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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
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Jägerrecht

Herrschaft des Hauses Liechtenstein. Gesch. s. u.Schlesien (Gesch.). 2 ) (Krnov) Stadt u. Haupt-ort im gleichnam. Bez. des österreich. HerzogthumsSchlesien u. Hauptort des gleichn. Fürstenthums,in einem Thal zwischen,der Großen und KleinenOppa u. am Fuße des Burgberges, Station derMähr.-Schles. Central- u. der Oberschles. Eisen-bahn; mit 3 Vorstädten; Schloß, schöne Decanats-kirche mit 2 Thürmen (den höchsten im Lande),Minoritenkloster, Unter-Realschule, starke Tuch- u.Leinenweberei, Fabrikation vonSchafwollenwaaren,Maschinenfabrik, Bleichen, Papiermühle, 5 Jahr-u. 4 Viehmärkte; 8442 Ew. Dabei die Trüm-mer der Burgen Lobenstein u. Schellenberg.3 ) (Groß-J.) Dorf unweit des Pregel, im KreiseInsterburg des preuß. Negbez. Gumbinnen; 480Ew. Hier 30. Aug. 1757 Sieg der Russen überdie Preußen unter Lehwaldt im SiebenjährigenKriege. H. Berns.

Jägerrecht, Antheil, welchen der Jäger, indessen Revier ein Stück Wild erlegt ist, von dem-selben bekommt; in der Regel der Aufbruch, zu-weilen auch sonstige Stücke.

Jagetroß, ein dreischäftiges, kabelweise ge-schlagenes Tau, welches etwas dünner als einePferdeleine ist u. zum Schleppen oder Bugsirenverwendet wird.

Jaggerl), so v. w. Palmzucker.

Jago (span.), so v. w. Jakob.

San Jago, s. Santiago.

Jagodina, Stadt im gleichnam. Kreise desFürstenthnms Serbien, an der Lcwatschka, unweitvon ihrer Mündung in die Morawa, in einemHalbkreise von Bergen umgeben; Sitz eines Kreis-amtes u. Kreisgerichtes, Progymnasinni; 4429 Ew.

Jagst (Jaxt), ein 195 iriu langer Nebenflußdes Neckars in Württemberg, entspringt auf denHöhen von Walxheim nordnordöstlich von Lauch-Heim im Obcramte Ellwangen, fließt anfangs infast nördlicher Richtung, wendet sich bei Neiden-fels nach NW., fließt zuletzt südwestlich u. mündet,nachdem sie eine Strecke die Grenze zwischen Badenund Württemberg gebildet hat, bei Jagstfeld,Wimpfen gegenüber. Sie nimmt die Sechta,Brettach u. Seckach aus. H- Berns.

Jagstfeld, Dorf, s. u. Friedrichshall 2).

Jagsthausen, Kirchdorf an der Jagst im Ober-amte Neckarsulm des Württemberg. Neckarkreises;S Schlösser, deren eines Geburtsstätte des Götzvon Berlichingen; (1871) 966 Ew.

Jagstkreis, einer der vier Kreise des König-reichs Württemberg; bildet den nordöstlichen Theildesselben u. grenzt östl. an Bayern, südl. an denDonaukreis, westlich an den Neckarkreis u. Baden,nördlich an Baden und Bayern; 5138,gz s^km(93,n sIW) mit (1875) 390,703 Ew. (auf 1 UMm76, in ganz Württemberg 96,4). Der Kreis istimS. gebirgig durch das Aalbuch u. das Härdt-seld, bildet sonst im Allgemeinen eine sich allmäh-lich von S. nach N. senkende, von tiefen Thälerndurchschnittene Hochebene. Flüsse: Jagst, Kocher,Neins, Tauber, Brenz u. Eger. Die südl. Hälftedes Kreises hat ansehnliche Waldungen, in dernördlichen ist die Landwirthschast von Bedeutung.Von großer Wichtigkeit ist die Vieh-, namentlichdie Nindviehzucht; ein ansehnlicher Weinbau wird

