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hier muß also nothwendig das Wasser erst imAugenblicke der Vereinigung aus den vorhandenenElementaratomen sich gebildet haben. Die neuerechemische Theorie hat die Annahme von Hydrat-wasser bei Säuren und Basen gänzlich fallenlassen u. vereinigt die Betrachtung beider Artenvon Säuren unter demselben Gesichtspunkte, in-dem sie den Wasserstoff, der durch Metall ersetztwerden kann, als das allen Säuren Gemeinsameansieht.
Hydratwasser, s. Hydrate.
Hydraulik (v. Gr., eigentlich die Lehre vonden Wasserorgeln), umfaßt alle Lehren über dasGleichgewicht u. die Bewegung flüssiger Körper.Im engeren Sinne wird die H. oft auch bloß aufWasser u. überhaupt tropfbare Flüssigkeiten be-zogen und namentlich mit Rücksicht auf technischeAnwendung behandelt. Eine Hauptaufgabe istdabei die Bestimmung der Wassermenge in Flüssenu. Kanälen aus deren Profil u. Gefälle. In dieserBeziehung sind zahlreiche Wassermessungen ange-stellt und daraus empirische Formeln entwickelt.Unter den neueren Untersuchungen sind namentlichdie sehr eingehenden Bestimmungen von Humphreysu. Abbot am Mississippi (deutsch von Grebenau,Münch. 1867) und die Versuche von Bazin undDarcy (Rsoüsroliss ü^ärauiiguss) wichtig. AufGrund derselben u. anderer Beobachtungen habendie Ingenieure Ganguillet u. Kutter eine Formelaufgestellt, welche zur Zeit als die beste gilt unddie früheren von Eytelwein u. s. f. verdrängthat (s. Zeitschrift des österr. Ing.- u. Architekten-Vereins, Jahrg. 1869, Heft 1). Vgl. Weisbach,Experimentalhydraulik, Freib. 1855; Grashof,Hydraulik, Lpz. 1875. Gi-sel-r.
Hydraulischer Hammer, 1) ein dem Dampf-Hammer ähnlich eingerichteter Hammer, der durchden hydraulischen Druck einer Flüssigkeit (Öl,Wasser) gehoben wird; 2) (Schmiedepresse, Preß-hammer) eine Einrichtung, um Schmiedestückenstatt durch Stoß, durch den Druck einer hydrau-lischen Presse die gewünschte Form zu geben; hatin neuerer Zeit, namentlich für complicirte Schmiede-stücke, die in Gesenken gepreßt werden, Anwendunggefunden. Gieseler.
Hydraulische (oder Bramahsche) Presse, einevon dem engl. Ingenieur u. Mechaniker JosephBramah (1749—1814) erfundene, auf der Aus-breitung des Druckes durch Flüssigkeiten beruhendePresse. Dieselbe besteht aus einem möglichst star-ken, meist aus Gußeisen hergestellten Cylinder, indem ein Kolben wasserdicht eingepreßt wird. Da-neben befindet sich eine Saug- u., Druckpumpe,durch die eine Flüssigkeit (Wasser, Öl) aus einemReservoir unter den Kolben des Preßcylindersdurch eine Rohrleitung gepreßt wird. In dem-selben Maße, als der Querschnitt des Kolbensim Preßcylinder größer ist als der des Druck-pumpenkolbens, wird der Druck vervielfacht, dender Preßkolben bewirken kann, im Verhältniß zudemjenigen, der auf den Kolben der Druckpumpeausgeübt wird. Beträgt also beispielsweise derDurchmesser des Preßkolbens 20 ow, der desDruckpnmpenkolbens nur 1 om, so verhalten sichdie resp. Querschnitte wie 1:400, u. ebenso dieresp. Drucke, so daß mit einem Drucke von 100 k
— Hydrioten.
aufdenDruckpumpenkolben derPreßkolben40,009KDruck ausüben kann. Eine große Schwierigkeitfand man anfangs darin, den dichten Schluß znsi.schen Preßkolben und Preßcylinder herzustellen.Derselbe wurde durch Maudsley, nach Anderendurch Hick, mittels Anwendung einer ringförmigenLiderung aus gepreßtem Sohlleder von n-sörmigenQuerschnitt erreicht, deren Öffnung dem gepreßtenWasser zugekehrt ist, so daß dieses iu das Inneredes Ringes dringt, die beiden Seitenwände des-selben fest andrückt und sich selbst den Ausgangversperrt. — Damit durch Anwendung zu starkerPressungen der Preßcylinder nicht zersprengt wird,pflegt man ein mit Gewichten belastetes Sicher-heitsventil anzubringen, welches dem Wasser einenAusgang öffnet, sobald der Druck eine gewisseGrenze überschreitet. — Die Formen der einzelnenTheile sind nach den besonderen Zwecken (Pressenfür Papier, Zeug rc., zum Auspreffen von Öl rc.,Heben von Lasten, Bruchversuchen rc.) der h-nP-n sehr verschieden. Gewöhnlich befindet sich ausdem Kolben eine schwere ebene Platte (Preßsattel),auf der die zu pressenden Gegenstände liegen, dar-über steht eine durch Säulen mit dem Cylinder jverbundene Deckplatte, welche als Widerlager dient. '
— Die Druckpumpe besteht häufig aus mehreren sgesondert arbeitenden Kolben, welche gleichzeitig ^arbeiten, so lange der Druck gering ist, in demMaße aber außer Thätigkeit gesetzt werden, wie
der Druck wächst. Nach vollendeter Pressung ^öffnet man ein Ventil, wodurch die Flüssigkeitdurch eine besondere Belastung des Preßkolbensoder dessen Eigengewicht in das Reservoir zurllck-geht. Giesel-r.
Hydraulischer Kalk, f. u. Mörtel.
Hydraulischer Widder (Hydraulischer Stoß-heber, Montgotfiersche Wassermaschine), eine vonMontgolster 1797 construirte Maschine, welche dazudient, durch den Stoß des fließenden Wassers einenTheil desselben bis zu bedeutender Höhe zu heben.
Das Wasser fließt zunächst durch eine Röhre nachunten; diese Röhre hat eine nach oben gerichteteÖffnung, durch welche das Wasser abfließen kann, ivor welcher sich jedoch ein Ventil befindet, das beieiner gewissen Geschwindigkeit des ausströmendenWassers mit fortgerissen wird u. dadurch die Röhreschließt. Wird nun hierdurch die bewegte Wasser-säule plötzlich angehalten, so übt sie vermöge derGeschwindigkeit, welche sie einmal hat, auf denvorderen Theil einen weit stärkeren Druck aus,als ihr nach hydrostatischen Gesetzen vermöge ihrerDruckhöhe allein zukommen würde. Dadurchwird ein nach einem Windkessel gehendes Ventilgeöffnet u. eine Menge Wasser in diesen getrieben, >in welchem die Lust stark comprimirt und auswelchem nun durch eine Steigröhre das Wasserzu ansehnlicher Höhe emporgetrieben wird. So-bald durch hinreichende Compression der Lust iaWindkessel die Kraft des Wasserstoßes aufgehobenu. das Gleichgewicht wiederhergestellt worden ist,schließt sich das zweite Ventil wieder u. öffnet sichdas erste, das Wasser beginnt aus der untere» IÖffnung der Röhre wieder auszufließen u. erlangtbald wieder eine solche Geschwindigkeit, daß das jvorige Spiel sich wiederholt. Gi-sekr.'
Hydriöten, die Einwohner von Hydra (s. d.).