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Jacobszwiebel — Jacvtot.
Staates u. seiner Provinzen, Halle 1864—66, 2Abth.; Der preuß. Staat, Lpz. 1854; Über dasösterr. Concordat, ebd. 1856. Mehrere Schriftenerschienen von ihm auch bei Gelegenheit neuererkirchl. Streitigkeiten, z. B. in Sachen der Frageüber die gemischten Ehen (1835), der Kniebeugungder Protestanten in Bayern (1844), der RuppschenAngelegenheit in Königsberg (1846). Lagai.
Jacobszwiebel (Milium Lsbnlosum L., Rüh-riger Lauch, Welsche oder Wiuterzwiebel). Bonder I. gibt es eine weiße und eine rothe Sorte,wovon die weiße früher u. mehr geschätzt ist; manzieht sie aus Samen u. durch Brutzwiebeln. DieJ-n erfrieren im Winter nicht, können deßhalbmehrere Jahre stehen bleiben, werden aber meistals zweijährige Pflanzen benutzt zu der Zeit,wenn die gewöhnlichen Zwiebeln sich nicht mehrhalten, sie bleiben aber stets klein; auch dieBlätter gebraucht man geschnitten wie Schnittlauch.— Eine Abart ist wahrscheinlich der ebenfallsausdauernde Johannis- oder Fleisch lauch(großer Holllauch), dessen lange Blätter (Schlotten)schon vor Johanni mit den dann ausgewachsenenZwiebeln als Gemüse gekocht oder auch allein wieSchnittlauch benutzt werden. Wolde.
Jacöbus, s. Jakob.
Jacöby, 1) Johann, Politiker, geb. 1. Mai1805 von jüdischen Eltern in Königsberg; studirteArzneiwissenschaft daselbst u. in Heidelberg, machtemehrere Jahre Reisen u. prakticirte als Arzt inseiner Vaterstadt, ging 1831 nach Polen, um imAufträge der Regierung die dort wllthende Cholerazu studiren, kehrte aber infolge der in OPreußenausgebrochenen Seuche in sein Vaterland zurück.Neben seiner Berufsthätigkeit beschäftigte er sichauch mit den politischen Schäden u. deckte solcheunverhohlen auf, kam wegen seiner anonym er-schienenen Flugschrift: Vier Fragen, beantwortetvon einem Ostpreußen, Mannh. 1841, worin dieBerechtigung des Volkes zur Forderung einer Con-stitution nachgewiesen war, m Untersuchung undwurde wegen Majestätsbeleidigung u. frechen Ta-dels der Landesgesetze zu 2^ Jahren Festungs-flrase vcrurtheilt, im Jan. 1843 aber vom Ober-tribunal freigesprocheu. 1845 kam er wegen Theil-nahme an den Bllrgervcrsammlungen wieder mitden Behörden in Conflict, ebenso wegen der bei-den Flugschriften: Preußen im 1.1845, u.: Daskönigliche Wort Friedrich Wilhelms III. 1848 er-schien er im Vorparlament zu Frankfurt u. wurdedann in den Fünszigerausschuß gewählt, ging dannzuin allgemeinen Landtage nach Berlin und nachdessen Auflösung 1849 zur Nationalversammlungnach Frankfurt, wo er besoud. die Jutereffen derDemokratie vertrat. Da er mit dem Rumpfpar-lament nach Stuttgart gegangen war u. dort dieWahl in den Ausschuß zur Durchführung derReichsverfaffung angenommen hatte, wurde erdes Hochverraths angeklagt, aber von den Assi-sen im December 1849 sreigesprochen. I. kehrtenun zu seiner ärztlichen Praxis zurück und bliebdem politischen Leben fern bis 1858, dem Be-ginne der sog. neuen Aera. Mit seiner Schrift:Die Grundsätze der preußischen Demokratie, Berl.1859, sammelte er die Demokraten Preußens zuneuer Organisation. Die Wahl im zweiten Ber-
