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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
Entstehung
Seite
561
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dies immer nach etwa 29'/z Tagen wiedcrkehrt,,Heils 29 Tage (hohle Monate), theils 30 Tage/volle Monate). Da nun aber gewisse Feste sich nachder Tag- n. Nachtgleiche richteten, od. von derReife der Früchte und der Zeitigkeit der jungenThiere abhingcn, so mußte man diese Monden-mit dem Sonncnjahre in Einklang zu bringensuchen. Dies geschah durch einen hinter den letztenMonat Adar eingeschobenen Monat, der Weadard. h. doppelter Ädar genannt wurde. Die Ein-schiebung der Schaltmonate geschieht in einem fest-gesetzten Cyklus von 19 I n 7 mal, so daß inner-halb dieser auf 12 gemeine J-e (Schanah Meo-phereth) 7 Schaltj-e (Schanah Besutah) kommen.Die Zahl der Tage ist, je nach der Anzahl dervollen Monate, stets wechselnd; sie beträgt fürein regelmäßiges gemeines I. 354, Schaltjahr384, kann aber auch je um einen verlängert od.verkürzt werden, also auch 353, 355, 383, 385betragen. Ob schon die alten Hebräer ein heiligesod. kirchliches »eben dem bürgerlichen I. gehabthaben, ist streitig; die Juden nach dem Exil be-gannen, wie noch die heutigen, ihr heiliges I.mit dem Monat Nisan (etwa unserem März),u. nach ihm werden die Feste n. heiligen Ge-bräuche geordnet; das bürgerliche I. mit demMonat Tischri (der Mitte unseres Septbr.), nachdemselben wurden Verträge geschlossen, die Obrig-keiten gewählt, die Erlaß- und Jnbelj-e, sowiedie Brachjahre berechnet. Die Festsetzung derjüd. J-eslänge wird dem Patriarchen Hrllel demJüngeren im 4. Jahrh. n. Ehr. verdankt, ä)Das Babylonische, ein Sonnen-J., dessen Ein-führung mit Nabonassar datirt wird, gab demI. 365 Tage ohne alle Einschaltung. Es bliebgegen das Julianische Sonnenj. alle 4 I. umeinen Tag zurück, so daß 1460 Jnlianische J-e 1461 Narbonassarischcn waren. Es wurdevon den persischen Magiern u. den Griechen unterKönig Philipp von Makedonien angenommen;PtolemäoS bediente sich dessen in seinem Almagestu. die Ägypter unter der persischen Herrschaft. Esbestand aus 12 Monaten von 30 Tagen u. 5angehängten Tagen, s) Das ursprüngliche Jahrder Ägypter, wenigstens Las, von dem wir dieerste historische Kunde haben, bestand ans 12Monaten zu 30 Tagen, also 360 Tagen, in 4J-eszeiten cingetheilt. Um die Differenz mit demSonnenjahr anszugleichen, wurden später am Endejeden J-s 5 Ergänznngstage (Epagomenen) an-' gefügt. Gleichwol wurden 1460 astronomische gleich1461 bürgerlichen, so daß erst nach 14'/^ Jahrh.die Uebereinstimmung wicderhergestellt wurde (dieSothisperiode siehe u. I - rechnung). Nach derSchlacht bei Aetium, wodurch Ägypten unter die! Herrschaft der Römer kam, wurde das Neuägyptische(Attische) I. eingeführt. Der Anfang desselben istder 29. Aug. 30 v. Ehr.; die 12 dreißigtägigenMonate u. die angehängten Tage (Pagomen) blie-ben; nur wurde alle 4 Jahre ein Schalttag, u. zwarz» Ende des J-es u. ein I. früher als nach derJulianischen J-einrichtung eingeschoben. Diesementsprichtdas Äthiopische,nur daß die MonateandereNamen führen u. das auch von den äthiopischen! u. koptischen Christen angenommene Syrische I.,das übrigens seinen Anfang aus den 1. Oct. setzt.

Pirrers Nniversal-ConversatiLirs-Lekikon. 6. Aust. X.

