Druckschrift 
Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
Entstehung
Seite
558
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für die Haseyanlagen sind auf mehr als SO Mill.,die für die Anlagen von Festungswerken, durchwelche der Kriegshafen nicht allein gegen einenAngriff von der See, sondern auch vom Landeher geschützt werden soll, auf 36 Mill. veran-schlagt worden. Das Jahdegebiet gehört zurLanddrostei Aurich der preuß. Prov. Hannover u.bildet nur einen einzigen Ort, die Stadt Wilhelms-haven 1875 mit 10,174 Ew. Ein Kanal vonder I. nach der Ems wird gebaut. H- Berns.

Jahn, 1) Friedrich Ludwig, der Turn-Vater genannt, geb. 11. Aug. 1778 in Lanz in derPriegnitz, Sohn eines Predigers; studirte in Halleu. Güttingen Theologie, war dann Hauslehrer inGreifswald, wo er mit E. M. Arndt bekannt wurde,ging 1805 nach Jena, um sich zu habilitiren,entschloß sich aber aus Patriotismus in das preuß.Heer zu treten, erreichte es jedoch erst, als es aufder Flucht war und floh nun mit nach Lübeck.1809 kam er nach Berlin, wurde 1810 Lehreram Kölnschen Gymnasium und gründete hier 1811eine Turnanstalt, um die Jugend durch Entwickel-ung der physischen Kräfte u. Abhärtung von derweichlichen Erziehung abzuleiten; 1813 sprach erkräftig für die Erhebung des preußischen Volks,trat mit den meisten seiner Turner in dasLützowsche Corps, wurde hier Offizier und führtetemporär das dritte Bataillon. Nach dem Frie-den nach Berlin zurückgekehrt, richtete er sogleichseine Turnanstalt wieder ein, wurde 1817 alsTurnlehrer angestellt: zugleich wirkte er durch seineVorträge über deutsches Volksthum. Indessen balderwachte gegenüber dem hier gepflegten freien u.derben Wesen erst Mißbilligung der Eltern rc.,die sich rasch in Verdächtigungen wandelte, und sowurde, der Beförderung der Demagogie verdächtig,1819 nicht nur die Turnanstalt in Berlin unddem ganzen Preußischen Staate geschlossen, son-dern auch I. selbst, der eben einen Ruf als Professornach Greifswald annehmen wollte, wegen dema-gogischer Umtriebe verhaftet, zur Untersuchung ge-zogen und nach Spandau, dann nach Küstriu u.zuletzt 1820 auf ministeriellen Befehl nach Kol-berg gebracht; er wurde zwar 1824 durch dasOberlandsgericht in Breslau zu zweijährigerFestungsstrafe verurtheilt, durch das zu Franksurta. d. O. aber 1825 freigesprochen und lebte, mitBeibehaltung seines Gehalts, zu Freiburg an derUnstrut, dann aus polizeilichen Befehl seit 1829zu Kölleda; doch erhielt er hernach Erlaubnißwieder nach Freiburg znruckzukehren, wo 1838eine Feuersbrunst seine ganze Habe verzehrte.1848 wurde er vom Freiburger Wahlbezirk indie Deutsche Nationalversammlung gewählt, woer zur äußersten Rechten gehörte und in den Sep-tembertagen kaum thätlichen Mißhandlungen ent-ging. I., der einstige intellektuelle Urheber derDeutschen Burschenschaft, konnte sich in diesenVerhältnissen keinen Einfluß mehr verschaffen undst. 15. Oct. 1852 in Freidurg. Schriften: Überdie Beförderung des Patriotismus im DeutschenReich, Allen Preußen gewidmet von (Pseudon.)Höpffncr; Bereicherung des Hochdeutschen Sprach-satzes, versucht im Gebiete der Sinnverwandtschaft,Lpz. 1806; Deutsches Volksthum, Lübeck 1810,2. Ausg., Bert. 1816; Ruueublätter, ebd. 1814;

