Druckschrift 
Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
Entstehung
Seite
359
Einzelbild herunterladen
 

359

Hock — Hvdcngcschwulst.

werk für lebendes Vieh (Rindvieh, Schafe, Schweine,Ziegen, Hühner) an Bord eines Schiffes n. nachden verschiedenen Thieren Schaf-H., Hühner-H.u. s. w. benannt. Die H-s müssen an gut zulüftenden Orten (unter der Back oder dem Deck-haus, im Batteriedeck) nntergebracht werden. S ch af-H. heißt auch in manchen Gegenden auf großenSchiffen der Platz des Oberdecks vor dem Brat-spill od. dem Fockmast, weil dort in älteren Zeitengewöhnlich die Schasställe waren. Masten-H.,ein von Pfählen begrenzter Raum im Wasser, inwelchem Mastenhölzer zur Conservirung unterWasser aufbewahrt werden. Mt-

Hock, Karl Frhr. v., östcrr. Staatsmann u.Nalionalökonom, geb. 18. März 1808 in Prag;studirte erst Theologie und Philosophie, dann dieRechts- u. Staatswissenschaftcn in Wien, worauser als Zollbeamter zu Salzburg in den Staats-dienst trat; später wurde er Zollamtsdirecwr inTriest, übernahm aber bald die Redaction desTriester Lloyd; 1844 nach Wien berufen, wurdeer an die Spitze des Hauptzollamtes gestellt und

1847 Generaldirector der Eisenbahnen, in welcherStellung er bes. die Semmeringbahn förderte.

1848 übernahm er unter Pillersdorf die Leitung

der halbamtlichen Donauzeitung; 1849 berief ihnBruck in Las Handelsministerium, später an dieSpitze der Gesällscommisjion u. 1857 ins Finanz-ministerium, wo er wesentlich an den Finanz-organisationen betheiligt war. Bereits 1852 inden Nitterstand erhoben, erhielt er 1859 den Frei-herrnstand u. wurde zum Staatsrath, zum Mit-glied des Herrenhauses desReichsrathes auf Lebens-zeit u. zum Präsidenten des gemeinsamen OberstenRechnungshofes ernannt. Zn den BerhandlnngenÖsterreichs mit dem Zollverein (resp. Preußen)war er als Bevollmächtigter depntirt und machtesich hier nur die österreichischen Handelsinteressenin hohem Grade verdient. H. st. 2. Jan. 1869.Er sehr.: Cartesius u. seine Gegner, Wien 1835;Gerbert oder Papst Sysvester ll. und fein Jahr-hundert, Wien 1887 ; Über die franz. Finanzver-waltnng, Stuttg. 1857; Die öffentlichen Abgaben u.Schulden, ebd. 1863 ; Die Finanzen u. die Finanz-geschichte der Vereinigten Staaten von NAmerika,ebd. 1867; Der öst-err. Staatsrath (1. Lieferung:Der Staatsrath unter Maria Theresia), Wien 1868,Auch gab er 1835 Novellen u. Erzählungen her-aus. Lagai.'

Hockerlheim, Kirchdorf im Bez.-Amt Schwetz-ingen des bad. Kreises Mannheim, am Kraichbach,Station der Badischen Rheinthalbahn; Tabaksbau,Torfstich; 3746 Ew.

Hockerland (Oberland), Landschaft in der Prov.Preußen, ein Theil der ostpreußischen Seeplattezwischen dem Geserich-See n. der Passarge.

