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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
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Jakuti — Jalta.

Jenisseisk; sie sind seit 1620 russisch u. jetzt fastalle getauft; aber ihre Begriffe vom Christenlhumsind schwach u. unbestimmt; Pferde u. Hornviehsind ihr Hauptreichthum, fehlt Vieh, dann werdensie Pelzjäger oder Fischer. Ihre Sprache gehörtzu dem türkisch-tatarischen Stamme (Sprache derJakuten, Grammatik, Text u. Wörterbuch von O.Böthlingk, Petersb. 1851).

Jakuti, eiue arabische Schriftart, s. u. Arab-ische Sprache 1 ).

Jakutsk, 1) Gebiet (Provinz) in der östlichenHauptverwaltung Sibiriens; das begrenzende Eis-meer ist nur wenige Wochen im Sommer derKüstenschifffahrt zugänglich u. nie frei von Treib-eis. Der Boden ist größtentheils gebirgig, außer-dem tiefeben u. mit weiten Tundrastrecken bedeckt,die im Sommer nur oberflächlich aufthauen;Flüsse: Lena, mit vielen Nebenflüssen, Olenek,Jana, Jndigirka und Kolyma, sämmtlich in dasEismeer. Die Gegenden sind die au Pelzthierenreichsten u. die von dort kommenden Felle die ge-suchtesten, sie sind nebst den von der Lenamünd-ung kommenden Mammuthzähnen die wichtigstenHandelsgegenstände. Das Klima ist sehr rauh u.äußerst kalt. Die Gesammtfläche des Gebietes be-trägt 3,329,192„ s^slem (71,358 UM), mit (1870)231,977 Ew., also etwa 3 Köpfe auf eine H>M;aber es ist das größte Gebiet Sibiriens, meist vonJakuten bewohnt. Überhaupt sind im Gebiet 6Städte, 3 Sloboden, 15 Pfarrdörfer u. 36 Dörfer.Die Einwohner nähren sich hauptsächlich von denErzeugnissen des Fischfangs u. der Jagd, wozusie jedes Frühjahr ausziehen, um erst im Spät-sommer wiederznkehren. Als Zugthiere brauchensie häufig Rennlhiere u. bes. Hunde; 3) Haupt-stadt des Gebietes, nahe au der Lena, gegründet1632 Mittelpunkt des Handels von Nordsibirien,hält alljährlich eine stark von Einheimischen be-suchte Messe vom 1. Juli bis 1. August, bedeut-ender Handel mit Pelzwerk. I. hatte 1871 4562Ew., einige Kirchen, Centralverwaltuug, Kernhäu-ser, Salzmagazin u. mehrere Schulen; kein ein-ziger grüner Baum beschattet hier die Häuser, Allesist kahl u. öde, nicht einmal ein einziges Gärtchen,ein Apfel- od. Birnbaum, wie in anderen dortigenStädtchen zu finden. Arendw.

Jalapa, Stadt im mcjican. Staate Veracruz,1326 m ü. d. M. in schöner fruchtbarer Gegend;über die Einwohnerzahl schwanken die Angabenzwischen 11—37,000Ew. Jedenfalls hat die Stadtgegen früher an Bedeutung verloren.

Jalapenharz, aus der Jalapeuwurzel (s. Ipo-maea) durch Alkohol extrahirt u. durch Wasser ge-fällt. Braun, spröde, bitter, leichtlöslich in Alkohol,zum Theil löslich in Äther. Enthält 2 Glyco-side, Convolvulin 62 , 8 ^ 0 ^, und Jalapin,LgzlkxsOlg. Das Harz dient als Purgans. Broglie.

Jalapenwurzel, s. Ixowuou.

Jalemos (gr.), Klage, Trauerlied; genanntnach seinem Erfinder Jalemos, Sohn des Apollonund der Kalliope oder Klio, Bruder des Hymen.