Die deutsche Turnkunst, ebd. 1816; Neue Runen-blätter, Naumburg 1828 u. a. m.; Lebensbe-schreibungen von Pröhlc, Berl. 1855, v. Anger-stein, ebd. 1861, v. Dicsterweg, Franks. 1864,Rothenburg, Mind. 1841. Ihm zu Ehren nenntsich die Pensionskasse für Turnlehrer und derenHinterbliebene (1863 in Leipzig gegründet) Jahn-Stiftung und wurde 1872 auf dem Turnplätze inder Hasenhaide ein Erzstandbild errichtet. 2)Albert, Geschichts- u. Alterthumsforscher, Sohndes 1854 als Professor an der höheren Stadt-schule in Bern verstorbenen Karl I., geboren9. October 1811 in Bern, studirte seit 1828 inBern, Heidelberg und München, habilitirte sich1834 in Bern, war längere Zeit Lehrer, 1846bis 1847 Unterbibliothekar an der Stadtbibliothekdaselbst; 1853 trat er in den eidgenössischen Staats-dienst über und wurde 1862 Bibliothekar u. 188gSecretär beim Departement des Innern. Er schr.:LasiUrm klotinmans, Bern 1838; ^.nimaäver-sionss in Lasiiii Ll. sporn, ebd. 1842, 1. Heft;Der Kanton Bern, ebd. 1850; Chronik des Kan-tons Bern, ebd. 1857; Die Pfahlbaualterthltmerund Moosseedorf, ebd. 1857; Die keltischen Alter-thümer der Schweiz, ebd. 1860; EmmenthalnAlterthümer und Sagen, ebd. 1865; Lonapnrto,Isils/ranä st Ltspkor, ebd. 1869; Gesch. derBurgundionen, Halle 1874, 2 Bde., u. gab herausdes Joh. Glykas Opus äs vsra szmtnioos ia-trons, Bern 1849. 3) Otto, Philolog, Alter-thumsforscher u. Kunstschriftsteller, geb. 16. Juni1813 in Kiel, gebildet aus dem dortigen Gym-nasium und in Schulpforte (bes. unter Lauge),studirte in Kiel, Leipzig unter G. Hermann, undin Berlin, bes. unter Lachmann, seit Winter 1836auf Reisen nach Kopenhagen, Paris, Rom; 183SDocent in Kiel, 1842 Professor in Greifswald,1847 nach Leipzig an A. W. Beckers Stelle be-rufen, jedoch 1851 infolge der politischen Beweg-ungen für die deutsche Einheit von dem Ministervon Beust nebst Haupt und Mommsen des Amtesentsetzt; mit musikalischen Studien beschäftigt, aber1855 als Professor der Altertlmmswisseuschaft nachBonn berufen; gest. 9. Sept. 1869 bei einemVerwandten in Göttingen. Seine philologischen,archäologischen und musikalischen Schriften sind:Ausgaben des Persius, 1843, 1851 und 1868;des Juvenal, 1851 und 1868; der vsserixtioarois ll.tllonarum des Pausanias, 1860; derElektra des Sophokles, 1861, 2. Ausg. 1872;des Longin über die Erhabenheit; des PlatonischenGastmahls, 2. Ausl. 1875; des Brutus, ors-tor n.äs optimo Zenors ornt. von Cirero; des Florns,1852; lüviipsrioelrns etllulins Obssgusns, 1853;Censoriuus, 1845; Lpulsi ksz'ells st Onpiäo,1856; Klavierauszug von Beethovens Fidelio,1851; Biographie Mozarts, 4 Bde., 2. Ausl.;Eine Reihe archäologischer Aufsätze seit dem Pa-lamedes, 1836; Zwei Sammlungen von BriefenGöthes, 1849, 1868; Darstellungen griech. Dichteraus Vasenbildern, Lpz. 1861; Über bemalte Vasenmit Goldschmuck, ebd. 1865; Darstellungen de!Handwerks- u. Handelsverkehrs, ebd. 1868; Bio-graphische Aufsätze, 1866; Musikalische Aufsätze1866; Aus der Alterthumswissenschaft, 1868; Ver-schiedene Gelegenheitsschriften über Winckelmauu,