Druckschrift 
Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
Entstehung
Seite
560
Einzelbild herunterladen
 

560

Jahr.

tionen, hinsichtlich seiner Länge, des Anfangs undder Einteilung, sehr abweichende Bestimmungen,s) Bei den Römern wurde das während derRepublik geltende an) altrömische (Romulische,Albanische) auf Romulus und Numa Pompiliuszurückgeführt. Es umfaßte anfänglich 10 Monate:Martins, Xprilis, Liasus, üunius, Huiuotills,Lsxtills, Lsptsmdsr, Oetober, November, Os-oemdsr, darunter Martins, Najus, (juiuotiiis,Ootodsr von 31, die übrigen von 30 Tagen.Sein Anfang fiel mit der Ankunft des Frühlingszusammen. Diesem nur 304 Tage zählenden undnach den Jahreszeiten sehr wandelbaren I. sollschon Romulus 56 Tage angehängt haben, ausdenen Numa Pompilius 2 neue Monate stanu-arius (von 31) und Pedruarius (von 28 Tagen)bildete und überhaupt ein Mondenjahr von 355Tagen zu Stande brachte. Um dieses aber mitdem Sonnenjahr in Übereinstimmung zu bringen,wurden jedesmal im anderen J-e wechselsweise22 u. 23 Tage nach dem 23. Febr., unter demNamen Llsnsis Nsrosäovius oder Intsroaiariseingeschaltet. Acht solcher wechselsweise gemeinerJahre von 12 und Schaltjahre von 13 Monatenhatten 2930 Tage, also 8 Tage mehr, als ebenso viele Sonnenjahre von 365 H Tag gehabthaben würden. Diesem sollte dadurch abgeholfenwerden, daß man dem 8. I. statt 23 Tage nur15 zusetzte. Nach anderer Annahme wurde dieseAusgleichung des Sonnen- u. Mondenjahres erst450 von den Decemvirn angestrebt, die auch denSchluß des J-es von Februar auf December ver-legt haben sollen. Infolge der Nachlässigkeit undWillkür der mit dieser Einschaltung beauftragtenPriester, war indessen die größte Unordnung ent-standen und zu Cäfars Zeit die Verwirrung sogroß, daß der 1. Januar des römischen dem 13.October des richtigen J-es entsprach. Julius Cäsarberief daher den ägyptischen Mathematiker Sosi-genes nach Rom, welcher, unterstützt durch denSchreiber Flavius, den Anfang der Reform damitmachte, daß er in das 708. I. nach ErbauungRoms (das 45. v. Ehr. Geburt) die Tage, umwelche man zurück war, in zwei Abtheilungen, dieeine von 23 als Llsnsis Nsrosäonius nach dem23. Februar und die andere von 67 Tagen alseinen ungenannten Doppelmonat zwischen Novem-ber und December einfügte. Jenes I. also ent-hielt 445 Tage, bestand aus einem Numaschen I.von 355 Tagen und 90 zugesügten Tagen underhielt daher den Namen Confusionsjahr(Xnnus oonkusionis). Die drei ersten Monatevon 80 Tagen müssen noch aus das vorherigeI. gerechnet werden. Mit dem 1. März diesesConfusionsjahres beginnt eigentlich bd) das ersteJulianische I., indem die noch übrigen J-e365 Tage betragen. Doch wird dasselbe erst von dem1. Januar des folgenden Jahres an gerechnet,wo die Monate die noch jetzt gewöhnliche Tage-zahl bekamen u. dabei die früheren Benennungenbehielten, doch so, daß der tzulnotilis später stu-11ns und der Lsrtilis später XuAustus genanntwurde. Zugleich wurde festgesetzt, daß gemäßden genaueren Bestimmungen alexandrinischerAstronomen über die Länge des Jahres als 365Tage 6 Stunden, in jedes vierte Jahr nach dem

23. Febr. ein Tag eingeschaltet werden, dieserMonat daher statt 28 Tage 29, ein solches Schalt-jahr also 366 Tage bekommen sollte. Dieses inalle römische Provinzen eingeführte I. wurde auchd) von den Christen angenommen, welche bloßihre Feste an die Stelle der heidnischen darin !setzten und auf den Vorschlag Dionysius' desKleinen um das I. 532 die Jahreszahl in diejetzt gebräuchliche christliche veränderten. Da jedochdem Julianischen I. die Voraussetzung zu Grundelag, daß das astronomische I. gerade 365H Taobetrage, so gab dies in der neu angehobenen Zeit,rechnung einen Unterschied von etwa 18 Stunden20 Minuten auf jedes Jahrh., um so viel esnämlich zurückblieb. Deshalb warf Papst Gre-gor XIH., unter dem Beirath des Italieners Aloy.sius Lilius und anderer Astronomen, im I. izzzaus dem October 10 Tage weg und ließ gleichauf den 4. den 15. Oct. folgen; zugleich trasman die Bestimmung, daß immer drei Säcular-jahre, welche bisher nach der Julianischen Ein-richtung auch Schaltjahre waren, gemeine u. nur !jedes vierte Säcularjahr ein Schaltjahr sein sollte. IDemnach war das I. 1600 ein Schaltjahr, dieJ-e 1700 u. 1800 aber keine, wie denn auch dosI. 1900 keins, dagegen das I. 2000 wieder einSchaltjahr sein wird. Durch dieses verbesserteJulianische oder Gregorianische I. ist nundoSbürgerliche I. dem astronomischen so nahe gebracht,daß der, schon von diesem Papst und seinen Ge-lehrten erkannte Unterschied, um den es zu langist, in 400 Jahren nur etwa 3 Stunden beträgt, 'die sich erst nach 3200 Jahren zu einem Tageanhäufen werden, der dann durch eine unter-bleibende Einschaltung ausgeglichen wird. Diese >Gregorianischen J-e sind auch in dem sogenannten >verbesserten Kalender der Protestanten beide- !halten. Im protestantischen Deutschland, in der >Schweiz, in Holland u. Dänemark, geschah dieseAnnahme im I. 1700, indem man die letzten UTage des Februar wegließ und gleich vom lS. §Februar auf den 1. März überging, in England !im I. 1752, in Schweden aber 1753. Man be-zeichnet diese Zeitrechnung als den Kalender neuen jStils, während in Rußland und überhaupt inder Griechischen Kirche noch die Manischen J-e,der sog. Kalender alten Stils, im Gebrauch ge-blieben sind. Die Differenz ist seit 1800 auf iSTage gestiegen, um wie viel das I. später an-fängt; zur Ausgleichung mit dem gregorianischen !System ist es üblich, beide Zahlen in der Art zuschreiben, daß die gregorianische über, sdie julian-ische unter der Linie steht, z. B. 29/17. April,der Geburtstag des russischen Kaisers, in Europaauf den 29. fallend.

Von den zum Theile jetzt noch bestehendenJahreseinrichtungen der übrigen Völker der Vor-zeit sind folgende die merkwürdigsten: o) DaSI. der Hebräer, ursprünglich ein Mondenjahr u.in 12 in der ältesten Zeit nur der Ordnung u.Zahl nach unterschiedene Monate getheilt, derenNamen nach dem Exil: Nisan, (sonst Abib), Jjarsonst Sif), Silvan, Thamuz, Ahb, Elul, Tischst(sonst Ethan), Maschewan, Kislev, Thebet, Sche-wat, Adar. Diese Monate, nach dem Sichtbar-werden des Neumondes gemessen, hatten, weil