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Indien.
bis nach dem Hafen Beypur, mit Seitenliniennach Bangalore in Maisur. 4) Die Bombay.Baroda- und Central-Jndia-Bahn, von Bombaynach N. über Snrat, Baroda nach Ahmedabad.
5) Die Sindh-Eisenbahn von Karratschi an derJndusmllndung bis Kotri, Haidarabad gegenüber.
6) Die Pendschab-Eisenbahn von Multan bisAmritsir zum Anschluß an Linie 1). 7) Die Ost-Bengalische Bahn (Lastern LsnAirl), von Cal-cutta nach Goalbana am Zusammenflüsse desGanges u. Brahmaputra. 8) Die Laloutta 8.Lastern, von da bis Mutla zur Umgehung derGanges-Schifsfahrt. 9) Die Große SüdindischeEisenbahn von Nagapattanam über Tritschinopolibis zum Anschluß an die Linie 3). In Ausführ-ung dieser Linien sind große Terrainschwierigkeitenzu überwinden gewesen. Der Passagierverkehrbetrug auf allen (1875) die Zahl von 24,280,459Personen. Zahlreiche einheimische Beamte (96,000)sind an ihnen angestellt. DiePost beförderte 1874/75auf 3492 Bnreaux 104,353,076 Briefe, 9,365,586Zeitungen. Die Telegraphenlinien betrugen 31. März1874 26,452 lcm u, Stehen in directem Anschlußnach England (s. Indoeuropäische Telegraphenge-fellschaft). In den Gegenden, die noch nicht voneiner Bahn berührt sind, ist noch der Transportdurch Karawanen üblich, die bis zu bedeutenderGröße anschwellen. Namentlich ist dies noch Regelfür den Verkehr von Peschawar nach Afghanistan u.weiter. Das Reisen in den eisenbahnlosen Gegendengeschieht von Wohlhabenden vermittelst der Palankin,einem an Bambnsstangen hängenden Kasten, dervon 4 Trägern im Trab getragen wird. Sehrvornehme Personen bedienen sich auch wol der Ele-phanten als Transportmittel. Hauptstadt desganzen anglo-indischen Reiches ist Calcutta (s. d.);von der großen Anzahl anderer bedeutender Städtegehören zu den über 100,000 Ew. zählenden: Ban-galore, Patna, Bareilly, Allahabad, Cawnpore,Agra, Benares, Lucknow, Delhi, Amritsir, Ahme-dabad, Bombay, Baroda, Madras, Nagpnr, Hai-darabad. Mit Europa steht I. in Verbindung durchdie engl. Dampsschifsgesellschaft der Leninsnlai anäOriental Oompanz-, welche wöchentlich einen Dam-pfer von London über Gibraltar, Malta, Alexan-dria, Suez, Aden abwechselnd nach Bombay, ab-wechselnd direct über Ceylon und Madras nachCalcutta sendet, durch die sranz. der LIsssagsiissmaritimes, welche von Marseille aus demselbenWege über Pondichery nach Calcutta führt, durcheine Linie des Österreichischen Lloyd von Triestdurch den Suezkanal nach Bombay u. durch mehrereandere seltener fahrende. Die beiden elfteren Linienbesorgen auch den Verkehr mit Hinter-Jndien, Chinau. Australien. Die Verkehrsmünze ist die Silber-Rupee (Rupie) ä 16 Annas ä 12 Pies — 2 U;eine höhere der Gold-Mohur ä 15 Silber-Rupien— 29,gz Ll. Eine Rechnungsmünze ist das Lack-(— 1000) Rupien. Gewichte: der Maund —33,g,g Lx, in Madras — 11,^ kx, der Kandy(s. d.). Bei den Längen- und Flächenmaßen istseit 1870 an Stelle der früheren (Gaz od. Guz,Cnlit, Bigha) der Meter eingesührt.
