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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
Entstehung
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Indien.

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Die einheimischen Truppen, die Seapoys (imGanzen ungefähr 130,000 Mann), werden unbe-schadet ihrer Religion oder Kaste durch Werb-ung eingestellt u. in Regimenter vertheilt; nur dieGorkha (s. d.) haben das Vorrecht, eine selbstän-dige Truppe zu bilden; in den anderen stehennamentlich viele Brahminen u. eine große Anzahlsunnitischer Mohammedaner durcheinander. Dieoberen Osfizierschargen sind durchaus Engländer;die unteren (Havildar, Dschemadar) Eingeborene,welche bis zum Hauptmaun (Subahdar) steigenkönnen. Das Schulwesen ist, aller Anstrengungender Negierung ungeachtet, noch sehr zurück; gegen70 »/ der Bevölkerung bleiben ununterrichtet.Von ländlichen Schulen mit dem gewöhnlichenElementarunterricht (PatschalainBengalen, Halka-bendi in den NWProvinzen genannt) gab es 1875zusammen 38,000 mit ij Mill. Schülern, vonmittleren in den Städten mit etwas erweitertemProgramm 2506 mit 145,000 Schülern, an höheren(Highs Schools), die sich den deutschen Gymnasiennähern, 350 mit 60,000 Schülern. Ferner hatdie englische Regierung drei Universitäten zu Cal-cutta, Bombay u. Madras gegründet mit Facul-täten in Jurisprudenz, Technik, Medicin u. freieKünste, mit denen Cvllegien als Mittelglieder nachenglischem Vorbild in Zusammenhang stehen, wiedas Sanskrit-Eolleg zu Calcutta, das Deccan-C.zu Puna, das Elphinstone-C. zu Bombay. DieGründung einer mohammedanischen Universität ist1877 erfolgt. Endlich beginnen die neu gebildetenFachschulen sich des lebhaften Zuspruchs der Be-völkeruug zu erfreuen, wie die Museen in denHauptstädten anfangen, sie mit ihrem Lande be-kannt zu machen. Eine Anzahl Gelehrter Gesell-schaften, an denen auch Eingeborene mit Erfolgtheilnehmen (die LonZal Lovietz-, Lomba^ 8 c>-oist^ u. s. w.), haben sich die Erforschung desLandes nach allen Richtungen hin zur Aufgabegemacht.

Die wesentliche Bedeutung J-s aber, wie fürEuropa so im Besonderen für England, beruht inseiner Handelsstellung. Es liefert diesem Landeseine Naturschätze u. Rohproducte, um dafür dessenFabrikate in Eintausch zu empfangen. Eine Über-sicht über die Bewegung des Handels gibt dasErgebniß des Jahres 1873/74:

Einfuhr

(in Tausend Pfd. Sterl.)Sämereien. Früchte SISColonialwaaren, Thee 89S

Getränke.1S02

Kohlen.740

Spinnstoffe, Baumwolle,

Jute, Seide . . 787

Droguen, Harze, Che-mikalien . . . 1122

Salz.8SS

Garne u, Gewebe . . 19062Andere Fabrikate . > 5074Verschied. Maaren . 246482594

Edle Metalle . . . 5792S8SS6

Ausfuhr(in Tausend Pfd. Sterl.)

Getreide, bes. ReisSämereien, Früchts .Colonialwaaren . .

Holz.

Spinnstoffe. Jute,Baumwolle . .Häute u. Felle . . .Droguen, Chemikalien

Opium.

