichem Verhältniß; erschenkte ihm 500 Elephanten u. empfing die Ge-sandtschaft des Megasthenes an seinem Hose. Nochbedeutender tritt sein zweiter Nachfolger, Asoka(263226, s. d.) hervor, der Beförderer desBuddhismus, dessen Reich außer den Landstreckenim östlichen I. sich über Gudscherat u. Kaschmirim W. und über Kalinga an der OKüste desDekhan erstreckte. Seitdem unterhielten die Se-leukiden u. Lagiden einen freundlichen Verkehr miteinigen Fürsten im Brahmanenlande, wozu sieschon die an Wichtigkeit immer zunehmende Han-delsverbindung der Reiche Syrien und Ägyptenmit den östlicheren Staaten bewegen mochte.

Im äußersten W. von I. dagegen blieb dergriechische Einfluß ungeschwächt. Ungefähr umdas Jahr 240 v. Ehr., wo auch die ParthischeMacht sich zu bilden anfing, ward Baktrien (s. d.),welches auf Jahrhunderte ein Mittelpunkt fürgriechische Cultur u. griechische Sitte wurde, zueinem selbständigen Staate erhoben. Begründerdieses Jndobaktrischen Reichs war Diodotos,dessen Dynastie doch schon nach einigen Jahrzehn-ten (um 200 v. Chr.) durch den Magnesier Eu-thydemos vom Throne gestoßen wurde. Zwarerlag Letzter 210 dem Syrerkönig Antiochos demGroßen, der mit einem griechischen Heere bis gegenBaktrien hin vordrang, doch blieb Euthydemcsin seiner Herrschaft ungeschmälert. Baktrien hatteseitdem von den Seleukiden nichts mehr zufürchten. Sein Sohn Demetrios (feit 205 v.Chr.) konnte daher seine Herrschaft weit nach I.hin bis über Gudscherat ausdehnen. Nach derErmordung des Eukratides (regierte etwa seit 180)entstanden Wirren in dem Jndobaktrischen Reiche,welche seinen baldigen Verfall unter den Waffen derParther herbeiführten. Etwas jünger ist die Dyna-stie der Griechisch-Indischen Könige, deren StifterApollodotos, mit dem Sitz im Pendschab war uderen mächtigster Menandros um 140 v. Chr. die

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