k) In Griechenland findet sich eine Eintheilnng in3 J-szeiten, ea§ (Frühling), Sepok (Sommer),/ec.uwr- (Winter), auch 4 u. mehr, wo dann nochörrwxia u. später ->S-t«-o7rwx,oi- (Spätsommer u.Herbst) hinznkommen, ohne daß jedoch dadurchfeste Zeitformen geschaffen wurden. In der ge-regelten Eintheilnng war das Altgricchische, auchAttisches genannte I. ein Mondj. von 354 Tagen,eingetheilt in 12 Monate von 30 u. 29 Tagen,deren Namen: Hekatombaion, Metagcitnion,BoLdromion, Maimakterion, Pyanepsion, Posei-deon, Gamelion, Anthesterion, Elaphebolion, Mu-nychion, Thargelion, Skirrhophorion waren.Das I. begann mit der Sommersonnenwende.Um die Übereinstimmung mit dem Sonnenjahraufrecht zu erhalten, schaltete man von Zeit zuZeit einige Tage (xi-a/ö^xr-ar) ein. Dies führtezu der seit Solon in Athen regelmäßig dnrchge-sührten Bildung eines Schaltcyklus von 8 J-en(Oktaeteris, Ennaeteris), der durch den Zusatzeines 30tägigen Schaltmonatsoder zweiter Poseideon) im 3., 5. und 8. I.die Übereinstimmung herznstellen suchten. Auchdieses genügte nicht u. man gelangte zn der Bild-ung einer doppelten Oktaeteris (Hexkaidekäöteris),wo in den ersten 8 Jahren im 3., 5. u. 8. J-eein zweiter Poseideon von 30 Tagen, in denfolgenden 8 Jahren auch im 3., 5. u. 8. J-eein solcher von 31 Tagen eingeschobcn, am Ende,in der 10. Hexkaidekaeteride aber ein Schaltmonatvon 30 Tagen ausgelassen wurde. Andere Ein-schaltungscyklcn wurden von Meton 432, Kalip-pos 330 n. Hipparchos 128 v. Ehr. vorgeschlagen,von denen der Metonische, ein 19jähriger, mit7 Schaltmonaten u. je 1 Schalttag ans 4 gemeineJ-e um das I. 330 inAthen u. später auch in ande-ren griechischen Staaten eingeführt wurde. Die J-eder anderen griechischen Staaten unterscheiden sichwenig von diesem System, meist nur in Bezugauf den Termin des Jahresanfangs und ausNamen und Aufeinanderfolge der Monate. DerEinfluß der Römer, vielleicht auch des Christen-lhmns, bewirkte endlich die Annahme des Jnlia-nischen Sonnenj-es, das sich auch noch bis heuteerhalten hat. g) Das Etruskische I. war eineVerbindung der Mondmonate mit dem Sonnen-jahre; wie dies bewirkt wurde, ist unbekannt. Dajährlich in dem Tempel der Nortia zn Volsiniider J-esnagel cingeschlagen wurde u. dies in Rom,wohin jene Lutte verpflanzt worden war, an denSeptember-Iden (13. Septbr.) geschah, so kannman annehmen, daß das Jahr der Etrusker mitdiesem Tage begann, k) Das Arabische u. Tür-kische I. ist ein reines Mondenj. von 354 Tagenmit einem 30jährigcn Cyklus, indem 11 J-eSchaltj-e von 355 Tagen sind. Die Monate,abwechselnd von 30 u. 29 Tagen, heißen: Mo-harrem, Safar, Rebi ul ewel, Rebi nl achir,Dschemadi ul ewel, Dschemadi ul achir, Nedscheb,Schaban, Ramadan, Schewal, Dsu'l-kade, Dsu'l-hidsche. Der Anfang dieser J-seintheilung datirtvon der Hedschra (16. Juli 622). i) Das altepersische I. nach dem Avesta enthielt 360 Tage,eingetheilt in 12 Monate, denen 5 Zusatztage, Gatha,zngefügt wurden. Im Wesentlichen findet sich eswieder in den jetzigen neupersischen od. GelaleischenSand. zg