liner Wahlkreise nahm er Herbst 1863, nachdemer sie Frühjahr 1862 abgelehnt, an u. betheiligtesich lebhaft an den Conflictsdebatten. Eine Redean seine Wähler, in der er zur Lösung des Con.flicts Steuerverweigerung vorschlug, brachte ihm6 Monate Gefängniß, die er 1866 kaum gebüßthatte, als er wegen einiger Stellen in der vonihm geschriebenen Biographie Heinr. Simons wie-der zu 14 Tagen vcrurtheilt wurde. Gegen dieNeugestaltung Deutschlands im I. 1866 machteer entschiedene Opposition, sowol im Landtage alsin der von ihm begründeten Zeitung: Die Zukunftweil er in jener Neugestaltung das Grab der Frei-heit erkannte. 1870 wurde er bei Ausbruch desKrieges, ohne irgend ein gerichtliches Unheil, durchGeneral Falckenstein als Stimmführer der inter-nationalen Demokratie in die Festung Lötzen in-ternirt. Die Annexion von Elsaß-Lothringen miß.billigte er in schärfster Weise und zog sich, unzu-frieden mit der ganzen Wendung der Dinge, seit1871 ganz vom politischen Leben zurück.' 1872veröffentliche er in Hamburg noch 2 Bde. gesam-melte Schriften u. Reden u. st. 6. März 1877 inKönigsberg. Vom reinsten humanistischen Stre-ben beseelt, neigte sich I. in den letzten Jahrendem Socialismus in seiner milden Richtung zu,ohne jedoch in der Führerschaft dieser Partei ir-gendwie hervorzutreten. 2) Lonis, Kupferstecher,geb. 7. Juni 1828 in Havelberg; lernte seit 1848Las Zeichnen bei Mandel in Berlin u. dann dasKupferstechen; nachdem er sich schon an dem Suchder Kaulbachschen Cartons zu den Bildern imTreppensaale des Neuen Museums betheiligt hatte,ging er nach Paris» wo er über 4 Jahre blieb;nachher stndirte er noch 2tz Jahr in Italien uudwurde 1863 Professor der Kupserstechkunst an derAkademie zu Wien. Er hat eine große AnzahlPorträts gestochen, u. a. die des Generals de laMotte-Fouquc u. des Grafen Jork von Warten-burg zu den Werken Friedrichs des Gr., fernerLady Macbeth nachtwandelnd zu Kaulbachs Shake-spearegalerie. Schon seit langer Zeit arbeitet eran einer farbigen Zeichnung nach Rafael, DieSchule von Athen. 1) Lagai. L) Regnet.
Jaeonet, glattes Baumwollengewebe mit Kat-tunbindung, jedoch feiner n. weicher appretirt alsKattun. Man benutzt dazu Garn von Nr. 80 bis150, 3760 bis 5600 Kettfäden aus das m derBreite. Weißer I. wird als feiner Futterstoff be-nutzt, gedruckter als Kleiderstoff. BeyM
Jacopönns (ll. a sknäsr.to, ll. äv Leusäivtis,llavovons cia I'oäi), Franciscaner aus Todi inUmbrien, lebte im 13. Jahrh.; er studirte dieRechte, wurde aber später Mönch u. zwar mit über-spanntester Askese; in seinen Gedichten verschonteer selbst den Papst nicht, weshalb er von Boni-facius VIII. excommunicirt u. zu ewigem Gefäng-niß verurtheilt wurde; 1303 freigelassen, st. er25. Dec. 1306 in hohem Alter in Todi. Er sollVerfasser des Ltubab mabsr sein; seine koosiospiribunli, herausgegebe-u Flor. 1490, von Mess,de Mortara, Lucca 1819.
Jacotot, Joseph, geb. 4. März 1770 znDijon, gest. 31. Juli 1840 zu Paris, wurde inder Polytechnischen Schule zu Paris gebildet. An-fangs als Advocat prakticirend, war er dann nach-