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Jaen —
spielte anfangs Violine, gab aber bald dem Kla-vier den Vorzug u. konnte schon 1843 die erfolg-reichsten Concertreisen machen. Stätten seinerTriumphe: Italien, Frankreich, Holland, Amerika,Deutschland, Polen, Rußland. I. wurde vom Ko-ma von Hannover zum Hofpianisten ernannt. Diemeiste Anhänglichkeit fand er in Frankreich, demer auch seine besonderen Sympathien zuwendet.Sein Spiel ist brillant, schwungvoll, aber ohneLiese; denselben Charakter haben seine vielen Kla-viercompositionen. Siebenr-ck.
Jaen, 1) Provinz in Spanien, umfaßt dennordöstlichen Theil Andalusiens, grenzt im N. anNeucastilien, im O. an die Provinzen Albaceke u.Granada, im S. an Granada u. im W. an Cor-doba; 13,426 (243,ss dsM) mit 1860
362,466 nach neuerer Berechnung 392,100 Ew.(auf 1 s^skm 29, in ganz Spanien 33). DieProvinz ist gebirgig durch die Sierra Morena,Sierra Segura, Sierra de Cazorla, Sierra deLucena u. a., welche sich jedoch mehr an den Gren-zen hinziehen, so daß das innere Land mehr od.weniger eine Ebene bildet, welche vom Guadal-quivir, Guadalimar, Escobar, Guadiana menor,Jaen u. a. durchflossen wird. In den Thälernhat sie ein heißes, auf den Gebirgen ein ange-nehmes Klima. Sie ist wenig angebaut, aberreich an Erzen, Mineralien, Salinen u. Mineral-quellen. Andere Producte sind: Getreide, Wein,Ol, Südfrüchte, Obst, Gartenfrüchte, Honig, Se-sam, Galläpfel, Wild, Geflügel rc. Die Haupt-erwerbszweige sind Viehzucht (namentlich Pferde-,Schaf- und Ziegenzucht) und Bergbau; Handelund Industrie liegen sehr darnieder. 2) Haupt-stadt darin, liegt malerisch am gleichnam. Flusse(einem Nebenflüsse des Guadalquivir) u. am nord-östlichen Fuße u. Abhange eines hohen, mit einemmaurischen Castell gekrönten Felsenberges, an wel-chem sich die Häuserreihen amphitheatralisch empor-ziehen; hat alte, mit zahllosen Zinnen u. Thür-men versehene Mauern, düstere Thore, steil an-steigende, doch reinliche Gassen und wohlgebauteHäuser; Sitz eines Bischofs, 13 Kirchen, darunterdie Kathedrale in romanischem Stile (aus dem16. Jahrh.), mit 2 Thürmen u. großer Marmor-pracht im Innern, und die Kirche des Nonnen-klosters Sta. Clara, 14 ehemalige Klöster, 2 Spi-täler, Instituts, Bibliothek, Gemälde- u. Sculp-turensammlung, Theater, Kasernen, hübscher Platzmit einer Promenade; 19,738 Ew. — Unter derHerrschaft der Mauren, in deren Besitz I. schonim Ansange des 8. Jahrh. gefallen war, war derjetzt sehr heruntergekommene Ort eine blühendeHandelsstadt. Aus dieser Zeit stammen noch zahl-reiche Bauten. Nach der Vertreibung der Mauren1243 vereinigte Ferdinand III. die Stadt u. dasganze Gebiet mit Castilien u. verlegte das Bis-thum von Baeza hierher. 1712 litt sie sehr durch«in Erdbeben. H- Berns.
Jafa (Jaffa, Jasa), befestigte Hafenstadt imtürk. Vilajet Jerusalem, in äußerst fruchtbarerUmgebung, am Mittelmcer, Landungsplatz derDampfschiffe für Syrien, lebhafter Karawanen-verkehr; die Schätzungen der Einwohnerzahl schwan-ken zwischen 50O0 u. 16,000. Von hier geht dieFahrstraße u. der Telegraph nach Jerusalem, auch ^
- Jagd.
