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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
Entstehung
Seite
683
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Indien.

Namen der Munda-Völker zusammengefaßt. Znikmen gehören die Stämme der Berglandschaftenvon Tschota Nagpur, die Kolh, Sonthal, Bhn-midsch, die Kuli od. Kolh in Gudscherat, die Ra-musi bei Puna, die Pindari im Vindhja, die Katkarin den WGHat, die ausgebreiteten Bhil (s. d.),die Mera u. Mina in Adschmir. Außerdem findensich noch eine Anzahl von Stämmen in den mittlerenu. unteren Abhängen des Himalaja, deren nähereStellung im Einzelnen streitig ist. Zum Theilfind siewol ind. Aboriginerstämme, theilweise Verwandtedes tibetischen, theilweise (in Assam) des birmanischenStammes; in eine ungesunde Natur gedrängt, ha-ben sie es nicht über eine untergeordnete Stellunggebracht. Dazu gehören in Assam die dem Lo-hita- (birmanischen) Stamme verwandt scheinendenAbor, Daphla, Akha, Miri, die Dhimal in Sik-kim, die Denvar und Dahari an der Grenze vonNepal, die Tschepang in Nepal, die Ravat u. Dom(s. d.) in Kamaon u. Garwhal; ein tibetisch-arischerMischstamm sind die Lepscha in Sikkim. Nächstdiesen in I. einheimischen Völkern, die häufig auchunter dpn Gesammtnamen Hindu (s. d.) zusam-mengefaßt werden, gibt es noch verschiedene Völker-Elemente in J., deren Einwanderung in historischeZeit fällt. Dahin gehören die sogen. Mongolen,die Nachkommen der mohammedanischen ErobererJ-s, die meist türkischen u. persischen Ursprungswaren und sich noch gegenwärtig meist des Per-sischen, theilweise auch des Hindnstani bedienen.Zn Herren des Landes geworden, haben sie auchden Islam über einen ansehnlichen Theil derHindubevölkerung ausgebreitet u. sich mannigfachmit derselben gemischt. Ebenfalls durch die Er-oberung eingedrungen sind die Afghanen, hierRohilla genannt, die ebenfalls dem Islam folgen.Letzteres gilt auch von den Arabern, die schon sehrfrühzeitig sich namentlich in den Städten au derKüste Malabar niedergelassen haben (wie in Ca-licut, Goa) u. in allen Stücken ihren Sitten u.ihrer Sprache treu geblieben sind. Die Mischlingeder Araber u. Hindu heißen Moplah od. Mapilla,u.find ebenfalls Mohammedaner. Die Parsen (s.d.),welche namentlich in Bombay und Surat, sowieden benachbarten Handelsplätzen leben, aus Per-sien eingewandert sind und ihren Feuerdienst bei-behalten haben, sind meist Kaufleute, z. Th. un-gemein reich, höchst intelligent u. thätig u. habensich stets als die treuesten Anhänger der britischenHerrschaft erwiesen. Juden sind theils weiße, an-geblich die Nachkommen der im Babylonischen Exil,wahrscheinlich erst nach der Zerstörung Jerusalemsdurch Titus eingewandert, die aus der Küste vonMalabar einen eigenen Staat bilden, einst auf80,000 Familien gemehrt, jetzt sehr herabgekom-men; theils schwarze, zum Judenthum bekehrteEingeborene, die über die ganze Halbinsel zer-streut sind. Die Zahl der Europäer ist gegenüberden vielen Millionen Einwohnern äußerst gering.Die bei Weitem meisten sind Engländer; Portu-giesen, einst die herrschende Macht aus der WKüste,finden sich nur noch in den Städten der Küste Ma-labar, namentlich zu Goa und Diu, Franzosenleben außer in ihren Colonien nur wenige in denHauptstädten; die Zahl der Dänen in ihren frühe-ren Besitzungen ist sehr gering; Holländer haben

sich auf Ceylon erhalten. Die Nachkommen derEngländer von Hindufrauen werden Half-cast od.Eurasier, die der Portugiesen Topassts genannt.In den Küstenstädten leben außerdem noch desHandels wegen Armenier und Chinesen, welcherletzteren Zahl im Steigen begriffen ist.

Außerdem ist die Hauptmasse der Bevölkerung,die unter dem eigentlichen Namen der Hindu begrif-fen wird, nach religiösen, socialen u. historisch-politi-schen Verhältnissen in eineMenge einzelner Stämmeund Abtheilungen geschieden. Wenngleich die alteKastenordnung (s. oben I.) durch die Gewalt derVerhältnisse nicht in ihrem ganzen Umfange hatsich erhalten können, so hat sich doch die von Al-ters her eingeimpste Anschauung der Bevölkerungvon der Erblichkeit der Beschäftigung und in ge-wissem Grade auch die Anerkennung der höherenGeburtsstellung eines Angehörigen einer höherenKaste bis jetzt erhalten. Und obschon der politischeEinfluß der Brahmanen durch die nun schon seitJahrhunderten währende Fremdherrschaft gebrochenworden ist, so hat ihr priesterlicher u. damit ver-bundener socialer Rang in vielen Gegenden im-mer noch keine Einbuße erlitten. Von den socia-len Klassen des jetzigen J-s sind die bemerkens-werthesten: 1) Die Brahmanen, die schon längstihren eigentlich priesterlichen Charakter anfgegebenu. sich z. Th. anderen Beschäftigungen hingegebeuhaben, in denen sie die höhere Intelligenz reprä-senliren. Sie sind über ganz I. verbreitet, durch-gängig ein schöner, kräftiger Menschenschlag, sehrtüchtige Soldaten, vielfach als Beamte verwandt,theilweise auch gewerblicher u. kaufmännischer Be-schäftigung hingegeben, als Spione wegen ihrerreligiös geheiligten Unverletzbarkeit von Seiten desVolkes gern benutzt. Nach den Wohnsitzen zer-fallen sie in die Gaur od. nördliche Brahmanen,d. h. die in Hindostan wohnhaften, u. in Dravidaod. südliche Brahmanen, welche wegen verschiede-ner religiöser Gebräuche in Differenzen stehen»Eine andere Gliederung, ohne Rücksicht auf denWohnort, ist die nach confessionellen Rücksichten,je nachdem der Cnltns des Gottes Siva od. desVischnu in den Vordergrund gestellt worden ist.Die weitaus größte Anzahl gibt sich, wie schonbemerkt, weltlichen Beschäftigungen hin; von denen,die allein noch der Religion leben n. ein priester-liches Amt bekleiden (Baidika), unterscheidet mandie Guru oder Svami, die Klostergeistlichen, diehöchste geistliche Autorität, denen alle Entscheidungin derartigen Dingen zukommt; die Pnrohita,welche den äußeren Gottesdienst für das Volk u.Privatleute, meist nur gegen reiche Sporteln, be-sorgen; die Dschjotischa, die Astrologen, welche diepriesterlichen Verrichtungen für die niederen Kastenverrichten u. nebenbei allerlei astrologische Prophe-zeiungen über Wetter u. A. verkünden, und diePudschari, Tempeldiener, welche die Opfer dar-zubringen haben. 2) Die Khatri, dem Namennach Nachkommen der alten Kshatrija, jetzt aberHandelsleute, im Pendschab wohnhaft. 3) DieBanianen (s. d.) od. Banija, gleichfalls geschickteHandelsleute. 4) Die Kajath (Kaith), eine Be-amtenkaste (ursprünglich Schreiber) in Bengalen,denen 5) die Parbhu in Gudscherat gleichen. 6) DieAhir und Gwala, Stämme, die sich in Nadsch-