Jaiisco, einer der westl. Küstenstaaten derBuudesrcpublikMejico,101,435sH>cm (1842 HsM)mit 966,689 Ew., liegt im N. auf dem Hochlandevon Anahuac und besteht aber großentheils ausEbenen, welche von der Sierra Madre durchzogen

werden. Im S. erhebt sich der Vulcan Colinwzu 3140 m. Die Küste ist, namentlich in duGegend der Punta Bayoua, mit ausgedehntenWaldungen bestanden. Mit Ausnahme der Küsten-striche ist das Klima gemäßigt und gesund. DerHauptfluß des Staates, der Santiago, durchfließtden Chapala-See n. ergießt sich in den GroßenOcean. Die Bewohner sind seßhafte Ackerbauerwelche auch Bergbau und Manufacturen treiben!An der Küste wohnen Neger und Samdos. DieHauptstadt des Staates ist Guadalajara,alle (Schifsb.), s. u. Tjalk.aloinitza, Nebenfluß der Donau in der Wa.lachei, entspringt auf deu Karpathen auf der Grenzegegen Siebenbürgen, östlich vom Törzburger Passe,nimmt die Prahowa auf und mündet unterhalbHirsowa.

Jalon (fr.), 5—8 m lange, abwechselnd rothu. weiß gebänderte Absteckstäbe, zugespitzt, um in dieErde seslgesteckt zu werden, besonders zum Mar-kiren von Netzpunkten bei Aufnahmen, sowie beiNivellements zur Angabe der Richtung; Jalo n<iren, mit Pfählen abstccken.

Jalon, ein 165 Lin langer rechter Nebenflußdes Ebro in Aragonien (Spanien), entspringt ansdem hohen Plateau von Siguenza, strömt imAllgemeinen von SW. nach NO., nimmt bei Ca-lataynd den viel längeren Jiloca auf und mündrtoberhalb Zaragoza. 30 Icm oberhalb seiner Münd-ung wird der I. vermittelst eines Aquäducts überden Kaiserkanal geführt. H- B-riL

Jalousie (sr.), 1) Eifersucht; 2) (Bank.) einim Aeußern angebrachter Fensterladen, aus einemhölzernen Nahmen bestehend, in welchem horizon-tal liegende, um Zapfen drehbare Brettchen durcheinen an diesen befestigten Eisenstab alle zugleichin dieselbe Richtung gebracht werden können, sodaß sie entweder übereinander greifen, wodurchdie I. geschlossen ist, od. in wagerechter Richtungstehen, wodurch die I. offen ist. J-n, bei wel-chen die etwa 6 om breiten Brettchen nur anstarken Flachschnüren befestigt sind, mit deren Hilftsie beliebig gestellt u. wie ein Vorhang in die Höhegezogen und herabgelassen werden können, heißenamerikanische Holz-J-n und kommen ihrerVorzüglichkeit halber immer mehr in Gebrauch.Sie werden seitwärts in senkrechten, 9 om i. L.weiten, Führungsleisten gehalten u. oben am Fen-stersturz durch Lambrequins aus Blech geschützt.

Jaloux (fr.), eifersüchtig. iMm.

Jalpuch, Nebenfluß der Donau, entspringt inder russischen Provinz Bessarabien, südwestlich vonKischiuew, fließt in südlicher Richtung und bildetkurz vor seiner Mündung in der Moldau de»gleichnam. fischreichen See.

Jalta» Kreis- und Hafenstadt im russ. Gonv.Taurien, an der SKüste der Krim, in einem reizen-den Thale am Fuße des Jaila-Gebirges, Haupt-station der Dampserlinie zwischen Odessa und derKrim, mit aufblühender Schifffahrt u. Industrieu. Weinbau; 1369 Ew. I. ist ein Lieblingsaus-enthallsort der russ. Kaiserfamilie. Im Kreise derStadt findet man viele Überreste griechischer undgenuesischer Festung?- n. Bauwerke, sowie Land-häuser u. Gärten russischer Magnaten, wie Ori-anda, kaiserliches Lustschloß am Meere, Alupka,