> liegt eine Bahnverbindung dorthin im Project;nordöstlich von der Stadt eine blühende deutsch-amerikanische Colonie. — I. ist das Japho derBibel u. das Joppe der Alten, ein alter Handels-platz der Phöniker. Hier soll Andromeda an denFelsen geschmiedet gewesen sein, um vom Meerun-gethüm verschlungen zu werden; von hier tratangeblich Jonas die Fahrt an, auf der er vomWalfisch verschlungen wurde. Die Stadt wurde67 n. Ehr. von Bespasianus zerstört, unter Con-stantin d. Gr. Bischofssladt, 636 von den Arabern,1099 von den Kreuzfahrern genommen. Nurein fortdauernder Gegenstand des Kampfes zwi-schen diesen und den Saracenen, wobei sie 1191nur durch die Tapferkeit von Richard, Löwenherzgerettet wurde, fiel sie 1268 an die Ägypter, im
16. Jahrh. an die Türken. Erst gegen Ende des
17. Jahrh. gewann I. wieder etwas Bedeutung,
wurde 7. März 1799 von Napoleon u. 1832 vonMehemed Ali erobert, aber 1840 von den Türkenwieder gewonnen. Schroot.
Jaffe, 1) Philipp, deutscher Geschichtsforscher,geb. 17. Febr. 1819 in Schwersenz (Posen); stn-birte in Berlin Philologie u. Geschichte (SchülerRankes) u. wollte sich in Berlin habilitiren, stießaber als Israelit auf Hindernisse, ebenso wie beiseiner Mitarbeiterschaft für die Llonnrnsnts Aor-msniss irioborias, und wandte sich daher, obwoler bereits zwei historische Preisanfgaberr gelüsthatte, dem Studium der Mediciu zu und wurdepraktischer Arzt in Posen, ohne seine historischenStudien zu vernachlässigen. 1862 wurde er außer-ordentlicher Professor der historischen Hilfswissen-schaften in Berlin, trat 1867 zum Christenthumüber u. wurde 1868 zum ordentlichen Professorbefördert, erschoß sich aber, 3. April 1870 inWittenberge. Er schrieb: Geschichte des Deut-schen Reichs unter Lothar dein Sachsen (Berlin1843) u. unter Konrad III. (Hann. 1845), undgab heraus: Rsgssbs ponbiüoum Domsuornmrwgus sä snnum 1198, Berl. 1851; Lidliotlrsosrsrnm Lsrmsulesrum (1. Bd. Llonumeuts Lor-bsisnsis, Berl. 1864; 2. Bd. Llonum. 6rs§orisns(Gregors Vll.j, ebd. 1865; 3. Bd. Uonnm. Llo-Armtins, ebd. 1866; 4. Bd. Noarrm. Lanolins,,ebd. 1867); 5. Bd. Llonum. LamdorAsiwia, ebd.1869; 6. Bd. Llonnm. Lloulnians, ebd. 1873. 2)Theodor Julius, bedeutender Schauspieler, geb.1823 in Berlin, wo er, für die jnrist. Carriere be-stimmt, sich der Oper zuwandle u. Gesaugstudienmachte; nach Fortsetzung derselben in Wien betrat erals Baritonist die Bühne n. errang namentlich inHalle u. Köln in komischen wie in ernsten Partienbedeutenden Erfolg, ging aber 1847 znm Schauspielund zwar zum Charakterfach über. Nach kurzemEngagement in Bremen war er seit 1848 5 Jahrein Weimar, darauf in Breslau, wo er auch dieRegie führte, u. ging 1856 nach Braunschweig,von wo er 1864 an Dawisons Stelle nach Dres-den berufen wurde; hier u. bei Gastspielen hat I.,ein Feind des Virtuosenthums und der Reclame,sich den Ruf eines echten Künstlers erworben. Lagai.
Jagd, 1) Erlegung u. Fang wilder Thiere;2) so v. w. Jagdrevier, s. u.
Die J°wissenschast od. J-kunde, die Kennt-niß der auf die I. Bezug habenden Lehr- und