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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
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Jähns Jahr.

Gottfr. Hermann, Ludw. Uhland rc. Sein NeffeMichaelis gab aus seinem archäologischen Nachlaßheraus: Die Griechischen Bilderchroniken, Bonn1873. Vgl. Springer, Gedächtnißrede in den Grenz-boten, 1869, Nr. 45; Max Jordan im Daheim1870, Nr. 13. 1) V Lagai.« 3) Eichhoff.

Jähns, Max, Militärschriftsteller, geb. 1837in Berlin, wurde 1857 Offizier, nahm aber schon1864 seinen Abschied und widmete sich nun ger-manistischen Studien, bis er 1866 ein Decernatim Kriegsministerium erhielt; 1867 in dem Neben-etat für wissenschaftliche Zwecke des Großen Ge-neralstabes angestellt, wurde er 1869 Hauplmann,1870/71 als Liniencommissär des Generalstabesverwendet und 1872 Professor der Geschichte derKriegskunst an der Kriegsakademie in Berlin.Er schr.: Kriegu. Friede, Berl. 1868; Volksthumund Heerwesen, ebd. 1870; Deutsche Feldzügegegen Frankreich, Lpz. 1871; Roß u. Reiter mLeben, Sprache, Glauben u. Geschichte der Deut-schell, ebd. 1872, 2 Bde.; Das franz. Heer vonder großen Revolution bis zur Gegenwart, ebd.1873; Oberst Emil v. Sydow, Berl. 1873; DieKriegskunst als Kunst, Lpz. 1874; Die Schlachtbei Königgrätz, ebd. 1876. Zum Gedächtniß seinesGroßvaters u. Lehrers K. F. v. Klöden gab er dessenJugenderinnerungen heraus, Lpz. 1874. iagai.

Jahr, ein Hauptabschnitt in der Zeiteintheilung;gewöhnlich der Zeitraum, in welchem die Erdeihren Lauf um die Sonne vollendet (Sonnenjahr).Man unterscheidet ein astronomisches undbürgerliches I. Das astronomische Jahr hatverschiedene Beiwörter. Das tropische Jahrbezeichnet die Zeit, die zwischen zwei aufeinanderfolgenden gleichnamigen Aequinoctien verfließt. ZumAnfangspunkt dieses Jahres wird der Zeitpunkt ge-nommen, in welchem die Sonne scheinbar den Früh-lingspunkt d. i. der Dnrchschnittspunkt des Äqua-tors u. der Ekliptik von Süd nach Nord passirt, wo-bei also die Erdachse gegen den Radiusvektor nachder Sonne senkrecht steht und für alle Orte derErde Tag und Nacht gleich sind, für die nörd-liche Hemisphäre aber Frühlingsanfang ist. In-folge der Präcession ist dieser Punkt kein festerder Erdbahn, sondern geht jährlich ca. 50j Bogcn-secunden rückwärts. Dieser Rückgang des Früh-lingspunktes, folglich auch die Länge des tro-pischen Jahres, ist aber kleinen Schwankungenunterworfen. Diese Differenz der tropischen Jahres-länge kann bis auf 38 Sekunden wachsen, so daßman genöthigt ist, ein mittleres tropischesI. zu berechnen. Dasselbe ist nach den neuestenBerechnungen 365 Tage 5 Stunden 48 Minuten46,^ Sekunden und wird diese Länge wirklichhaben im I. 2360 n. Ehr. Im I. 3040 v. Ehr.hatte es seine größte Länge, 365 Tage 5 Stunden49 Minuten 24,g, Sekunden; im I. 7600 n. Ehr.wird es seine kleinste Länge haben, nämlich 38Sekunden kürzer, als das mittlere. Das Sibe-rische I. (Sternenjahr) ist die Periode eineswirklich vollendeten einmaligen Umlaufs der Erdeum die Sonne; es ist im Mittel um etwas über20 Minuten 23 Sekunden länger als das tro-pische Jahr und beträgt 365 Tage 6 Stunden 9Miauten 10,Sekunden. Der Unterschied beider^J>e beruht aus dem Vorrücken der Nachtgleichen..

