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Indien.
Mango. Wohlschmeckende Austern bietet dasBrahmaputra-Delta. Zahllos endlich ist das Heerder Jnsecten, glänzender sowol und in das Augefallender als quälender u. schädlicher, welche durchdie Hitze und Feuchtigkeit erzeugt werden. DemEinwohner treten mehr die letzteren mit ihren oftunwiderstehlichen Eigenschaften entgegen, die Skor-pione, Spinnen, Motten, Ameisen, vorzüglich dieunablässige Plage der Moskitos. Verheerend wirktoft auch die Verbreitung der Heuschrecken. Vonnutzbringenden seien erwähnt der Cochenille- u. derSeidenwurm. Der schon im Alterthum gerühmteReichthum an edlen Metallen und Mineral-schätzen hat sich noch bis in die jetzige Zeit erhalten,wenngleich ihre Lage zum Theil noch unbekannt istu. sie noch des Abbaues harren. Gold wäscht manaus dem Flußsande des Indus bei Attok, desGanges in Rohilkaud, u. findet es im Bias, inAssam, an mehreren Stellen des Dekhan, so inMaisur, den Nilgiri - Bergen rc. Seltener istSilber; Eisengruben sind in Kamaon, Lahore,Gwalior, Dschabbalpur, den Bergen der Cuttack-Mehals, vorzüglich aber in reichem Maßstabe indem Vindhja, auf der Halbinsel Gudscherat,Katsch, Maisur, Arkot und anderen Orten desDekhan; Kupfer in Delhi, Singbhum, Adschmir;Blei in Adschmir u. Gondwana; Zinn inMewar(obschon die Gruben jetzt nicht mehr ausgebeutetwerden); unerschöpfliche Kohlenlager inTschittagoug,Assam, Cuttack, Burdwan, den Cuttack-Mehals,Tschanda und Baitul in den Centralprovinzen;Salpeter in Bahar; Salz überall, bes. Salzbergeim Pendschab; Marmor u. Granit in den Ge-birgen von Gudscherat. Weniger ausgebeutet alsfrüher u. nicht mehr so werthvoll u. berühnit sind,seit der Entdeckung der brasilianischen, die Dia-manten, welche hauptsächlich bei Cuddapah amPennar, an der mittleren Kistna (diese beidenwurden nach ihrem Vertriebsorte die von Gol-konda genannt), an der mittleren Mahanadi undin Bundelkund gefunden werden. Nicht wenigerberühmt ist I. durch seine edlen Steine, Rubine,Berylle, Chrysolithe, Chrysoberylle, Amethyste inMewar an dem Arawalli - Gebirge, Karneole,Jaspise in Gudscherat und im Rabschapipali-Ge-birge an der unteren Nerbudda. Um Alles zu-sammenzusassen, so ergibt sich, daß I. in Be-ziehung aus natürliche Lage u. Fruchtbarkeit einvor anderen in hohem Grade bevorzugtes Landist. Der (mit Ausnahme der Wüsten am Indus)durchweg ergiebige, zum größten Theile aber diehöchsten Grade von Fruchtbarkeit erreichende Bodenund damit im Zusammenhang die die großeMannigfaltigkeit der wild wachsenden Gewächsebedingenden Verschiedenheiten der geographischenLänge, der Wärme u. Feuchtigkeit der Atmosphäreermöglichen die Cnltivirung u. den reichen Gewinnvon Cultnrgewächsen in einer Anzahl, wie es fastallen anderen Ländern versagt ist. Zugleich ge-statten sie die Möglichkeit einer Bevölkerungs-dichtigkeit, deren Existenz sonst nur durch den an-dauerndsten Fleiß erhalten werden könnte; in glei-cher Weise hat der durch die Naturschätze beinahevon selbst gebotene Wohlstand schon im Alterthumzu der Errungenschaft einer eigenthümlichen Bild-ung geführt, die trotz aller Geschicke fest in den
Herzen der Bevölkerung haften geblieben ist. An-derseits ist die natürliche Lage von wesentlichemEinfluß auf die äußeren Geschicke des Landes ge-wesen. Von O. durch unwegsame Ketten, von N.durch hohe Schneeberge begrenzt, bot eindringcwden Erobern nur von W. u. zur See das Landden Zugang dar. Wol führen 19 Paßwege überden Himalaja u. werden zu Handelszwecken be-gangen (darunter die besuchtesten der Tauoug imO., der Niti u. Jbi-Gamin in Garwhal, der Bara-Latscha u. verschiedene in Kaschmir); dennoch ist derHimalaja politisch wie ethnographisch stets die uner-schütterliche Grenze zwischen I. u. dem N. geblieben.Nach O. ist jetzt wie früher zu Lande kein Verkehrstatthaft; die Hauptverbindnng mit dem Auslandewar und ist nach W., durch die Pässe (Dar Khaiber)am Kabul, durch den Bolan- u. Gomalpaß, welcheWege auch die auswärtigen Eroberer J-s gezogensind. Einen zweiten, schon zu Anfang der Ge-schichte benutzten Zugang zu den Schätzen desLandes bot die die langgestreckten Küsten um-spülende See. Günstige Buchten und Häfen, dieallerdings znm Theil im Laufe der Geschichte derVersandung ansgesetzt gewesen sind, bietet die Ost-Küste, während die WKüste mit ihren den Stür-men und dem Wogenschwall offenen Rheden sichweniger zugänglich erweist. Im Alterthum wie inder Neuzeit waren sie Zeugen eines reichen Han-delsverkehrs (s. unter II. u. IV.). Von Insel»ist die einzige erwähuenswerthe die der Südspitzevorliegende Insel Ceylon (s. d.); die im ArabischenMeere liegenden Gruppen der Lakkadiven undMalediven haben sich nie zu nennenswerther Be-deutung emporgeschwungen; die vollständig be-deutungslosen Andamanen u. Nikobaren im Indi-schen Ocean gehören in geographischer Beziehungzu Hinter-J.
I. steht jetzt zum größten Theile unter der di-recten Herrschaft des englischen Staates; ein an-derer bedeutender Theil gehorcht noch einheimischenFürsten, deren Oberherrlichkeit aber durch die Eng-länder beschränkt ist u. deren Gebiete demnach auchmittelbar diesen unterstehen; ein ganz geringergehört den Franzosen und Portugiesen; einzelneStaaten (Nepal und Bhutan) haben sich bisjetzt noch unabhängig erhalten, ebenso eine Anzahlwilder und uncnltivirter Bergvölker (die Einzel-heiten s. unten). Mit einer Bevölkerung, die ins-gesammt zwischen 240 — 259 Mill. Menschen ge-schätzt werden kann (nähere Zahlen s. unten), ge-hört es relativ u. absolut unter die bevölkertstenLänder von Asien. Die Haupt- und Grundmafsebilden die eigentlichen Hindu oder Inder arischenStammes, die vorzugsweise in Hindostan, aberauch in den Küstenlandschaften des Dekhan ein-heimisch sind. Eine zweite Rasse, schon oberfläch-lich dem Auge durch ihre dunklere Farbe n. an-dere Eigenthümlichkeiten unterschieden, herrscht imHochland des Dekhan vor und wird darnach dieDekhauische, häufiger Dravida-Gruppe, genannt.Hierzu kommen, in geringerer Masse, als drittesElement noch eine Anzahl kleiner Völkerschaften,welche in den entlegensten Gebirgen wohnen, eindurchgängig sehr rohes u. oft fast wildes Lebenführen u. wol als die Reste der Urbewohner J-szu betrachten sind. Sie werden auch unter dem