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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
Entstehung
Seite
541
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Hysterocele I.

enden Nagels (Olrrvus), halbseitigen Kopfschmerz(Migräne), abnorme Geruchseu-.pfindungen was! Gesunden übel riecht, riechen Hysterische oftmalsgern, wie den Geruch vom Berbrennen von Fe-Lern, Haaren, Gelcnkschmerzen, ähnlich wie beiGelenkentzündungen, ohne daß die geringsten Ver-änderungen an den betreffenden Gelenken erkennbar sind, allgemeine Lähmung, so daß die Kranken! Jahre lang im Belte liegen (Bettsucht). Nichtselten wechseln die genannten verschiedenartigstennervösen Störungen mit einander ab; wo bisherder heftigste Schmerz wllthete, tritt völlige Un-empfindlichkeit ein, Gelenke, die Monate unbeweg.lich gehalten wurden, werden auf einmal wiedervöllig gesund n. s. w. Immer ist in allen hysteri-scheu Affectionen die elektrische Contractilitär er-halten, während die elektrische Sensibilität voll-kommen verloren gegangen sein kann. Die Ur-sachen der H. liegen theils in einer eigenthiimlichenPrädisposition des weiblichen Organismus über-haupt, theils in direct veranlassenden Momenten.

! Zu letzteren gehören verkehrte, verweichlichende,namentlich die Willensenergie nicht in richtiger! Weise entwickelnde Erziehung, aufregende Lectüre,der von den Eltern nicht unterdrückte Hang zurSentimentalität, eine träge Lebensweise n. s. w.In nicht wenigen Fällen fanden sich Krankheits-zustände der Geschlechtsorgane (Eierstocksgeschwülste,Biegungen u. Knickungen der Gebärmutter, un-regelmäßige Menses rc.) u. veranlaßten diese Be-funde früher zu der Annahme, daß die H. einevonGeschlechtsreizung ausgehende Rcflexerkrankungiei. Daß Liese Ansicht falsch ist, geht daraus her-i vor, daß auch H. beobachtet wurde, wo Gebär-

j mutter u. Eierstöcke fehlten. Die Behandlung

s hat es vor Allem mit einer richtigen Erziehung

! der jungen Mädchen zu thun, mit der Unterdrück-

ung des Hanges zum Phantastischen, mit der An-leitung zu einer vernünftigen, natürlichen Lebens-anschauung. Das junge Mädchen muß sich geistigund körperlich abhärteu, Schmerz ertragen, ihre

Gemllthsbewegungen bemeistern lernen, die prakt-ischen Thätigkeiten in Küche, Haus u. Garten nichtverabsäumen u. s. w. Da, wo Bleichsucht sich zuentwickeln droht, greife man zur rechten Zeit milEisen u. stärkender Diät ein, und sind Fehler anden Geschlechtsorganen, so müssen auch diese dirnöthige Berücksichtigung finden. Gegen die ein-zelnen Affectionen der H. sind die mannigfachstenMittel empfohlen u. als augenblickliche auch nichtzu entbehren. So wirken gegen krampfhafteAffection kostiäa, Baldrian, ^.inmoairnn,Oastorsnm, gegen hohe Empfindlichkeit der HanlKaltwasserkuren, Seebäder, gegen SchlaflosigkeitBromkali u. Opium, gegen hyster. Migräne u.Clavus baldriansaures Zink oftmals recht günstig.Bon ganz besonderer Wirksamkeit aber ist dieAusführung praktischer, mit Muskelgebrauchverbundener Thätigkeiten. Kunze.

Hysterocele (gr.), Gebärmutterbruch, s. Ge-bärmutter.

Hysteron proteron (griech.), 1) das Späterefrüher ob. umgekehrt; daher 2) Redefigur, wennein Wort od. Satz demjenigen voransteht, dem etdem Sinne nach folgen sollte; z. B. in N. er-zogen u. geboren; vgl. Inversion.

Upsteropkpka (Nachsproffer), nach Endlicher ausThier- und Pflanzenkörpern vegetirende und ausdiesen sich ernährende Pflanzen, welche nicht selbstassimiliren, wie die Pilze, Orobanchenen, Cuscu-teen rc.; s. a. Parasiten u. Saprophytcn.

Hysteroskopie, die Untersuchung der Gebär-mutter durch das ärztliche Auge mit Hilfe desGebärmutterspiegels.

Hystrix, so v. w. Stachelschwein.

Hythe, Hafenstadt an der SOKüste der engl.Grafschaft Kent, am Fuße von Kreidefelsen; Theater,Militärschießschule; 3383 Einw. H. ist einer derCinque Ports (s. d.). Bei H. beginnt der großeMilitärkanal, der den Nomney-Marsch (jetzt trockengelegt u. bebaut) umgeht und sich bis nach Ryeerstreckt.

A

Die mit dem Vocal I und dem Consonanten I (Jod) anlautenden Wörter sind, obgleich dieseverschiedene Laute sind (s. u. I), doch im vorliegenden Universallexikon nach dem Vorgang der mei-sten lexikalischen Werke zur Erleichterung des Nachschlagens unter einander gestellt. Die Ausspracheergiebt sich in den einzelnen Fällen meist von selbst; ausnahmsweise ist nur zu bemerken, daß dieaus dem Griechischen stammenden Wörter z. B. Jason, Jambus drei- nicht zweisilbig zu sprechensind. Die indischen, arabischen, chinesischen u. japanischen Wörter, die auch oft nach englischem Vor-bild mit N anfangend geschrieben werden, sind hier aufgenommen; ebenso gemäß der neueren spa-nischen Orthographie die sonst mit T geschriebenen spanischen (z. B. Jeres statt Tcres). Dagegenfinden sich die im Englischen mit I. anfangenden indischen n. arabischen Wärter ihrer Aussprachenach unter Dsch.

1,1) als Buchstabe unterscheiden sich I, i u. fl, j(Jod od. Jot) so von einander, daß erster ein Vocal,letzter ein Consonant, oder vielmehr, da er bloßdurch die Verdichtung des Vocallautes entstanden ist,

ein Halbvocal ist. Von den alten klassischen Spra-chen kannte die griechische das j gar nicht, dielateinische erst in späterer Zeit, obwol ein besait»deres Zeichen nicht bestand; dasselbe wurde erst