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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
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Hypsistaricr -

getödtet wurde, ward sie eingekerkert, jedoch vonihren Söhnen befreit.

Hypsistaricr, eine streng monotheistische, nichtchristliche Secte in Kappadokien, welcher der Vaterdes Gregor von Nazianz vor seinem Übertritt zumChristenthum angehört hatte. Ihr Halten aufSpeisegesetze u. den Sabbath weist auf Zusammen-hang mit dem Judenthum, während die Verbind-ung mit dem Parsismus zweifelhaft ist. Eineähnliche Secte waren die Euphemiten, Eucheten,Massalianer (s. Massalianer). S. Ullmann, DieH., Heidelb. 1823; Böhmer, Berl. 1824. L-M-r.

Hypsometer (v. Gr.), Höhenmesser; 1) Instru-ment zum Messen der Banmhöhen. Allster demschon im Alterthnm bekannten Meßbrettchen sindverschiedene neuere H. von Greßler (Meßknecht),Winkler (Dendrometer), Fanstmann (Spiegel-H.),Ed. Hetzer u. a. im Gebrauch. 2 ) InsbesondereKochthermometer, Hypsothermometer (s.Höhenmessnng), ein feines Thermometer, mitwelchem aus der Temperatur des siedendenWassers der Luftdruck bestimmt wird. Bei 760 mmBarometerstand siedet das Wasser bei 100" 0.;bei 99° 6. siedet es unter einein Barometerstandvon nur 733,z mm. Das Thermometer mußalso noch Ve? ° zu unterscheiden gestatten, wenn manden Barometerstand nur auf 1 mm genau ausden Thermometcrangabcn ableitcn will. Jordan.

Hypsometrie (v. Gr.), ein überflüssiges Fremd-wort, so v. w. Höhenmessung (s. d.); davonhypsometrisch, ans Höhenmessnng bezüglich; sohypsometrische Aufnahmen od. MessungenHöhen-ausnahmen, Höhcnmessnngen. Jordan.

Hyrax, so v. w. Klippdachs.

Hyrkanicn (das Varkana der pers. Keilschrift),Land in Asten, ungefähr das heutige Masenderanin Persien, gegen N. begrenzt vom KaspischenMeer, dessen südöstl. Theil deshalb im AlterthumHz-rosnmm maro hieß, ein von Bergen durchzoge-nes Land, mit großen Waldungen, in denen Tigerhausten, in den Thälern von großer Fruchtbar-keit, berühmt durch seinen Neichthnm an wildemHonig u. Edelsteinen. H. war das Grenzlaud deriranischen Cnltur n. theilte im Ganzen die Ge-schicke Persiens. Hauptstadt: Zadakarta. DerName H. ist noch erhalten in dem heutigen Gur-gan (s. d.). Thielemann.

Hyrkönos, s. Hebräer, S. 96.

Hyrtl, Joseph, einer der ausgezeichnetstendeutschen Anatomen der Gegenwart, geb. 7. Dec.1811 zu Eisenstadt in Ungarn; widmete sich denanatomischen Studien ans der Universität in Wienn. wurde bereits 1833 Prosector, 1837 Prof, derAnatomie in Prag u. 1845 in Wien, wo er 1847Mitglied der kaiserlichen Akademie wurde. Nüch-tern, klar u. scharf in der Beobachtung, frisch inder Darstellung, hat er es verstanden, der Lieb-ling seiner zahlreichen Zuhörerschaft zu werden u.seinen Ruf weit über Wiens Mauern zu tragen.Er lebt jetzt in Perchtoldsdorf bei Wien. DasMuseum für vergleich. Anatomie ist von ihm er-richtet u. in der reichhaltigsten Weise ausgestattet.Berühmt sind seine anatom. Präparate der Gehör-organe, sowie der Hoden n. die Jnjectionen derHaargefäße verschiedener Organe, die eine weiteVerbreitung gefunden haben. Er sehr.: Verglei-^

