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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
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Indien.

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ken rc., bedeckt sind, tragen die Wälder am Fußedes Gebirges, in den Ebenen Hindostans u. denTiefländern der Küsten, einen durchaus tropischenCharakter. Von Nutzhölzern wachsen in ihnender das Zimmerholz gebende Salbaum, der zumSchiffsbau gebrauchte Teakbanm, ferner der Eben-holzbaum, der Tun u. der Bambus; von den inreichster Fülle vorhandenen Frnchtbäumen sind zuerwähnen: der sich zu kolossalem Umfang ver-breiternde indische Feigen- oder Banianenbaum(Pstous luäioa), in einzelnen Exemplaren über dasganze Land zerstreut u. vorzüglich wegen seineskühlen Schattens für heilig erklärt, in sehr vielenArten verbreitet die eine Unzahl wohlschmeckenderFrüchte gebende Banane (Llnsa Laxisutum), fer-ner eine große Anzahl von Palmenarten, unterdenen die Cocos-, Areca-, Palmyra», Dattelpalmei die wichtigsten sind. Nicht weniger zahlreich sind« die Obstbäume vertreten: hier gedeihen, währendk die Obstarten der gemäßigten Zone mangeln, die^ einheimischen Orangen u. Limonen, die einge-führten Citronen, Tamarinden, Granaten u. diezu kühlen Hainen vereinigten unzähligemale inder Poesie verherrlichten Mangobäume. Ein nichtminder ost dichterisch besungener Baum ist derdurch seinen Geruch u. sein Öl berühmte Sandel-baum. Den Reichthum der Flora vermehren nochdie mannigfach verbreiteten, ohne Pflege gedeihen-den Gewürzpflanzen, der Muskat-, Zimmt- undGewürznelkenbaum; Ingwer und Pfeffer sindebenfalls in Indien heimisch. Unter den Cultur-pflanzen nimmt der Reis die erste Stelle ein, erist das hauptsächlichste Nahrungsmittel des Volkeskl. die am meisten angebante Pflanze in allen nie-deren Gegenden. In den höher gelegenen Land-strecken, so im Dekhan, werden Weizen u. andereGetreidearten gebaut. Bleiben die eben genanntenProducte, mit Ausnahme der Gewürze, als für denBedarf der Bewohner nothwendig, zum größtenTheil im Lande zurück, so ist dagegen das Ge-deihen auch der feineren Culturgewächse geeignet,wie es von wesentlichem Einfluß auf das Lebendes Volkes ist, auch den Verkehr mit dem Aus-land zu beleben. Hierzu gehört das in demfeucht-heißen Bengalen, Unter-Assam, Bahar unddem Pendschab mit besonderem Erfolg gepflegteZuckerrohr, der Indigo, die in den fruchtbarenNiederungen mit günstigem Resultat cingeführteBaumwolle, der Opium gebende Mohnbau undnoch mehrere Öl- u. Faserstoffe. Daneben versagtder Anbau der gewöhnlichen Gemüsearten nicht,wie überhaupt der zum größten Thsile in un-glaublichem Maße vegetationsfähige Boden allerOrten riesige Gräser, wie den Bambus, tausend-fache Gesträucharten und baumhohe Farne ent-stehen läßt. Von ähnlichem Einfluß auf die An-schauungen u. Gebräuche des Volkes war die inihrer Vielgestaltigkeit u. Großartigkeit derFlora bei»nahe gleichkommendeindische Thierwelt. Von den> großen Quadrupeden sind hier einheimisch derschon in den ältesten Schriften rühmlich erwähnteElcphant, wild durch die Wälder u. Dschungelnstrebend, zugleich als Last- u. Zngthier, als Neit-thier zur Jagd u. im Kriege in gezähmtem Zu-stande gebraucht. Ihm folgt, von Hausthierendas durch seine Milch fowol als Anwendbarkeit

zum Ziehen des Wagens u. Pfluges gleich aner-kannte Rind, ausgezeichnet durch den Buckel derOchsen, von meist hellbrauner oder weißer Farbe(die schönsten in Gudscherat) u. der als Lastthierbenutzte, schwer zähmbare Büffel, der vielfachauch wild vorkommt, das vorzüglich in Malwargebrauchte Kameel; weniger geschätzt waren diesonst auch wol verkommenden Schafe, Ziegen u.Schweine. Überhaupt ist das Thierreich in I.,da das heiße Klima das Tragen wollener Kleiderfast entbehrlich macht und größeren Fleischgenußuntersagt, diesen auch schon seit dem Alterthumreligiöse Vorschriften wesentlich beschränken, vonminderem Einfluß als die Pflanzenwelt stets ge-wesen. Von geringer Güte sind die einheimischenPferde (die besten noch am Ostufer des Indus),ausgezeichnet dagegen u. früh berühmt die Hunde;wilde Esel von flüchtiger Geschwindigkeit findensich in den Sümpfen des Ran. Groß ist auch dieAnzahl der bedeutendsten Repräsentanten der Raub-thiergeschlechter. Vor Allen der Tiger, überallverbreitet, die größten u. furchtbarsten jedoch inden Sumpfwaldungen Bengaleus, weniger zahl-reich und wie es scheint langsam im Aussterbenbegriffen der im Alterthum häufigere Löwe (jetztnoch in Gondwana, Gudscherat, Kaschmir), dannder Panther u. Leopard in den Dschungeln, derBär in den bewaldeten Gebirgen, ferner Wölfe,Hyänen, Schakals, Füchse, Wildschweine, wildeHunde in ungeheurer Menge; ihnen anzuschließenist das wegen seiner unwiderstehlichen Stärke ge-fürchtete Rhiuoceros. Alle Arten von Rokhwildkommen vor bis herab zu den Antilopen; dasMoschusthier u. der 8)ak (diese mehr außerhalbdes eigentlichen J-s m den kühleren Höhen desHimalaja), der kurzgehörnte Hirsch in Nepal, ge-fleckte Hirsche an den Ufern des Ganges u. sonst,die weiße Antilope von unübertroffener Schnellig-keit längs des Ganges und Indus; auch Hasenfehlen nicht. Außerdem erfüllen die Wälder zahl-lose, von den Hindu meist für heilig gehalteneAffen der verschiedensten Arten; von den niederenSäugethieren sind namentlich die bis zu gewalti-ger Größe vorkommenden Ratten wegen ihrerzerstörenden Wirkungen gefürchtet. Die VogelweltJ-s steht, mit Ausnahme der schon zu SalomosZeit wegen ihres prachtvollen Gefieders geschätztenPfauenarten, in Farbenpracht der anderer tropischerGegenden nach. In dem Himalaja finden sichGeier u. Adler; durch das ganze Land sind ver-breitet Falken, Reiher, Kraniche, Gänse, Schwäne,Wachteln, Kibitze, wilde Tauben, Kokila (der ind.Kukuk). Zahlreich ist auch die Schaar der theilsbis zu tödtlicher Wirkung gefährlichen, theils demGenüsse dienenden Amphibien; so viele Schlangen-arten von der in öden Wäldern hausenden Riesen-schlange bis zu der kleinen Gattung der Cobraherab, deren Biß den baldigen Tod fast unver-meidlich nach sich zieht, gefährliche Wafferschlangen,Krokodile (Gavials) in Len Flüssen u. Sümpfen,Schildkröten in den Flüssen u. an den Meeres-küsten. Zahlreich vertreten ist auch das mehrnutzbare Reich der Fische; neben den räuberischenHaien u. Delphinen an den Flußmündungen vieleGattungen zur Nahrung dienender Seebarben,Sandfische, Aale u. der als Delicatesse geschätzte