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Hohldoublette -
wie das Ephod, aber viereckig, u. doppelt über-einander gelegt, und mit 12 Edelsteinen mit denNamen der 12 Stämme Israels besetzt; andiesem Choschen waren die Urim u. Thummim;o) Salbung mit dem nach ,der Tradition vonMoses selbst dazu bereiteten Öl, wobei ihm dasÖl ans den Kopf gegossen wurde; ä) Einweih-ungs- und Sühnopfer. Seinen Amtsornat trugder H., wenn er zum Dienste in den Tempelging, mußte ihn aber ablegen, wenn er am Ver-söhuungstage, wo er ein schmuckloses Kleid vonLeinwand trug, ins Orakelzelt sich begab. Erdurfte heirathen, aber nur eine reine Jungfrau.Seine Amtsverrichtungen waren: BefragungGottes in außerordentlichen Fällen durch die Urimund Thummim, Wahl des neuen Königs überIsrael bei streitiger Succession, Salbung über-haupt, das tägliche Opfern und Räuchern, dasOpfer n. der Sühnnngsact am großen Versöhn-ungstage, die Oberaufsicht über den Gottesdienstund Tempelschatz. Das Amt des H-S war diehöchste geistliche Würde bei den Hebräern undbefestigte sich auf dieser Höhe, wo er als zweitePerson nach dem Könige galt, in demselben Maße,als sich die Theokratie behauptete. Er war zu-gleich Vorsteher des höchsten Gerichts in Jerusa-lem, später Vorsitzender des Sanhedrin, stand beidem Volke in großem Ansehen u. behauptete so inder Blüthczeit der Hebräer weitgreisenden Einflußauch auf die Staatsangelegenheiten. Dies An-sehen verminderte sich sehr in der nachexilischenZeit, da weltliche Herrscher, ja zuletzt selbst dasVolk das Recht sich anmaßten, den H. in ihremInteresse, oft gegen Erlegung einer Geldsumme,zu wählen n. abzusetzen. Daher kommt es, daßbisweilen mehrere zu gleicher Zeit lebende er-wähnt werden, die zum Aergerniß des Volkeswol gegen einander intrignirten n. sich bekämpften.Im Talmud werden öfter Stellvertreter des H-sgenannt u. ohne Grund behauptet, daß jeder H.dies vorher gewesen sein müsse. Im N. T. wirdChristus H. genannt, weil sein Geschäft aus Er-den und im Himmel dem des H-s ähnlich ist.Dieser Vergleich wird im Brief an die Hebräerausgesührt. Vgl. die Werke über hebr. Archäologie.
Hohldoublette (Juwel.), s. u. Doubliren 2).
Höhle, Hohlraum unter der Erdoberfläche,völlig verschlossen oder durch schmale Öffnungenzugänglich, oft durch Kunst erweitert. Die natür-lichen H-n finden sich meist im Kalk-, Dolomit- u.GiPS-Gebirge, lausen theils horizontal, theilslothrecht, theils schräg, so daß sich in der TiefeWasser ansammelt, von welchem auch wol Bächenach außen gehen. Die Tiefe beträgt bei manchenoft über 300 m; andere sind ihrer Tiefe nachnoch gar nicht ergründet; ihre Länge Lehnt sichbei mehreren bis zu einigen Stunden ans; häufigfindet man in ihnen Tropfstein (Tropfstein-H-n) od.Krystalle, namentlich von Gips (Gipsschlotten), indem archäischen Gebirge auch von -Quarz (Kry-stallkeller). Ihr Boden wird häufig von einerGeröll-, Thon- vd. Lehmablagerung bedeckt, inwelcher nicht selten die Knochen der H-nthiere u.rohe menschliche Werkzeuge gefunden werdensKnochen-H-n). Die Lust in ihnen ist oft vonder Temperatur tiefer Keller und Gruben ver-
— Hohlgewebe.
schieden, wechselnd steigend u. fallend, auch wokder äußeren Temperatur entgegengesetzt, so daßsich im Sommer in ihnen (Eis-H-n) Eis bildet,welches im Winter schmilzt. In anderen (Wiud-H-n) findet sich stets ein starker Zug durch kleineOefsnungeu. Ihre Entstehung verdanken diemeisten H-n der stetig vor sich gehenden Auslaug-ung der Gesteine; durch die einsickernden Tage-wasser u. namentlich im Kalkgebirge ist aus demKalkgchalt der hervortretenden Quellen ersichtlich,daß ganz enorme Mengen des Gesteins Jahr fürJahr hinweg geführt werden. Durch den Zu-sammensturz von Höhlen haben höhlenreiche Ge-genden von häufigen Bodenerschütterungen undErdfällen zu leiden. Merkwürdige H-n in Deutsch-land: die Baumanns- u. Biels-H. im Harz, dieMnggcndorfer-Gailenreuther, die Adelsberger u. a,in Krain, die Liebensteiner H., die Klütert-, Balver-und Dechen-H. in Westfalen; in England dieCastletowns-H.; in Schottland die H. bei Slams,die Fi»gals-H. ans Stafsa; in Frankreich dieGrotte le la Balmc; in der Schweiz die Baumede Chtvres; in Italien die Hundsgrotte, die H.in Monte Aolo u. die H. bei Sora; in Griechen-land auf Antiparos, Naxos, Tinos, das Pente-likon, zu Polyandros, Thermia, die des Tro-phonios; ans Kreta das Labyrinth; in Ungarndie H. bei Scelicze; in der Walachei die Veter-anische; auf Island die Snrt-H. Lehmann.
Hohle See, die hohen schweren Wellen, dienach einem Sturme bei eingetretener Windstillenoch sortdauern. Sie ist der Schifffahrt sehrlästig u. dauert oft Wochen nach einem schwerenWetter, bes. im Stillen Öcean. Auch überhauptschwere See.
Höhlenbär (Ilrons spslasns Llremsnb.), vor-weltlicher Bär, welcher etwas schlanker u. größerals die jetzt lebenden Arten war; seine Knochenzeigen nicht selten eine von Menschenhänden aus-gesührte Bearbeitung; Überreste findet man häufigin den Knochenhöhlen mehrerer Gegenden vonDeutschland, Frankreich n. England, seltener imtertiären Kalk.
Höhlenfuchs (Hühlenhund, Ounio oxeluousminor VaAE'), vorweltliches, dem lebendemFuchs (Canls vnlpss) verwandtes Säugethier,von welchem sich Reste in mehreren Knochenhöhleufinde».
Höhlcnhyänc (Uz-Lens, opstasa), oft massen-haft in den Knochenhöhlen zusammen mit einge-schleppten Knochen anderer Thiere. Ihre zu-weilen noch wohlerhaltencn Excremente beweisen,daß sie in den Höhlen gelebt haben.
Höhlenlöwe (listig sxslasa Ko/ck/t), fossilesSäugethier, dem lebenden Löwen sehr ähnlich,doch größer; in vielen Knochenhöhlen Deutschlands,Englands u. Frankreichs.
Höhlenwolf (Oanis opelasns <?olck/i), fossiles,dem lebenden Wolfe ganz ähnliches Säugethier ausden Knochenhöhleu mancher Gegenden.
Hohlgeschosse, s. u. Munition.
Hohlgewebe, Gewebe, welche eine Röhre bil-den: Spritzenschläuche, Lampendochte, Geldsäcke rc.Die H. können ans einem gewöhnlichen Webestuhlgearbeitet werden. Will man z. B. ein H. inTastet machen, so schießt man 1) von links nach