Garne u. Gewebe . .Andere Fabrikate . .Verschiedene Maaren

6548

2SS1

8771

605

1S117

2618

4974

11S42

2218

92

ISIS

Edle Metalle

54961. 1914

S687S

Mit diesen Zahlen ist nur der Werth der demAusland gegenüber in- und exportirten Maarenausgedrückt; innerhalb der einzelnen Landesgebietefand außerdem noch ein Umsatz im Werth von85 Mill. Pfd. St. statt. In die Augen springt

der durchgreifende Unterschied der Einfuhr- undAusfuhrgegenstände; während die letzteren zuRohproducte sind, sind die ersteren zu ^ Fabri-kate. Es hängt dies zusammen mit der britischenHandelspolitik, die in I. einerseits ein Feld fürgroßartige Ausbeutung der Naturschätze mit eng-lischem Capital u. einheimischer Arbeitskraft sicherrang, anderseits ein weites Terrain für denAbsatz der heimischen Fabrikate sich zu erobernstrebte u. dies, unter Lahmlegung der einheimischenIndustrie, auch erreicht hat. Die wichtigsten undfortwährende Steigerung erfahrenden Ausfuhrpro-ducte sind: rohe Baumwolle, Jute, Thee nachEuropa, Opium nach China. Auch mit Reis u.Cerealien fängt I. au, auf dem europäischen Landezu concurriren, wenngleich sein eigener Bedarfkolossal,ist. Ein anderes Moment ist der stetigestarke Überschuß der Ausfuhr über die Einfuhr,der zur Ausgleichung die Sendung von Metallnach I. bedingt u. dadurch dies Land zum Re-gulator des Silberwerthes für Europa gemachthat. Die Silbereinfuhr dorthin betrug 185256 6 , 04 , 185761 12,186264 14,186569 --- 6 ,so, 187074 4, Mill. Pfd.Sterl. Den Transport der lediglich auf demSeewege verschifften Maaren vermittelten 9157Schiffe; außerdem waren noch 21,000 Schiffe imKllstenhandel thätig. Noch in den Anfängen istdagegen der Landhandel nach N. und O. hin,woran sowol die Schwierigkeit der Wege, als diemeist verwirrten Verhältnisse der angrenzendenasiatischen Reiche Schuld tragen. Der Versuch,im O. eine Straße in das innere China zu finden,ist wiederholt gescheitert (vergl. Jünnan); nachCentralasten über Kaschmir beziffert sich der Um-satz auf ungefähr 4 Mill. Pfd. Sterl. Zur Er-leichterung des Verkehrs bestehen Bank-ComptoirSin Calcutta, Allahabad, Lahore, Nagpur, Madras,Tritschinopoli, Bisajapatam, Bombay, Karratschi.Unter den einheimischen Betreibern des Handelssind in Bombay die einflußreichsten die Parsen,von Hindus die Bauianen u. Khatri.

Eine wesentliche Beförderung gibt dem Handels-verkehr das von der britischen Regierung in denletzten Jahrzehnten mit Consequenz durchgesührteEisenbahnnetz. Die Zahl von 45 üm im Jahre1853 war bis 31. März 1875 bis 10,153 imBetrieb befindliche km gestiegen, während nochüber 4000 km im Bau begriffen waren undstreckenweise der Vollendung entgegengehen. Diebedeutendsten Linien sind: 1 ) Die der'OstindischenEisenbahn-Compagnie (Last Inckian railivazO, vonCalcutta über Monghir, Allahabad, Cawnpore,Agra, Delhi nach Lahore im Pendschab, von wodie Fortsetzung bis Peschawar im Ban; außerdemmehrere Seitenlinien. 2 ) Die Große IndischeHalbinselbahn ( 6 rsat luäian psninsula), einZweig von Bombay über Calliani nach N. durchdie Central-Provinzen, wo eine Seitenlinie nachNagpur abgeht, bis Allahabad zum Anschluß anLinie 1 ), ein Zweig über Calliani nach S., anPuna vorbei durch Haidarabad bis Bajedschuram Kistua zum Anschluß an die MadraS-Bahn.3) Die Madras-Eisenbahn-Gesellschaft, von Madraiein Zweig nach N. zum Anschluß an die vorigeein Zweig nach SW. durch die Halbinsel hindurc

Vierers Nniverfal-Conversations-Lekikon. 6. Aust. X. Band.

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