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Jacob i.
folgte im Deutschen Merkur der Anfang seineszweiten Romans Freundschaft u. Liebe (Woldemar,Eine Seltenheit aus der Naturgeschichte, FlenSb.1779, 2 Bde.; Woldemar, Ausg. letzter Hand,Lpz. 1826). 1779 wurde I. als Geheimrath nachMünchen berufen, fiel aber hier durch freimüthigeKritik des bayerischen Zollsystems in Ungnade u.kehrte nach Düsseldorf zurück. Die Tvmmer-monate verbrachte er in glücklicher Muße aufseinem anmuthigen Landsitze in Pempelfort. 1785gab er in Breslau die für die Geschichte der Phi-losophie bahnbrechende Schrift: Über die Lehre desSpinoza in Briefen an Mendelssohn (2., sehrvermehrte Ausl., 1789) heraus, worin er LessingsÜbereinstimmung mit dem tiefsinnigen Pantheistenbehauptet. Mendelssohns Antwort u. J-s Replik,namentlich aber der durch diesen Streit beschleu-nigte Tod Mendelssohns richteten gegen I. denHaß der populär-philosophischen Berliner Aufklär-ung. Als Ergänzung der Spinoza-Briefe u. alsOpposition gegen den Kantianismns folgte: DavidHnnie über den Glauben, oder Idealismus undRealismus, Bresl. 1787. Die französische Re-volution flößte dem Philosophen, bei aller polit-ischen Freisinnigkeit, die ihn beseelte, Mißtrauenein, und ihre verderblichen Wirkungen auf unserVaterland bewogen ihn 1794 zur Übersiedelungnach Holstein, wo er 10 Jahre blieb und haupt-sächlich in Enkendorf, Wandsbeck u. Eutin wohnte.In dieser Zeit schloß er mit Reinhold ein Bünd-niß inniger Freundschaft. 1801 veröffentlichte er dieSchriften: Über das Unternehmen des Kriticismus,die Vernunft zu Verstände zu briugen (in Rein-holds Beiträgen, die in Hamburg erschienen) u.:lieber eine Weissagung Lichteubergs. Nachdem er-eilten großen Theil seines bedeutenden Vermögenseingebüßt hatte, nahm er 1805 eine ihm angeboteneStelle an der neuerrichleten Akademie der Wissen-schaften in München an; 1807 wurde er zum Prä-sidenten dieses Jnstitus erhoben. Die Angriffe, dieer in dem Buche: Von den göttlichen Dingen u.ihrer Offenbarung, Lpz. 1811, 2. Aufl. 1822, gegendie Naturphilosophie richtete, veranlaßen eine rück-sichtslose Erwiderung Schillings. 1813 wurde I.auf sein Nachsuchen pensionirt. In den letztenJahren seines Lebens beschäftigte ihn noch dieSammlung seiner Werke, die Fr. Köppen voll-endete (sie erschien Leipz. 1812—24 in 6 Bdn.).I. st. 10. März 1819. Vgl. Erdmann, Versucheiner wissenschaftlichen Darstellung der Geschichte derneueren Philosophie, Bd. 3, Abth. 1, S. 317 ff.,u. unseren Artikel: Deutsche Nationalliteratur, S.216, 222 ff. J-s auserlesener Briefwechsel, her-ausgegeben von F. Roth, Leipz. 1825 bis 1827;2 Bde. Briefe an F. Bouterwek, herausgegebenvon Majer, Göttingen 1868; Zöppritz, F. H. J-sNachlaß, Leipz. 1869, 2 Bde.; Kuhn, I. und diePhilosophie seiner Zeit, Mainz 1834; Deycks, I.im Verhältniß zu seinen Zeitgenossen, Frankfurt1848; Zirngibl, J-s Leben, Dichten u. Denken,Wien 1867. 3 ) Moritz Hermann, berühmterPhysiker, geb. 21. Septbr. 1801 zu Potsdam,wendete sich dem Baufach zu, etablirte sich inKönigsberg, wo sein jüngerer Bruder KarlGustav, der berühmte Mathematiker, seit 1827Proseffor war. 1835 folgte er einem Rufe nach
