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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
Entstehung
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Jäger Jägcrndorf.

züglich mit der Jagd des Hochwildes u. der zurMitteljagd gehörigen Thiere, auch mit der Dressurder hierzu dienenden Hunde beschäftigen und dieHirschfährten verstehen; Feld-J. (Federschützen),welche die niedere Jagd trieben u. (dann Besuch-J.)Leit-, Hühner- u. Dachshunde abrichteten; Wind-hetzer, welche das Hetzen mit Windhunden be-sorgten; Parforce-J. od. französische I., welchedie Parforcejagd als Piqueurs trieben, hirschgerechtwarenu. Leithnnde drcsfirten; Falkeniere, welcheFalken zogen u. mit ihnen jagten. 2) Jeder, derdie Jagd ausübt. 3) Eine Art von des Jagd-wesens kundigen Bedienten. 4) I. od. Schützen,früher Soldaten, die im Schießen bes. ausgebildetu. als Büchsenschlltzen den Jnfanterie-Abtheilungenzugetheilt waren; später wurden in säst allenHeeren besondere I- oder Schützenabtheilungen,meist als Bataillone, sormirt; sie waren vorzugs-weise zum Positivus- u. zerstreuten Gefecht bestimmt.Mit der allgemeinen Einführung der gezogenenHandfeuerwaffen haben die I. ihre bisherige Be-deutung verloren u. werden im Gefecht wie jedeandere Infanterie-Truppe verwendet, doch habendie meisten Staaten die I. als eine traditionelleod. landesübliche Heereseinrichtung, theilweise mitausgesuchtem Ersätze, beibehalten (s. u. Infanterie).Berittene I. (Oiiasoeurs L eirsval, s. d.) sind inmehreren Armeen eingesührt; sie zählen zur leich-ten Cavalerie u. unterscheiden sich von dieser meistnur durch ihre Unisormirnng. l>Wimmenauerl,.4>z.

Jäger, 1) Friedrich Ritter v. Jaxthal,Augenarzt, geb. 3. Scptbr. 1784 zu Kirchberg(Württemberg); studirte in Würzburg n. Landshutu. kam 1809 nach Wien, wo er sich vorzüglichder Augenheilkunde widmete und 1825 Professoran der Josephs-Akademie, auch Mitglied des Mili-tär-Sanitätskörpers wurde. 1848 legte er seinLehramt nieder u. st. 26. Dec. 1871. Er ist inÖsterreich der Begründer einer neuen Ära in derAugenheilkunde, bewirkte auch in der Türkei dieReorganisation des Sanitäts- u. ärztlichen Schul-wesens, sowie die Begründung einer medicinisch-chirurgischen Akademie in Constantinopel. Er warein Hauptmitarbeiter an Rusts Handbuch der Chir-urgie seit 1830 und schrieb außer verschiedenenJonrnalaufsätzen: Die ägyptische Augenentzünd-ung, Wien 1840. 2) Eduard, Sohn des Vor.,ebenfalls Augenarzt und außerordentlicher Pro-fessor zu Wien. Er veröffentlichte: Über die Be-handlung des grauen Staars an der ophthal-mologischen Klinik der Josephs-Akademie, Wien1845; Über Staar und Staaroperationen, ebd.1854; Beiträge zur Pathologie des Auges, ebd.1855 f.; Über Glaukom und seine Heilung durchJridektomie, ebd. 1858; Ergebnisse der Unter-suchung des menschlichen Auges mit dem Augen-spiegel, ebd. 1855; Schrift-Scalen, ebd. 4. Äufl.1867 (auch in mehreren Sprachen erschienen);Über die Einstellungen des dioptrischen Apparatesim menschlichen Auge, ebd. 1861; Über medicin-ische Unterrichts- u. Prüfungsnormen, Lpz. 1867;und gab heraus: Ophthalmoskopischer Handatlas,Wien 1869. 3) Albert, österr. Geschichtschreibergeb. 8. Dec. 1801 zu Schwaz in Tirol; trat inden Benediktiner-Orden, wurde 1845 Professorder Geschichte zu Innsbruck und 1851 in Men,

auch Mitglied der kaiserl. Akademie. Außer vie-len Abhandlungen, Herausgabe von Urkunden,Quellen u. Regesten schr. er: Tirol u. der bayerisch,sranzös. Einfall 1703, Jnnsbr. 1844; Der Streitdes Cardinals Nicolaus v. Cnsa mit Herzog Si-gismund v. Österreich, 2 BLe., ebd. 1861; KaiserJoseph H. u. Leopold II., Reform und Gegen-reform, Wien 1867; Tirols Rückkehr unter Öster-reich, ebd. 1871. 4) Gustav, deutscher Geschieht-maler, geb. 12. Juli 1807 zu Leipzig, gest. das.