Hysterie.

chende anatomische Untersuchungen über das Gehör,organ des Menschen und der Säugethiere, Praz1845; Lehrbuch der Anatomie des Menschen mitRücksicht auf pbysiolozische Begründung u. prakti-sche Anwendung, Wien 1847, 2 Thle., 13. Ausl.1875, sein beliebtestes u. in verschiedene Sprachenübersetztes Werk; Handbuch der topographischenAnatomie, ebd. 1847, 2 Bde., 6. Ausl. i8?i>Beiträge zur vergleichenden Angiologie, ebd. I85köBeiträge zur Morphologie der Urogenitalorganeder Fische, ebd. 1850 ; Das uropoetische Systemder Knochenfische, ebd. 1852; Über die accessori-schen Kiemenorgane der Clnpeaceen, ebd. 1858-Anatomische Mittheilnngen über Mormyrns undGymnarchns, ebd. 1856; Handbuch der praktischenZergliedernugskunst, ebd. 1860, ebenfalls sehr be-liebt; Das vergleichende anatomische Museum ander Wiener medic. Facultät, Wien 1865; Orxxto-branobus japonions, gobsckiasina. anatoinienm,ebd. 1865. Thamhayn.

«xasopus L., Pflanzengatt, aus der Fam. derI-abiatao-Latursinoas (XlVd, 1.), Kelch cylindrisch-trichtersörmig, mit kahlem Schlund, Oberlippe ge-rade vorgestreckt, Unterlippe abstehend, dreispaltig,mit größerem, verkehrtherzförmigem Mittellappen.Art: H. oklioinaUo L., Dsop, mit blauen, auchweißen Blumen, in sitzenden Halbqnirlen u. mitlanzettlichen, ganzrandigen Blättern. An sonnigen,felsigen Orten in SEuropa; in Mittel- u. Nord-dentschland in Gärten. Das Kraut (Horba bxs-sopi) wird zu Thee gegen Brustbeschwerden be-nützt. Engler.

Hystasprs (in den pers. Keilinschr. VmtLyxa),vornehmer Perser, Vater des Königs Darms I.,ein Mann von großer Bildung, welche er angeb-lich auf seinen Reisen in Indien erworben n. denMagiern mitgetheilt hatte.

Hystaspcs, verlorenes apokryphischeS Buch,aus Citaten bei Justin, Clemens von Alexandrien,Lactanz bekannt, in welchem der alte persischeKönig u. Seher Hystaspes mit Weissagungen aufChristum, ähnlich denen in den SibyllinischenBüchern, anftritt. LSU-r.

Hysterie (Mutterweh), eine Krankheit des weib-lichen Geschlechtes, die in einer abnormen Er-regbarkeit des Nervensystems besteht, welchesich ihcils durch krampfhafte, theils Lähmungs-erscheinungen ausspricht und sich namentlich durchein schnelles, ohne entsprechende Gründe statt-findendes Umschlagen der einenÄfsection in eineandere, oftmals entgegengesetzte, kennzeichnet. Inallen Fällen sind die Kranken in der Energie ihresWillens geschwächt (nervöse Schwäche) u. ergebensich reactionslos dem oft wunderlichsten Spieleihrer Nervenafsectionen. Je nachdem die abnormeNervenerregbarkeit ihren augenblicklichen Sitz indiesem oder jenem Nervenbezirke hat, beobachtenwir allgemeine oder auf einzelne Muskelgrnppenbeschränkte Krämpfe (Zuckungen der Gesichts- oderExtremitätenmuskeln), partielle oder allgemeineLähmungen, Gefllhlsverminderung bis zu völligerUnempfindlichkeit, das vermeintliche Gebärmutter-aufsteigen, d. i. das Gefühl einer vom Unterleibebis zur Kehle emporsteigenden und dort ein Zu-sammenschnürer: bewirkenden Kugel (Olsbus), od.die Empfindung eines sich in das Gehirn einbohr-