Dieses aber wieder ist eine Folge der Anziehungder Sonne und des Mondes auf den abgeplatte-ten rotirenden Erdkörper. Deshalb geht der Früh-lingspunkt in jedem Jahrh. um 5025 Sekundenrückwärts oder von Ost nach West, vollendetalso in 25,600 J-en einen Umlauf. Auf die Längedes siderischen J-es haben die säkularen Stör-ungen keinen Einfluß, da die Unveränderlichkeitder halben großen Achsen sammtlicher Planeten-bahnen ein nothwendiges Ergebniß des Newton-schen Gravitationsgesetzes ist. Nur temporär undohne regelmäßige Periodicität können auch hierVeränderungen eintreten. Das Ano malistischeI. ist die Periode, welche die Erde braucht, umvon ihrem Aphelium bis wieder dahin zu ge-langen: 365 Tage 6 Stunden 13 Minuten 59Sekunden. Das astronomische Mondjahr istdie Periode von 12 mittleren synodischen Mona-ten, wovon jeder nahe an 29 Tage 12 Stunden44 Minuten 3 Sekunden beträgt, das I. aber354 Tage 8 Stunden 48 Minuten 38 Sekundenbefaßt. Der Unterschied zwischen ihm und demSonnenjahr wird als Epakte bezeichnet. Pla-tonisches oder großes Jahr wird zuweilendie Umlaufszeit des Frühlingspunktes in der Ek-liptik genannt, eine Periode von 25,600 J-en.Das Bürgerliche I. ist die Zahl von Tagen,die in obiger, nach astronomischen Bestimmungengetroffener Zeitabtheilung ganz abgelaufen sind.Es kann ebenso ein Sonuenjahr (jetzt am gewöhn-lichsten), wie ein Mondenjahr, oder ein aus beidenzusammengesetztes sein. Um das bürgerliche I.mit dem astronomischen I. in Übereinstimmungzu bringen, schaltet man von Zeit zu Zeit in eingemeines I. von 365 Tagen einen Tag ein, umden Überschuß der Zeit eines jeden tropischen J-esüber die Tagezahl in das bürgerliche I. zu be-fassen. Vgl. Kalender und Schalttag. Der An-fang ist willkürlich; nach dem GregorianischenKalender hebt es den II. Tag nach dem Winter-solstitium, oder mit dem 1. Januar an und istin 12 Monate, sieben von 31 Tagen, vier von30 Tagen u. einen von 28 Tagen in einem gemeinenI., von 29 in einem Schaltjahr, getheilt. DasKirchenjahr, die Anordnung des Jahres nachrein kirchlichen Bestimmungen, unterscheidet sichjetzt vom gemeinen I. nur durch die Verschieden-heit seines Anfangs und Schlusses; es beginntmit dem vierten Sonntag vor dem ersten Weih«nachtsfeiertag, dem ersten Adventsonntag, u. endigtmit dem Sonnabend vor demselben; da aber dererste Weihnachtsfeiertag stets auf den 25. Dec.fällt, mithin auf jeden Wochentag fallen kann, soergibt sich daraus die Verschiedenheit der Längeder Adventszeit, also auch des Kirchenjahres,die nach unserem Kalender aber nie vor dem 27.Nov. und nie nach dem 3. Dec. beginnen kann.In ähnlicher Weise war bei den Römern nebendem bürgerlichen I. ein Consnlarjahr (L-nnusconsularis), d. i. die Zeit vom Antritt der Con-suln (u., bei der Unterbrechung der Consulreihe,der Decemvirn u. Kriegstribunen) bis zu ihrer^ Abdankung, dessen Anfang ein im Laufe der Ge-i schichte oft wechselnder war und jetzt oft nicht mehr^u bestimmen ist. Das I. erhielt in frühereriZeit und erhält noch jetzt bei verschiedenen Na-