Druckschrift 
Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
Entstehung
Seite
346
Einzelbild herunterladen
 

346

Historische Zo

Petersburg, Moskau, Odessa, Kiew, Wilua rc.bestehenden Gesellschaften, welche großenteils zumkaiserl. Ministerium für Volksansklärung ressortiren,erfreuen sich aber dagegen eines ziemlich bedeu-tenden Rufes in ihren Leistungen; sodann sind zuerwähnen: die Gesellschaft für Geschichte u. Alter-tumskunde der Ostseeprovinzen u. die GelehrteEhstnische Gesellschaft in Dorpat. Italien mitseinen zahlreichen Akademien, die die Geschichts-u. Altertumskunde ebenso wie die Naturwissen-schaften u. andere Disciplinen gleichzeitig in dasBereich ihrer Wirksamkeit gezogen haben, entbehrtbisher, vielleicht aus eben diesem Grunde, H-er V.nach deutschem Muster. Außer den genanntenAkadennen sind vom Staat besondere Com-missionen zur Pflege der Geschichts- und Alter-thumskunde eingesetzt worden, deren sich unterdem Titel Rsals Ospuba^ions äi storin patriain den meisten größeren italienischen Städten fin-den u. deren Gründung gegen die zweite Hälfteunseres Jahrh. fällt. Spanien u. Portugalist am bedeutendsten durch die Roal Xcaäsmiaäs In Historik zu Madrid (1738) u. die Xeaäo-min äs In Historik et XreüooloAia zn Santaremvertreten. Aehnlich wie in der Schweiz sind auchdie einzelnen Staaten und Territorien der Ver-einigten Staaten von NAmerika durch H.V. vertreten, welche gleichlautend Historien! 80 -eist^ genannt sind, unter Beifügung des geogr.Gebietes, auf das sie ihre Thätigkeil ausdehnen.Die Entstehung einzelner H-r V. fällt schon gegenEnde des vorigen Jahrh., die Mehrzahl Latirtaus den Jahren 1820—1850. Im übrigenAmerika bestehen H. V. für Nieder-Canada inMontreal, für Argentina in Rio la Plata (1856),für Brasilien in Rio de Janeiro (1838). InAsien u. Afrika erwähnen wir die betreffendenLooistiss in Alessandria (1842), zu Kairo (1836),in Delhi, Bombay (1833), Colombo (1844), Cal-cutta (1784), Madras (1833), Hongkong (1847)und Shanghai, sowie die im Jahre 1873 durchden Reisenden Schweinfnrth ins Leben gerufeneDeutsche Gesellschaft für Natur- und VölkerkundeOAsiens zn Jokuhama. Stöhr.

Historische Zeichen, s. u. Chronologie.

Historifiren, die Geschichte eines gegebenenWappens darstellen.

Histria (a. Geogr.), so v. w. Istrien.

Histrionen (röm. Ant.), Tänzer, aus Etruriennach Rom geholt, nachmals Schauspieler.

Hit, Stadt im Vilajet Bagdad (Asiatische Tür-kei), am Euphrat, welcher hier von den ausArabien kommenden Karawanen überschritten wird.Gewinnung von Naphcha, Salz u. ErLpech, Han-del mit Kamelen und Datteln; hier das GrabAbdallah Mohareks; 5000 Ew.

Hitchin, alte Stadt in der engl. GrafschaftHertford, Eisenbahnstation; alte Kirche mit zahl-reichen Monumenten u. einem Altargemälde vonRubens, Stadthaus, Freischule, Handwerker-In-stitut, Seidenspinnerei, Strohflechterei,Bierbrauerei,Hopfen- u. Getreidehandel; 7630 Ew.

Hitdorf, Stadt am Rhein im Kreise Solingendes preuß. Regbez. Düsseldorf; Streichfenerzeug-u. Tabaksabriken, Schifffahrt, Handel mit Wein,Getreide, Holz u. Steinkohlen; 1875 1790 Ew.

ichen — Hitze.