IV. (Gesch.). Die älteste Geschichte des In-dischen Volkes ist in noch weiterem Umfang als dieanderer in Dunkel gehüllt aus dem Grunde, weil
eine eigentliche Geschichtschreibung bei den alten -Indern nicht zur Entwickelung gelangt ist n. diewenigen dazu zu rechnenden auf uns gekommenenSchriften weit mehr den Charakter phantastischerSpeculation und mythologischer Dichtung an sichtragen als Thatsachen zur Aufhellung der älterenVerhältnisse bringen. Was daher von der ältestenGeschichte zu berichten ist, sind Rückschlüffe unkErgebnisse der vergleichenden Sprachforschung so.wol als der Durchmusterung der Veden und deralten Nationalepen. Für die spätere Zeit, vonBuddha bis auf die mohammedanische Eroberung, >liefern die griechischen und römischen Schriftstellermanche Notizen, welche sich mit Hilfe einer sichimmer mehrenden Anzahl von Münzlegenden undInschriften controliren u. zu einem noch freilichsehr lückenhaften Bilde von dem Entwickelungs-gange des indischen Volkes verknüpfen lassen.Auch bieten die Schriften der Buddhisten, wienamentlich die annalistischen Werke im Pali (s. d.su. Reiseberichte chinesischer buddhistischer Mönche,wie von Hiuen-thsang n. Fahian, Letztere für dieZeit vom 5.-8. Jahrh. n. Chr., vieles Brauch,bare. Die Resultate der vergleichenden Sprach-forschung haben klar gelegt, daß die herrschendeKlasse in I. ein Zweig der großen Indogerma-nischen (s. d.) Völkerfamilie war, der von Westenher aus dem Hochland von Iran, wo er noch ver-eint mit den Jraniern gesessen hatte, vor An-fang der Geschichte über den Indus in Indieneindrang. Sie stießen auf eine schon ansässigeUrbevölkerung von dunkelerer Farbe u. geringererCultur, welche sie zum Theil unterjochten undsich vermischten, zum Theil in die Gebirge unddas Hochplateau des Dekhan zurückdrängten, wosich zahlreiche Reste noch bis auf den heutigenTag erhalten haben. Zu diesen gehören die Bhil,Sonthal und andere unter dem Namen Munda-völker zusammengefaßte (s. oben III) u. die Dra-vida (s. d.) im Dekhan. Ursprünglich wol mehrder Viehzucht, als dem Ackerbau sich hingebend, !
scheinen sie längere Zeit ihre Wohnsitze im Pen- '
dschab festgehalten zu haben, bis die überhand-nehmende Bevölkerungsanzahl od. andere Ursachen !sie zur Besetzung der Flußthäler der Dschumna !u. des Ganges antrieben. In diese Zeit, die umdas Jahr 2000 v. Chr. gesetzt wird, fällt die Ent-stehung u. Ausbildung des Kastensystemts, in wel-ches die unterjochten Urbewohner als vierte Kasteeingefügt wurden und dessen giltige Abschließungnicht ohne heftige, noch in mythischen Erzählungenberichtete Kämpfe zwischen Brahmanen und Ksha-trija zu Stande gekommen zu sein scheint, unddie Entwickelung der Religion und Cultur über-haupt. Anfangs mögen die allmählich Vordringen- 'den arischen Schaaren kleine Staatsgemeinschafte»gebildet haben, welche unter Häuptlingen aus derKaste der Kshatrija standen; mit der Zeit ent-standen aber größere Reiche, so Ajodhja (Audh),Magadha (Bahar), Kaschmirs (Kaschmir), vondenen mythische Königsreihen überliefert sind.Dichterisch ausgeschmückte Erzählungen alter ge- ^schichtlicher Ereignisse gibt auch der Hauptinhaltder beiden altindischon Epen: im Mahabharatader Kampf der Pandu u. Knrn, die Schilderung, ^wie die Dynastie der Pandu nach manchen Wechsel- ^