Jahde.

nur im SW. an der Rems, sowie im NW. be-trieben; nicht unwichtig ist auch der Obstbau. AnMineralien besitzt der I. hauptsächlich Salz. Diewichtigsten Industriezweige sind: Fabrikation vonGold-, Silber-, Kupfer-, Bronze- und Messing-waaren, von Tabak, Cigarren, Leinwand. Tuch,Wollen-, Baumwollen-, Seiden- und Halbseiden-waaren, Wollen- u. Baumwollenspinnerei, Papier-u. Maschinenfabrikation rc. Seine Bestandtheilesind größtentheils neuwürttembergisch, wie z. B.die Probstei Ellwangen, das Ritterstift Comburg,Antheile an der Grafschaft Limpurg, der größteTheil des Deutschmeisterthnms Mergentheim, meh-rere Reichsstätte, die Besitzungen der verschiedenenLinien der Fürsten von Hohenlohe und sonstigerfürstlichen od. gräflichen Häuser, zahlreiche ritter-schaftliche Besitzungen rc. Einteilung in 14Oberämter. Hauptstadt ist Ellwangen. H.Berns.

Jaguar, Unze, Volls Onoa T,., neucvntinen-tale Katzenart aus der Gruppe der Panther, diegrößte Katze Amerikas, bis 1,5 m lang, kräftigergebaut als der Tiger; bräunlichgelb, an den Sei-ten vier Reihen schwarzer, nicht geschlossener Ringel-flecken, welche braune, schwarzpunktirte Flecken um-geben, unten weiß; bisweilen ganz schwarz; Kopfdicker u. Schwanz kürzer u. dicker als beim Panther;gefährlich,räuberisch; Mejico bis Uruguay. Farwick.

Jahde (Jade), kleiner Küstenfluß in Olden-burg, mündet in den nach ihm benannten Jahde»busen der Nordsee, südwestlich der Wesermündnugan der Oldenburgischen Küste. Der herzförmigeBusen, 192,5 ÜHKm (3,5 tjM) groß, entstanddurch Sturm- und EiSfluthen in den Jahre»1218, 1509 u. 1511, wobei mehrere Ortschaftennntergingen. Die Einfahrt, von der Norderweserdurch Sandbänke (Hohe Weg, Norderplatte u. a.)getrennt, ist bei der 3,54 m steigenden Fluthfür Schiffe jeder Größe fahrbar und hat einmeistentheils über 2Lm breites Fahrwasser, dasin seiner Hauptströmung niemals zufriert. Schon1811 bestimmte Kaiser Napoleon I. die I. fürAnlage des Hauptkriegshafens an der deutschenNordseeküste, und bereits war die Ausführung inAngriff genommen, bei Heppens und Eckwardenwaren Schanzen erbaut, deren Reste bis jetzt zusehen waren, es wurde ein Kanal nach der Ems-mündung abgesteckt und mit seiner Ausgrabungbegonnen: als die Ausführung des Projects durchden Sturz Napoleons gehindert wurde. Da er-warb durch Verträge vom 20. Juli 1853 und 16.Febr. 1864 die Krone Preußen von Oldenburgzwei Striche am Ost- und Westufer des Busens(Jahdegebiet) zur Anlegung eines Kriegs- undHandelshafens. Die Hafenarbeiten begannen schon1855, wegen der großen Terrainschwierigkeitenschritten dieselben aber nur langsam fort, so daßder Kriegshafen erst am 17. Juni 1869 einge-weiht werden konnte. Die Einfahrt zu demselben(Hafenkanal) ist 110m breit, der Hafen selbst hateineLänge von 376 m und eine Breite von 220 m.Zur Ebbezeit hat das Fahrwasser auf der Rhedenoch eine Tiefe von 11 m. 3 Docks sind bereitsfertig gestellt und auch die Werften so weit fort-geschritten, daß schon mit dem Schiffsbau begon-nen werden konnte. 1865 ist Trinkwaffer in derTiefe von 210 m erbohrt worden. Die Kosten