Hockiug, County im nordam. Unionsst. Ohiou. 39"n. Br. u. 82"w. L.; 17,925 Ew. Connty-sitz: Logan.

kioo looo (lat.), an diesem Orte.

kloo voio, 8w juboo (lat.), das will ich, so be-fehle ich es.

lloons poous, 1) Wörter, welche Taschenspielerbei ihren Kunststücken, als Zanberwirkung habend,ausfprechen. Sie sind im Bolksmnnde corrumpirtaus lloe est eorpus aus dem Missale, weil bei

der katholischen Consecration des Abendmahls beiLiesen Worten die Wandlung der Hostie in den LeibChristi vor sich geht, also gewissermaßen eineWunderwirkung hervorgebracht wird; daher 2) sov. w. Zauberformel. i--

Hodegetik (v. Gr.), 1) Wegweisung. 2) An-leitung, Zeit u. Collegisn auf Akademien recht zubenutzen; vergl. Schelling, Vorlesungen über dieMethode des akademischen Studiums, 3. Ausl.,Tüb. 1832; Scheidler, Grundriß der H., 3. Aust.,Jena 1847.

Hodeida (Hodeda), Hafen in der arabischenLandschaft Jemen seit dem Aufblühen Adens ohneBedeutung.

Hoden (Anat.), s. Geschlechtsorgane

Hodenentzündung, Entzündung des Neben-hodens sbipräräz-mibis) oder des eigentlichenHodens (Orotzibm), seltener beider zugleich. Amhäufigsten ist a) die Entzündung ves Neben-hodens. Dieselbe entsteht meist durch Fortleitnngeiner Tripperentzllndnng der Harnröhre auf denSamenstrang u. von da ans einen Nebenhodenn. findet sich, da dieser Weg eine ziemliche Längebesitzt, immer erst gegen Ausgang des Trippersein. Die Krankheit beginnt mit schmerzhaftemZiehen in dem betreffenden Hodensacke, dann ge-sellt sich Anschwellung des Nebenhodens hinzu; dieSchmerzen steigern sich schnell und ist der Krankekaum im Stande, zu gehen u. das Herabhängendes Hodens zu ertragen. Nach Anwendung von6—10 Blutegeln an den Hvdensack, ruhiger Kör-perlage mit höher gelagertem Hodensack, warmenKamillentheeumschlägen verschwindet meist schnelldie sehr schmerzhafte Entzündung, doch bleibt esimmer gerathen, noch lange Zeit ein Suspensoriumzu tragen. Wird die Entzündung nicht sofort be-seitigt, so ist das allein zur Heilung führende Mitteldie knnstgemäße Einwickelnng des Hodens mit Heft-pflasterstreifen (Frickes Verband). Gegen zurück-bleibende Verhärtungen, die stets eine gewisse Hart-näckigkeit darbieten, sind Einreibungen von Jod-kalisalbe u. innerlich Jodkali die euipfehlenswer-thestcnMittel, b) Die Entzündung des Hodensselbst (Orollltis) wird beobachtet nach Erkältungen,nach Verletzungen und Quetschungen des Hodensn. als Fortsetzung der Entzündung vom Neben-hoden auf den Hoden. Sind Hoden u. Nebenhodengleichzeitig entzündet, so bildet die Geschwulst eineharte Masse, aus der sich der Nebenhoden nichtHeraussühlen läßt. Da der Hoden durch eine derbefibröse Kapsel eingeschlossen ist, die sich schwer u.wenig dehnt, so ist die Entzündung desselben außer-ordentlich schmerzhaft n. zieht sich der Schmerz inLas Becken hinein, in die Schenkel u. s. w. Nichtselten besteht Übelkeit n. Erbrechen, sowie Fieberu. allgemeines Krankheitsgefühl. Die Örchitis gehthäufiger wie jede andere Entzündung des Hodensin Eiterung und selbst in Brand über. Die Be-handlung ist etwa die gleiche wie die der Neben-H., doch ist noch dringender wie bei dieser zuschleuniger Anwendung der oben empfohlenen Mittelzu schreiten. Kunze.

Hodengeschwnlst, Sandkloth, schmerzloseVergrößerung des Hodens od. Nebenhodens infolgevon früher übcrstandenek acuter Entzündung, vonTubercnlose, Krebs, Wassersucht der Scheidehant