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Jalysos — Jambische Poesie.
Schloß des Fürsten Woronzow, beide mit Park-anlagen, ferner Livadia, dann Nikita, den kaiserl.Botanischen Garten u. a. m. H- Berns.
Jalysos (a. Geogr.), alte Stadt aus der NWest-Küste von Rhodos, einst der Hauptpunkt der pho-nikischen Ansiedelungen ans dieser Insel, im 9.Jahrh. v. Chr. von den Dorern erobert, schon zuAnfang der christlichen Zeit verfallen, j. FleckenJalyso.
Jaina (ind. Myth.), eigentlich der Bändiger,Fürst der Unterwelt, vor dessen Throne die Seelender Abgeschiedenen erscheinen um nach ihren Tha-ten gerichtet zu werden, nachdem sie den FlußBaitarani überschritten haben. Die Seelen sindnach dem Mythos daumdick u. I. entsendet seineBoten, um dieselben vermittelst eines Strickes ausdem Körper zu winden. Bei begünstigten From-men erscheint I. selbst. Abgebildet ward I. mitimnkelgrüner Farbe, reitend auf einem Stier miteiner Keule oder einen Scepter in der Handhaltend. o-
Jamabus (japan.), genauer Jama-busi, d.h. Bergstreiter, heißen in Japan die Gliedereines religiösen Ordens, dessen Stiftung aus dem7. Jahrh. u. Ztrch. datirt, u. denen jährliche Er-steigung sehr steiler, heiliger Berge zur Pflicht ge-macht wird. Streiter heißen sie von ihrer an-deren Verpflichtung, erforderlichen Falles für dieNationalgötter Japans das Schwert zu ziehen.Nach glücklich vollendeter Pilgerfahrt erhält Jedervon seinem Prälaten in Mijako gegen ein Geschenkeinen höheren Titel. Die vornehmsten Jama-busi scheeren das Haupthaar kurz ab wie dieBonzen (Buddhapriester), mit denen sie nicht zuverwechseln sind. Schott.
Jamaica, 1) Insel im brit. Westiudien, zu denGroßen Antillen gehörig, südlich von Cuba gele-gen, einschl. der kleinen Küsteninseln 10,860(197,zz IHM) groß, mit (1871) 506,154 Ew., dar-unter 13,101 Weiße, 100,346 Farbige u. 392,707Schwarze. Die Insel ist mit Ausnahme einigerEbenen im W. gebirgig u. erhebt sich im Westpitder Blauen Berge zu 2236 m. Die Bewässerungist äußerst reich, besteht aber nur aus Bächen u.kleinen Flüßchen (über 100), von denen nur der BlackRiver von seiner Mündung aufwärts etwa 10 Lmweit für kleinere Fahrzeuge schiffbar ist. Die z.Th. steile Küste ist reich au guten Häfen, was demHandel der günstig gelegenen u. fruchtbaren, aberan mißlichen inneren Verhältnissen leidenden Insel(s. Gesch.), sehr zu statten kommt. Das Klima ge-hört zu den günstigsten der Welt. Hauptproducte sindZucker, Kaffe, Piment, Ingwer, Rum, Roth-holz rc. Werth der Aus- und Einfuhr (1874)1,763,000 bezw. 1,442,000 Pf. St. Finanzen:Einnahmen und Ausgaben je 537,000 Pf. St.Schuld 666,000 Pf. St. Eisenbahnen 44 üm(von Kingston nach Spanishtown). Obwol inneuerer Zeit viel für den Unterricht geschieht, gabes 1871 noch 87 pCt. Analphabeten. Die Inselsteht unter einem von der brit. Krone ernannten
> Gonverneuer, dem ein aus 6 der höchsten Staats-
^ beamten gebildeter Geheimer Rath u. ein 12 Mit-
> glieder zählender Gesetzgebender Rath, bestehend
s aus den Mitgliedern des Geh. Raths u. 6 vom
Gouverneur erwählten Bürger, beigeordnet sind.