Hitopadesa, ein indisches Fabelbuch, s. unt.Sanskrit-Literatur.

Hltteren, die größte Insel einer Gruppe ander WKüste Norwegens; zum Amte Söndre-Throndhjem gehörig; die Inseln zusammen um-fassen 523 (Hüm (9j HjM) mit etwa 5500 Ew.,welche von Viehzucht u. dem Fange von Lachsen,Dorschen u. Strömlingen leben.

Hittorf, Jakob Ignaz, Baumeister, geb. 2g.Aug. 1792 zu Köln, gest. in Paris 25. März 1867;galt in Frankreich als einer der ersten Meister seinesFaches, der in Paris zahlreicheWerke hinterließ. DerSohn eines Handwerkers, ward er Lehrling einesSteinmetzen u. Maurermeisters, bis sich Prof. Wall-raf seiner aunahm, ging 1810 nach Paris, studirtedort unter Bellanger und C. Percier, Len erstenArchitekten des Kaiserreiches, ward zur Restaura-tion der Königsgräber in St. Denis u. der Gra-beshalle Napoleons I. herangezogen u. trat nachdessen Sturz in den Staatsdienst. Dann wardH. mit dem Architekten Lecointe officieller Deko-rateur bei Hosfesten u. zeigte sein Talent bei derTaufe des Herzogs von Bordeaux u. der Krön-ung Karls X. in Reims, erhielt schon von Lud-wig XVIII. den Titel üreditsots äu roi, bereisteEngland, Deutschland u. Italien, baute mit Lepdredie Kirche von Saint Vincent de Paul (Säulen-basilika) , dann allein die Anlagen der klnes äsIn Ooncoräs u. der klnos äs 1'Ltoils, den OirgnsXnxolson u. den Nordbahnhof in Paris, sowiedas Panorama rc. Hl schrieb mit Zahn ein be-deutendes Werk über die alte u. neue ArchitekturSiciliens u. trat für die Polychromie ein in seinerI/Xrolätsetnrs xol/eüroins. Regnet.

Hitzacker, Stadt im Kreise Dannenberg derpreuß. Landdrostei Lüneburg, an der Mündungder Jeetze in die Elbe, Station der Berlin-Ham-burger Eisenbahn; Hauptsteueramt, altes Schloß,Ackerbau, Handel mit Getreide, Vieh u. Garn;Schifffahrt; 1875 1106 Ew. — H., anfangsLianzi, kam in der lüneburgischen Theilung zu derGrafschaft Dannenberg. Die hier von HerzogAugust (1602—34) gegründete Schloßbibliothekwurde 1645 nach Wolfenbüttel verlegt u. bildeteden Kern der großen Wolfenbütteler Bibliothek.Nach H. war auch ein niedersächsisches Adels-geschlecht benannt, deren Glieder Erbkämmererdes Michaelsstiftes in Lüneburg waren. H- Berus.

Hitzblättcrchen, volksthümliche Bezeichnungfür einen aus kleinen Bläschen bestehenden u. infieberhaften Zuständen ausbrechenden Hautaus-schlag. Man kann hierher den Ilsryss Inbinlis,kleine Bläschen auf den Lippen bei Verdauungs-störungen, die Lnäumina, wasserhelle, mohnkorn-große, auf dem Körper zerstreute Bläschen beistärkerem Schweißausbruche, den Friesel u. nochmehrere andere Hautausschläge rechnen. Kunze.

Hitze, 1)(Fieberhitze) der Theildes Fiebers(s.d.),welcher in einer über 36 — 37° 0. gesteigertenEigenwärme des Körpers besteht. Mit der Fieber-hitze hat die fliegende Hitze, eine locale Tem-peratursteigerung mit od. ohne Hautröthung, auf ab-normer Nervenerregung beruhend, nichts zu thun.2) Bei dem Eisen unterscheidet man Glüh-,Schweiß- u. Schmelzhitze, im engeren Sinnewird die Glühhitze Wärme u. die Schweißhitze