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Indien.
Schafen die spärliche Nahrung bieten. Spurenvon alten Städten u. trockenen Flußbetten (jetztverstechen die Misse im Sande) zeigen, daß sieeinst cultivirter war. An sie schließt sich im S. eingroßer Salzsumpf, das Ran an, der fast ganzvegetationslos u. von Thieren verlassen ist, demim SO. das kleine Ran von ähnlicher Beschaffen-heit bis znm Meer folgt. Von den Ge-birgen J-s sind die wichtigsten das nördlicheGrenzgebirge, der Himalaja (s. d.), von entschei-dender Bedeutung sowol für die klimatologischenVerhältnisse, als für die politischen Geschicke desLandes; das mittlere Scheidegebirge, der Vindhja(s. d.), von Altersher die Zuflucht der Urbewoh-ner, die Scheidewand zwischen arischer Culturund einheimischer Rohheit, das den Zutritt zumDekhau wenn auch nicht verhinderte, so docherschwerte und das späte und sporadische Vor-dringen der arischen Eroberung und die jetzigenethnographischen Verhältnisse J-s erklärt, u. dieGhat (s. d.), welche das eigentliche Hochland desDekhan abschließen. Als NWRand des Vindhjaerscheint die Arawalli-Kette, von der östlich undparallel andere Ketten sich zur Ganges- undDschnmna-Ebene abzweigen; im NO. streifen alsParallelketten derselben die Keimar - Sargudscha-Puharri-Berge u. a. bis zu der Tiefebene vonBengalen hin. Südlich von dem mittleren Laufder Nerbudda sind die Mahadeo-, Satpura- undKalabhet-Gebirge zu nennen; zahlreich sind dieeinzelnen Gebirgszüge im Dekhan, darunter diean die WGHat im S. sich anschließenden Nilgirimit dem Dodabetta (s. d.), dem höchsten Punktedes Landes außerhalb des Himalaja, u. im äußerstenS. die Aligiri mit dem Pedrotallagalla. Einevereinzelte Erhebung ist das Gir- oder Mandla-Gebirge in Gudschcrat. Zahlreich u. von großerWichtigkeit sind auch die Flüsse J-s. Allen stehtvoran der Ganges (s. d.), der u. a. mit demGumti, Gogra, Gandak, Kusi die Schneemassendes Himalaja, mit dem Tons, Kurumnasa, Sonedie Gewässer des Vindhja und seiner Ausläufer,mit dem gleich mächtigen Dschumna die beidervereinigend in zahllosen Wasseradern die bengali-sche Tiesebene befruchtet; ihm folgt der Indus,der mit den Wassern des WHimalaja, dem Setledsch,Tschinab, Bias, Dschilam u. mit den durch denKabul ihm zuströmcnden Abflüssen des Hindukuschdas Pendschab bewässert. Beide sind die alleinbestimmenden Stromsysteme von Hindostan, nebendenen die anderen Flüsse, der im Sande ver-stechende Ghaggar (s. d.) u. die der Arawalliketteentspringenden Küstenfliisse Loni, Bunas, Saras-wati, die mit Mühe das Ran von Katsch errei-chen, nicht in Betracht kommen. Lang und weitverzweigte Stroinsystcme zeigt auch das Dekhan,wenngleich ihre vielfach von wilden Bergen um-gebenen u. menschenleeren Ufer nie von der Be-deutung geworden sind, wie die der Ströme inHindostan. Von ihnen fließen im N. die schonmehr den Vindhja-Ländern augchörenden Nerbudda(Narbada) u. Tapti in das Arabische Meer; vonrößerer Wichtigkeit sind die die OGHat durch-rechenden u. dem Golf von Bengalen zuströmen-den Mahanadi, Godavary mit Pranita, Indra-wati und Mandschera, Kistna mit Bhima, und
endlich im S. die in den Indischen Ocean ge-hende Cavery (s. d. Art.). Zahlreiche kleinereFlüsse mit kurzem Laufe entströmen noch demGhat im Dekhan, einige ohne Bedeutung dennordöstlichen Fortsetzungen des Vindhja ins Meerso der Sabaheka in den Cuttack - Mehals. Zueiner größeren Seenbildung ist es in I. nicht ge-kommen, während an kleineren kein Mangel ist -eigenthümlich sind die sumpfigen Morastniederun-gen im W., die Ran (s. o.).
Bei den großen horizontalen wie verticalenUnterschieden, welche in Vorder-Jndien auftreten,können auch die klimatischen Verhältnissenicht in allen Theilen dieselben sein. Die EbenenHiudostans, die Tiefländer Bengalens, sämmtlicheniederen Küstenstriche der ganzen Halbinsel sindausgezeichnet durch alle Erscheinungen der Tropen-welt, durch schwüle Hitze und heftige Regengüsse,die Berglandschaften dagegen haben kühlere undtrockene Luft u. entbehren des eigentlich tropischenKlimas. Die glücklichsten klimatischen Verhältnissebesitzt das Dekhan, wo nur auf kurze Zeit selbstdie höchsten Gebirge eine dünne Schneedecke tra-gen, die Luft durch Thau u. Regen erfrischt wirdund gewissermaßen ein ewiger Frühling herrscht.Das Jahr theilt sich in drei Jahreszeiten, dieheiße, welche im Monat März beginnt und bisAnfang Juni anhält; ihr folgt die Regenzeit, diebis Oktober währt, worauf dann bis Ende Febr.die gemäßigte Jahreszeit dauert. Die klimatischenWechsel des südlichen, der eigentlich tropischen Zoneangehörigen, J-s wird in merkwürdiger Art durchdie Monsune (s. d.) bedingt. Wahrend der SW-Monsnn an der Westküste Vorder-Jndieus (Ma-labar) zwischen Mai n. September Nebel, Schwüleu. Regengüsse bringt, herrscht jenseits der WGHat,welche die Wetterscheide bilden, die trockene undheitere Jahreszeit. Wenn sich dann unter furcht-baren Stürmen die SWMonsune in NOMonsuneumgesctzt haben, beginnt die Regenzeit auf derKüste Coromandel, während dessen Malabar vonOctober bis Januar die trockene Jahreszeit hatu. das eigentliche Plateau des Dekhan von ein-zelnen Regenschauern erfrischt wird. Die in derheißen Zeit enormen Hitzegrade machen in denNiederungen für den Europäer trotz aller Schutz-maßregeln, wie des Punkah, das Klima unerträg-lich und vielfach die Gesundheit gefährdend, na-mentlich Leberleiden hervorbringend; auch ist beidort geborenen Kindern europäischer Eltern, ohneÜbersiedelung in ein kälteres Klima schon init denersten Jahren, selten an ein Auskommen zu denken.Mit dem Vordringen der englischen Herrschaft indas Himalaja-Gebiet hinein u. der Vermehrungder Eisenbahnlinien in der neueren Zeit ist esmöglich geworden, in der kühleren Temperaturdort hochgelegener Orte die Beamten u. die Er-krankten die Hitze überstehen u. sich wieder erholenzu lassen. Von diesen Gesnndheitsstationen sinddie bekanntesten: Almora, Brimdeo, Nainiket inKamaon, Dardschiling, u. sehr besucht Simla imPendschab. Nicht minder große Verschiedenheitenzeigt in I. entsprechend dem Charakter der Gegenddas vegetative u. animalische Leben. Währenddie alpinischen Landstriche des Himalaja mit Wäl-dern gesellschaftlicher Bäume, mit Fichten, Bir-