Dorpat, doch blieb er nur bis 1837, da erbesseren Verfolgung seiner Bemühungen, die Elel.tricität praktisch zu verwerthen, nach St.Petersburgüberzog. Schon 1835 hatte er in Potsdam eineSchrift: 8ur l'apxlioatior, äs 1'slsotro-maMstismoau mouvsmsub äss maeläuss erscheinen lassen-diesen Bestrebungen blieb er fernerhin treu undkonnte durch reiche, ihm zur Verfügung gestellteGeldmittel in St. Petersburg sein constructivezTalent im reichsten Maße entfalten. SeineStudien führten ihn 1838 zur Entdeckung derGalvanoplastik. Dann conflruirte er 1839 eine Igrößere elektro-magnetische Maschine mit StGroveschen Elementen u. 1 Pferdekraft, welche einmit 14 Personen bemanntes Schiff auf der New,gegen die Strömung in Bewegung setzte. Anfangsder 40er Jahre stellte er eine unterirdische Tele-grapheuleitung zwischen St. Petersburg undZarskoje Selo her u. construirte neue höchst sinn-reiche Telegraphen-Apparate, die aber niemalsbeschrieben wurden; nur eine Abhandlung überseinen stlöls^raplis slsetrigus naval erschien 18SS. -
Auch über seine ausgedehnten gelungenen Versuche ^über Miuenzündungen durch Galvanismus hat er !nichts geschrieben. Praktische Verwendung sandenseine Versuche während des Krimkrieges bei unter-seeischen Minen vor Kronstadt. Seine praktischenVersuche hatten eine große Menge wissenschaftlicherEntdeckungen im Gefolge, so Stromregulatorenmit flüssigen u. festen Leitern, das Draht- u. da-Quecksilber - Doltagometer, die Gegenbatterie, dieProportionalität der elektrolytischen und elektro-magnetischen Wirkung des Stromes, den J-schenWiderstands-Etalon rc. Als Delegirter Rußlandsauf dem internationalen Congreß zur Einführunggemeinsamen Maßes u. Gewichts zu Paris IMtrat er entschieden für allgemeine Einführung desMeters auf u. veranlaßte dann eine Reform derPariser Prototype durch eine internationale Com-mission zu Paris 1872. Bald nach seiner Rück-kehr erkrankte er aber u. st. 27. Febr. 1874 zuSt. Petersburg. Vgl. Lull, ^o., Petersb., Bd. 21.
4 ) Karl Gustav Jakob, Bruder des Vor., geb.10. Dec. 1804 in Potsdam; zeigte schon alsGymnasiast außerordentliche Anlagen für Mathe-matik, studirte in Berlin, habilitirte sich hier 1821,ging 1825 nach Königsberg und wurde daselbst1827 Professor der Mathematik; 1842 gab erwegen seiner schwachen Gesundheit seine Professuraus und lebte als Akademiker in Berlin, wo er18. Febr. 1851 starb. I. war einer der bedeu-tendsten Mathematiker aller Zeiten u. hat großenEinfluß auf die Entwickelung seiner Wissenschaftin verschiedenen Zweigen geübt; seine größtenLeistungen liegen auf dem Gebiete der höherenAnalysis, die er (gleichzeitig mit Abel) durchSchaffung der Theorie der elliptischen Functionenin ungeahnter Weise bereichert hat. Er schriebu. a.: Vs kraobiouibus simMaibus, Berl. 182b;Luuäaiuoiiba nova blrsorias luuetiouuin slllpü-oaruru, ebd. 1829; Vs branskormations intsAialisäupliois iuäsüuitu, ebd. 1832; Oauon aritlunsü-eus, ebd. 1839; Ueber Descartes' Leben rc., ebd.1846; gesammelt erschien ein Theil seiner Schäf-ten unter dem Titel: Opuseula, matsismatioa,ebd. 1846—51, 2 Bde. Fast alle feine Arbeiten