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Jesuiten.
vinzen, in welchen die Superioren die Profeß-häuser, die Rectoren die Collegien, die Novizen-meister die Prüflingshäuser unter sich haben. Diegenauesten Berichte bis zum General hinauf ver-mitteln die Übersicht über den Orden. Dem Ge-neral sind von den Provinzialen ein Admonitoru. Assistenten als Vertreter der Nationen u. ge-heime Näthe zur Seite gestellt, ebenso vom Ge-neral den Provincialen je ein Admonitor oderSocius. Die Procuratoren- und Provincialcon-gregationen behandeln die allgemeinen Angelegen-heiten je der betreffenden Gebiete, die General-congregationen die des ganzen Ordens. Der höchsteZweck des Ordens ist „Alles aä majorsm vsiZloriam", worunter die stets steigende Verherr-lichung des Papstthums gemeint ist.
Geschichte des Ordens. I. Von seinerGründung bis zu seiner Aufhebung durchClem ens XIV., 1540—1773. Der Orden breitetesich nach seiner Gründung schnell aus, zuerst nachPortugal durch Rodriguez u. Lavier, später, dochunter Schwierigkeiten, nach Frankreich, den Nie-derlanden, Spanien, Deutschland. In Deutsch-land concentrirte der Orden seine Macht zu rück-sichtsloser Bekämpfung des Protestantismus, wo-bei er sich auf seine 3 Centralpunkte Ingolstadt,Wien, Köln stützte. Als Ignaz 1556 starb, hatteder J.-O. 1000 Mitglieder, 100 Häuser, 14 Pro-vinzen. Lainez, in welchem der J.-O. zum Be-wußtsein seiner welthistorischen Bedeutung gelangte,gab ihm 1558 seine Constitutionen. 1551 wurdedas 6o11s§ium Romaunm, 1552 das (kollsgiumOsrinanicum als theologische Bildungsanstalt fürDeutsche zur Bertheidigung des Katholicismns inDeutschland gestiftet. Das erneute Vordringendes Katholicismns gegen den Protestantismus imLaufe des 17. Jahrh., hauptsächlich durch denDreißigjährigen Krieg zeigt die zunehmende Machtdes Ordens, der seit Aquaviva (1581—1615)durch geheimes, in der Wahl der Mittel unbe-denkliches Jntriguiren mehr als durch offenenKampf wie vorher seine Ziele zu erreichen suchte.Um die Mitte des 18. Jahrh. besaß der J.-O.24 Profeßhäuser, 669 Collegien, 176 Seminarien,61 Novizenhäuser, 335 Residenzen, 277 Missionen,gegen 22,600 Mitglieder. — Indessen gegen diesteigende Macht desOrdens erhob sich auch, von ihmselbst hervorgerufen, immer mächtigere Opposition.Nicht nur hatte der J.-O. mit der Rivalität derälteren Orden zu kämpfen, seit Aquaviva u. derAbwendung der Jesuitischen Theologie von Tho-mas Aquinas auch mit der des Dominicaner-ordens; nein, auch die Katholische Theologie durchBajns in Löwen (1567 von Pius V. verdammt),noch mehr durch den Jansenismus in Belgien u.Frankreich, trat in den offensten, entschiedenstenGegensatz gegen den Jesuitismus, u. wenn auchder J.-O. in letzterem Kampfe siegte, so schadeteer sich dadurch desto mehr in der Meinung des Volks.Pascals l-stbreo xrovineiales (1666), Satiren wiedie Llonita seersta Loeistatüo llssn (1. Ansg.,Krakau 1612), die ülouarekiia Lollpsoruiu (Ven.1645) thaten dem Ansehen des Ordens großenAbbruch. Auch die Regierungen, so oft sie imJ.-O. eine Stütze sahen, traten doch ebenso oftihm entgegen, da er das Eingreifen in die politi-
sche Machtsphäre nirgends lassen konnte, so schongleich anfangs die portugiesische Regierung, diefranzösische wegen der Erinordung Heinrichs UI.Wegen ihres Antheils am Mordversuch ChatelSgegen Heinrich IV. (1594) wurden die I. vondiesem verbannt, doch 1603 wieder zurückgerufen,wofür ihm durch Ravaillacs Hand gelohnt wurde.Trotz der Gunst Ludwigs XIV. waren doch seinegallicanischen Neigungen ihnen entgegen. Nochmehr hatten sie Ludwig XV. gegen sich, nament-lich seit sie sich die Feindschaft der Pompadour u.Choiseuls zugezogen hatten. In Portugal führteder bewaffnete Widerstand der von ihnen geleite-ten Eingeborenen in Paraguay gegen die Abtret-ung von 7 Pfarreien dieser Missionsstation vonSpanien an Portugal (1750), noch mehr ihr At-tentat auf den König Joseph I. 1758 zu ihrerVertreibung durch den Minister Pombal. DasselbeSchicksal bereiteten ihnen in Frankreich ihre Han-delsspeculationen unter dem Pater Lavalette, inden übrigen Ländern unter bourbonischen Herr-schern die Solidarität der Interessen der Dynastie.Von allen Seiten gedrängt, sprach Papst ClemensXIV. durch die Bulle Vominrw aa reäowxtornostsr kl. Juli 1773 die Aufhebung des J.-O-Saus, den sein General Ricci in dem bekanntenWort 8int ub sunt aub non sind für schlechthinirreformabel erklärt hatte. Auch Österreich willigtein die Vertreibung des Ordens, als man derKaiserin Maria Theresia von Rom aus eine Ab-schrift ihrer durch I. verrathenen Beichtgeheimnisseschickte.
II. Seit der Aufhebung 1773 bis jetzt.1) In der Zeit, während der Orden aus-gehoben war, 1773—1814, fand er eine Zu-flucht in den Staaten Friedrich des Großen, derseine den Staat nichts kostende pädagogische Thä-tigkeit nicht entbehren u. die Katholiken sich geneigtmachen wollte. Als nach dem Tode Friedrich deSGr. Friedrich Wilhelm II. den J.-O. verbot,blieb ihm noch eine Stätte in Rußland, dem mitPolen mehrere jesuitische Ordenshäuser zugesallenwaren. Katharina II. schätzte sie aus demselbenGrund wie Friedrich der Gr., und sie durften1779 sogar ein Generalvicariat anlegen. Im Ge-heimen bestand der Orden fort u. gewann Ein-fluß bei den geheimen Gesellschaften. In Frank-reich erhielt er sich im affiliirten Orden der Väterdes Glaubens, in Österreich in dem der Redemp-toristen oder Liguorianer. Auch unter fremdenNamen, als Vincentiner, als Paccanaristen, alsletztere jedoch vom eigentlichen Orden nicht aner-kannt, tauchten die I. auf. 2) Von der Wie-derherstellung des Ordens 1814 bis zumRevolutionsjahr 1848. Papst Pius VII., der1801 den Orden in Weißrußland und Lithauenunter dem Generalvicar Gruber bestätigte, 1804 inSicilien still wiederherstellte, 1806 einen I. canoni-sirte, benützte alsbald die Restauration nach demSturz Napoleons, um den J.-O. durch die BulleLoUleibuäo omniuM vom 14. Aug. 1814 wieder-herzustellen. Da die J. sich überall der politischenReaction als Stützen anboten, gelang ihnen schnellwieder die Ausbreitung ihres Ördens u. die Ge-winnung des früheren Einflusses. Zwar aus Ruß-land wurden sie trotz der anfänglichen Geneigtheit