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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
Entstehung
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Jamblichos -

aus u. prägten ihn in der Komödie aus, welche sichan die Jambik anlehnt. Das Wesen des Jamb-ischen Gedichts besteht keineswegs bloß im Lustigen,sondern es überwiegt in ihm das Polemische,Muthige, Frische, Rücksichtslose, so daß «armeniamdionm geradezu im Sinne von Schmähgedichtgebraucht werden konnte. Die Reste der J-n P.haben Schneidewin, Oolsotns posaeos Oraeoorumolsgiavae, iambloas, molioas (Gott. 1838—39,2 Bde.), u. Bergk, ?ostas kurier Araooi (3. A.,Lpz. 186S), gesammelt. In Rom dichteten zuerstCatullus u. Calvus Schmähgedichte u. a. in Jam-ben (Catull z. B. gegen Cäsar), dann brauchte sieHoratius in den Epoden; Choliamben wendetenCatnllus, Matius, Persius in seinem Prolog, u.bes. Martialis an.

Jamblichos, 1) Neuplatoniker u. Wunderthä-ter ans Chalkis in Syrien, st. gegen 333 n. Chr.Sein System, eine Vermischnng von pythagore-ischen, platonischen u. orientalischen Theologume-neu, suchte die Entstehung der nur mit dem Ver-stände begreifbaren Götter, der Dämonen, Welt-n. Menschenseelen u. der Materie durch ein Her-absteigen aus einem vernünftigen Urwesen darzn-thun; die Rückkehr der mit Schwachheit behaftetenund mit Sünde befleckten Menschen zur Gottheitkönne nur durch Hilfe der Mantik u. Theurgie ge-schehen, wodurch er in den Ruf eines Wunder-thätcrs und Geisterbeschwörers kam. Da er einGegner des Christenthums war, so stand er beidem Kaiser Jnlianus in hohem Ansehen; erhatte viele Schüler, u. a. Dexippos, Sopater,ÄLesios, Eustathios. Er schr.: Lvgr ri)rgvr'ov (über des Pythagoras Schule), in

10 Büchern, wovon 5 erhalten sind, mit besonde-ren Titeln; 1. Buch: das Leben des Pythagoras,herausgegeben von Küster, Amsterd. 1707; vonKießling (mit Porphyrios Leben des Pythagoras,Lpz. 1815); 2. Buch: (Ermahnung

zum Studium der Philosophie), herausgegebenvon Kießling, Lpz. 1813; 3. Buch: xorr-HL

in Villoisons ^nsoäotaKraooa; 4, Buch: iVrxo.uci/ov «(-rA.u?;-

vrva/w/yL' (Einleitung in die Arithmetik desNikomachos), herausgegeben von Tennlius, Arnst.1668; 7. Buch: MieoloZumsna arltirmetioos, Par.1543; ferner Tkdgr (verdächtig), her-

ausgegeben von Gale, Oxford 1678, Fol.; vonParthey, 1857. Vergl. A. v. Harleß, Das Buchvon den ägyptischen 'Mysterien, München 1858.Seine Coinmentare über Platon, Aristoteles unddie Chaldäische Philosophie sind verloren. 2) I.aus Syrien, im 2. Jahrh, n. Chr., griechischerErotiker; er schrieb: '/arog-'ae eine

Liebesgeschichte des Rhodanes u. der Sinonis, nurim Auszug bei Photius vorhanden, herausgegebenvon Passow im Oorpus srobieorum Aras«., außer-dem Fragmente in A. Mais lflova eoiieebio soriptb.vebb., 2 Bde.

Ismdoliksra 7). (^.oron^ebin s.

vosmu Sä-'t».), Pflanzeugattung aus der Fam.kutu.ces.s-2antbox)lleas (VIII. 1). Art: ll. ps-ärmeulata 7>., ostiudischcr Baum mit olivenarti-gen Früchten (Jambolonen, Jambobohnen), dieroh od. noch vor der Reife in Salzwasser n. Essigeingelegt genossen werden.

