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Indianer-Reservationen
Der nordamerikanische I. mit den Eigenthüm-lichkeiten seines Charakters u. Jägerlebens ist, des.in NAmerika selbst, ein willkommener Gegenstandder übertriebensten u. der Wahrheit durchaus fern-stehenden Romantik geworden, der auch von Dich-tern u. Romanschriftstellern thcilweise sehr glücklichbenutzt worden ist. An der wissenschaftlichen Be-trachtung des Indianers (Rsd siciu, Rothhaut) hatsich in Amerika die Ethnologie zuerst entwickelt.Die Schriften, welche von der ^msrisau Lttmo-logival Locistz- u. theilweise auch von verschiede-nen historischen Gesellschaften der Vereinigten Staa-ten heransgegeben werden, enthalten viele wichtigeBeiträge zur Kenntniß der Sitten, Geschichte undSprachen der I. Die bedeutendste Sammlungvon Materialien hat Schoolcrast in der Ristorisaland Statistical inkormation, respsctivA tirs üistorz-,condition and prosxscts ob tirs Indian tribssok tlre Rnitsd Ltatss, Philad. 1851—58, 6Bde.,angelegt; Hauptwerk in anthropologischer Hinsichtist Mortons Orania Lmsricana, ebd. 1839. Überihre Anschauungsweise bes. in religiöser Hinsichtvgl. auch Tylor, Anfänge der Cultur, deutsch vonSpengel u. Poske, Leipz. 1873, 2 Bde. Sonstsind noch außer den zahlreichen Reisewerken zunennen: Mac Kenney u. Hall, Hist, ol tirs In-dian tribss, Washington 1838—44, mit 120 Por-träts, 3 Bde.; Schoolcrast, Onöota or Lüaractsr-istics vk tbs Rortii-L.lnsrican Indians, New-Iork1844; Mac Kenney, Nsmoirs otücial and per-sonal rvitlr slcsteiros ok travsls amonA tirs nor-tlrsrn anä soutlrsrn Indians, ebd. 1846, 2 Bde.;st'lrs Inäian in bis MiArvain, or Obaractsristicsok tbs Rsd Raes ol America, ebd. 1848; Drake,llivAr. and bist, ok tbs blortb-llmsrican Indians,Boston 1853, 9. Ausl.; Lanman, Indian RsZsuds,New-Uork 1849; Moore, Rist, ok Indian rvarsol tbs Rnitsd Ltaatss, ebend. 1849; Thatcher,Indian RioArapb)', ebd. 1832 u. ö., 2 Bde. Überdie I. des mittleren Amerika außer der verschie-denen Reisewerken besond. die Werke von Sguier(s. d.) und Brasseur de Bourbourg, Rist, ds laÄsxigus, Par. 1857—59, 4 Bde.; die Werke desMalers Catlin (s. d.), außerdem von demselben:Illnstrations ok tbs mannsrs and snstorns oltbs Rortb-Lmeriean Indians, Lond. 1876, 2 Bde.,sodann die betr. Werke in dem Artikel Amerika-nische Alterthümer; über die Urbevölkerung Süd-Amerikas die Reisewerke von A. von Humboldt,Tschudi, Spix und Martins, Schomburgk, PrinzMaximilian von Neuwied, d'Orbigny, MoritzWagner, Burmeister rc., sowie Riveros u. Tschu-dis Lmti^nsda dss Rsruanas, Wien 1852. Dergründlichste Kenner der amerikanischen Sprachenin Deutschland ist Buschmann (s. d.). Vergl. dieArtikel Amerika, Mejico, Peru, sowie die über diewichtigeren J-stämme. Henne-Am Rhyn. Schroot.
Indianer-Reservationen, s. u. Indianer.
Indianisches Feuer, stark leuchtende Feuer-werksflammen (s. Bengalisches Feuer u. Buntfeuer).
Indianisches Roth ist eine dunkelrothe ansEisenoxyd bestehende Farbe, welche sich natürlichals Eisenocker findet u. auch aus Vitriol darge-stellt wird.