Ein Oberrichter, 9 Richter u. ein Staatsanwaltüben die Gerichtsbarkeit aus. Eingetheilt wird dieInsel in 3 Grafschaften. Hauptstadt ist Kingston. —I., ursprünglich Damage od. Jauahica, wurdevon Colombo auf seiner zweiten Reise 1494 ent-deckt u. 1509 von den Spaniern besetzt, welche sieIsla de Santiago nannten u. die Urbewohnerausrotteten. Der erste Gouverneur war DiegoColombo, Sohn Christophs; als dessen Nachkom-men im Mannesstamm ausstarben, kam die Statt-halterschaft durch die weibliche NachkommenschaftColombos an das Haus Braganza. Als dieses1640 ans den Thron von Portugal kam, zogSpanien die Statthalterschaft ein. 1655 erobertendie Briten die Insel u. nannten sie I.; ein Ver-such der Spanier, 1658 sie wieder zu gewinnen,mißglückte. Das große Erdbeben 1692 und diedarauf wüthende Pest, sodann verschiedene Neger-aufstände, so bes. 1745 u. 1795, sowie 1831—32beeinträchtigten das Aufblühen der Verhältnisse derInsel. Im I. 1807 wurde der Sklavenhandelverboten u. 1833 die Emancipation der Sklavenbeschlossen, die 1. Aug. 1838 in Kraft trat. Die-ser Umstand, die fortdauernd schlechte Behandlungder Plantagenarbeiter, bes. aber der Wegfall derSchutzzölle, 1846, brachten für die Insel die ernst-lichsteu Schädigungen; dazu kamen im Anfang der60. Jahre Mißernten. Alle diese Mißstände rie-sen bei der gesteigerten Bedrückung der Neger1865 einen Aufstand derselben hervor, der unterVerhängung des Belagerungszustandes in grau-samster rr. blutigster Weise unterdrückt wurde. ZurBesserung der Verhältnisse auf I. wurde 1866eine neue Verfassung eingeführt. Vergl. Garder,Histor^ ok U., Lsud. 1874. 2) Stadt. Bez. imQueen County (Halbinsel Long Island) im nord-amerikau. Unionsst. New-Dork au der Long-JslaudBahn u. dem Atlant. Ocean, Große Eisenbahn-Werkstätte rc.; 7745 Ew. Schroot.
Jamaicaholz(von6omooiaä1g.brasilia8trum),rothbrauues, dem Fernambukholz ähnliches Farbe-holz, von Jamaica, S. Domingo u. Guiana.
Jaman (Dent de I.), 1879 m hoher Berg imSchweizer Kanton Freiburg mit herrlicher Aus-sicht; über denselben führt in 1516 m Höhe derPaß Col de I.
Jamato, in der alten Eintheilung eine der 5Provinzen des Gokinai, eine der Domanialpro-vinzen des Mikado. Hier wird das reinste Ja-panisch gesprochen.
Jambe (Metr)., s. Jambus.
Jambelegos (Metr.), s. u. Elegiambos.
Jambi, s. Djambi.
Jambische Poesie, eine Gattung der griech-ischen Poesie, welche dem Gefühl der Bitterkeit u.dem Drang, die Schwächen u. Thorheiten persön-licher Feinde u. anderer Menschen zu geißeln, ent-stammte. Ihre bedeutendsten Vertreter sind Archi-lochos, den man für den Erfinder des JamboShielt (um 700 v. Ehr.), Simonides von Amorgos,Hipponax, der Erfinder der Choliamben (s. d.), u.Solon. In späterer Zeit sind bes. die in Chol-iamben gedichteten Fabeln des Babrios zu nennen;auch wurden dann Jamben für Lehrgedichte ver-wendet, z. B. für das geograph. des sog. Skym-nos. Die Athener nahmen den Geist der J-n P.