- Jambus

lambosa 7)e <7., Pflanzengattung aus der Fam.Nz-rtaeeas-Llz'rtsao (XU. 1); ostindische Bäumemit ein- bis zweisamigen Früchten, die durch denerweiterten u. beengen Kelch bröcklig-fleischig sind;Arten: ll. vulgaris 7)6. (Jambobanm), ostindischerBaum, der überall in den Tropen cultivirt wird,mit hühnereigroßen, gelben, saftigen, süßen, wieRosen riechenden Früchten (Jambosen, Jambusen),die als Obst beliebt und auch arzueikräftig sind; !Rinde, Blätter u. Samen in meinem. Gebrauch,ü. malaeesuois D6. (fl. äomestioaBaum, mit rothen Blüthen u. rothen, länglichrun-den, wohlschmeckenden, apfelgroßen Früchten (Ro-scnäpfel).

Jambnlos, ein griechischer Kaufmann, derungefähr im 2. Jahrh. v. Chr. auf einer Reisedurch Arabien gefangen genommen, auf einSchiff gesetzt u. nach dem Indischen Archipel ver-schlagen wurde. Nach 7 Jahren kanr er glücklichin seine Heimath zurück. Sein Bericht ist durchDiodor auszugsweise überliefert worden; die vonihm beschriebene Insel ist aller Wahrscheinlichkeitnach Bali.

Jamburg, Kreisstadt im russ. Gouv. St.Pe-tersburg, an der Luga, Station der BaltischenEisenbahn, hieß früher Jam-(Gorod); mehrereFabriken; 2490 Einw. In der Nähe Überresteeiner ehemaligen Festung. I. wurde 1883 alsJama von den Nowgoroderu gegründet, 1411von livländischen u. ehstländischen Rittern belagert,

1612 von den Schweden erobert, 1703 von denRussen genommen u. ihr von Peter dem Großender Name I. gegeben; Katharina II. erhob I.

1783 zur Kreisstadt.

Jambus (v. Gr., Jambos, dreisilbig zu spre-chen), 1) (Metr.) zweisilbiger Versfuß in steigen-dem Rhythmus, aus einer kurzen n. einer langenSilbe bestehend Aus jambischen Füßen

zusammengesetzte Verse haben das JambischeVersmaß. Die Griechen und Römer maßen t

dasselbe nach Dipodien (^. ^. ._), d. h. sie sahen 1

je 2 Jamben zusammen als eine Einheit an, u.gestatteten statt der Kürze des ersteren Fußes eineLänge, also den Spondeus (— ^. ^, ^.), lösten wolauch dieLänge in je 2 Kürzen auf (— ^ ^) n.

verbanden gewöhnlich6Jamben od. 3 Dipodien (da- ^her jambischer Trimeter, bei den Römern Senarius)zu einemVerS (^^^^ f — f —

Dies ist z. B. der gebräuchlichste Vers für denDialog im alten Drama. Er hat mitten im 3.oder 4. Fuße eine Cäsur, z. B. Lsa f tus iiHgm f prooul f n«Ao f biis (Horaz). Erfunden sein soller von Archilochos (s. d.). Am freiesten wurdeder I. (auch in achtfllßigen Versen oder Jam-bischen Tetrametern) von Len Komikern behandelt,die ihm durch den häufigen Wechsel mit (in den ^ungeraden, d. i. in dem 1., 3., 5. Fuße stehendenAnapästen ^, ^,), mit Tribrachen (-. ^ ^),Daktylen ^), Spondeen (^ ^,) den mannig-faltigsten Gang gaben. Die Schlußsilbe des Versesist stets aneexs (—) u. darf nicht aufgelöst werden.Besonders reich an Jamben ist die DeutscheSprache, weshalb diese Versart (zwei- bis sechs-füßig) bei uns eine der gewöhnlichsten ist, nament-lich bei den dramatischen Dichtern. Seit Lesflngwird bes. der fünffüßige J.-Vers für das Drama