Indianische Vogelnester, Consolen der Ne-sterderSalanganen (Rirundo essnlsnta I,.), welche
— Indian Territory.
auf den Sundainseln, auf Java u. anderen In-seln Indiens bis Neuguinea ihr Nest in Höhlenu. unter überhängeuden Felsen bauen. Die Ne-ster, in welchen noch keine Jungen gelegen habensind gelblich, halb durchsichtig, die alten schwärzlich'klein, flach, napfförmig und an der Seite (wo sieanhängen) plattgedrückt, oft sind Federn hineinge-webt. Das Abnehmen der Nester geschieht mit. itels Gestellen von Bambusrohr n. ist sehr gefähr- !lich; es geschieht 14 Tage lang in der Brütezeit. ^Die Masse der Nester besteht allein aus dem ein-getrockneten Secret der stark entwickelten Spei-cheldrüsen. Trotz ihrer Unschmackhafligkeit werdensie, bes. in China, indem man ihnen tonische u.stimnlirende Kraft beilegt, so gesucht, daß bloßvon Batavia aus jährlich an 4 Millionen Stücknach China gelangen, u. bei keinem feinen Dinerfehlen sie. Der Pikul (62,^ Kilo) reiner weißerNester wird zu 3000—4500 LI bezahlt. Man ver-kocht sie gewöhnlich zu Suppen od. setztsiezu Ragouts.
Die unreinen Nester dienen zu Leim. Farwick.
Indianist, Kenner der Indischen Sprachen u.Literaturen (bes. der älteren, als Sanskrit rc.).
Jndianit, s. u. Feldspathe.
Jndianola, Hafen und Eisenbahnstation imCalhoun County des Nordamerika:!. UnionsstaatesTexas im W. der Matagorda-Bai, lebhafter Kü-stenhandel, 2106 Ew.
Jndianopolis, Hauptstadt des Staates In-diana, am westlichen Arm des White River, vondem ein Kanal nach dem Ohio mit Zweigkanalnach dem Wabash abgeht; Haupteisenbahnknoten.Punkt des Staates; Staatenhaus (1834 nach demMuster des Parthenon gebaut), Gouverneurs-Palast, Taubstummenanstalt, Blindeninstitut, Irren-haus, Arsenal, großartiges Gerichtsgebäude, Wasser-leitung, 40 Kirchen; Eisenwerke, Wollenfabriken,Gerbereien; (1870) 48,244 Ew. (1840 erst 2692,1860 18,611). I. ist seit 1325 Hauptstadt. Schroot.
Jndianstahl, s. Stahl.
Indian Territory (Gebiet der freien India-ner), dasjenige Gebiet der Vereinigten Staaten,welches 1830 den Jndianerstämmen in den Staa-ten östlich vom Mississippi zum dauernden Wohnsitzangewiesen worden ist; es grenzt im N. an dasGebiet Kansas, im O. an Missouri u. Arkansas,im S. an Texas, im W. an Texas und New-Mejico, 178,700 Uslcm (3245 jUM) mit (1870)68,152 Ew. Im Südosten gebirgig durch dieOzark Mountains, im Übrigen eine große frucht-bare Ebene, größtentheils Prairien, fast nur anden Flüssen bewaldet; Hauptflüsse: Arkansas River(mit dem Cimaron u. Canadian Rivers), WashitaRiver, Red River (Grenzfluß gegen Süden); dasTerritory wird von 600 icm der von St. Louisnach Galveston führenden Eisenbahn durchschnitten.Klima mild und gesund. In rechtlicher Hinsichtsteht das Territory unter den Gerichtsdistricten vonArkansas u. Missoury; mehrere der größeren u.civilisirteren Stämme, z. B. die Choctaws, habengeregelte Verfassungen unter gewählten Häuptlin-gen u. treiben Ackerbau u. Viehzucht; die bedeu-tenderen Stämme sind: Cherokees (etwa 16,000),Creeks (15,000) u. Choctaws (15,000). Die übri-gen sind unbedeutend (Seminolen z. B. nur nochetwa 2000, Chickesaw noch 4500). Zur Aufrecht-