19. April 1871; bildete sich in Leipzig n. Dres-den, dann seit 1830 in München bei Schnorr v.Earolsseld u. lebte daselbst mit Ausnahme seinesAufenthaltes in Rom 1836 37, bis er 1847zum Direktor der Leipziger Akademie ernanntwurde. Werke: Moses; Bileam mit dem Engel(1836); enkanstische Bilder nach Schnorr im Habs-bnrg- und Barbarossa-Saal rc. des MünchenerSaalbaues; Grablegung Christi; Fresken im 4.Nibelungen-Saal des Münchener Königsbaues;Herderzimmer im Schlosse zu Weimar (1848),auch mehrere Ölbilder, alle voll inniger Empfind-ung, lichter, milder Farbengebung, durchgebildctemSchönheitssinne u. lyrischem Ausdrucke. Die mo-dernen technischen Fertigkeiten wies er als zuseinen Stoffen nicht passend zurück. 5) Hermann,Gärtner u. Gartenschriftsteller, geb. 7. Oct. 1815 ibei Gera; er war lange an verschiedenen Stellen ^in Deutschland, Italien und Frankreich praktisch >thätig u. wurde 1854 Hofgärtner, 1873 Hofgarten- iinspector zu Eisenach. Zahlreiche Garten- u. Park- janlagen rühren von ihm her; noch zahlreicher sindseine Schriften u. Abhandlungen über Gartenban, jBlumenzucht, Baumschnitt rc. Seit 1857 ist erMitredacteur von Regels Gartenflora. 6) EmilFriedrich Oscar, Geschichtschreiber u. Philolog, jgeb. 26. Öct. 1830 in Stuttgart, Sohn des Pro- !fessors und Obermedicinalraths Georg Friedrich t

1. u. einer Schwester des Dichters G. Schwab; j

studirte in Tübingen Theologie und Philologie,war 1852 55 theils Privatlehrer, theils zumStudium auf Reisen im Auslande, dann Gym- rnasiallehrer in Stuttgart u. Wetzlar, wurde 18SS sRector am Progymnasium in Mörs und 18Kb !Director des Frredrich-Wilhelms-Gymnasiums in tKöln. Er schr.: John Wycliffe u. seine Bedeut- lung für die Reformation, Halle 1854; Gesch. der )Römer, Güterslohe 1861, 3. Ausl. 1374; Gesch. ider Griechen, ebd. 1866, 3. Aufl. 1876; Die 1Panischen Kriege nach den Quellen, Halle 18SS l

bis 1870, 3 Bde.; besorgte mit Creizenach unter !

Zugrundelegung der Kriegkschen Bearbeitung die

2. Ausgabe von Schlossers Weltgeschichte, u. zwardie Geschichte des Älterthums, Öberhausen 1870bis 1871, 3 Bde., u. Gesch. von 17001815,

2 Bde., ebd. 1874, u. schr. als Fortsetzung: 1815bis 1871, Versuch eurer Darstellung neuester Ge-schichte, ebd. 187475, 3 Bde. Infolge seiner !Schrift: Gymnasium u. Realschule erster Ordnung, -Mainz 1871, wurde er zu der Berliner Conferenzüber den höheren Unterricht Oct. 1873 zugezogeu.Endlich schrieb er noch eine Reihe von HW- 1büchern für den Geschichtsunterricht.

1 ) 2) Thamhayn.* 3) 6) Lagai. 4) Regnet. K) K

Jiigerndorf, 1) Fürstenthnm im österreich-,größtentheils aber im preuß. Schlesien; Standes-