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Hartmcimisdorf — Hartmilt.
Provence u. Languedoc. Darmst. 1852, 2 Bde.,neue Ausg. Stuttg. 1874, sowie Bretonische Volks-lieder (letztere in Gemeinschaft mit Ludw. Pfau,nach de la Villemarques Sammlung. Köln 1859,herausgegeben). 1854 ging er als Correspondentder Köln. Zeitung aus den Kriegsschauplatz nachden Donaufürstcnthümcrn, 1855—57 warf ihnein Beinleiden aufs Krankenlager, 1860 ließ ersich in Genf nieder, wo er sich mit Bertha Rüdigervermählte u. als Professor der deutschen Literaturan der Akademie angestellt wurde. 1862 ging ernach Stuttgart, wo er die Zeitschrift Freya undseit 1867 auch die Wochenausgabe der AugsburgerAllg. Ztg. redigirte. 1868 ging er als Redacteurdes Feuilletons der Neuen freien Presse nach Wien,wurde aber hier von einem Liierenleiden befallen,dem er am 13. Mai 1872 erlag. Er veröffent-lichte noch: Der Krieg um den Wald, Franks.1850; Adam u. Eva (eine Idylle in 7 Gesängen),1851 u. 1874; Schatten (poetische Erzählungen),Darmst. 1851; Die Reimchronik des PsasfenMauritius, 1849 und 1874; Zeitlosen (Gedichte),Braunschw. 1858; Märchen und Geschichten ausOsten u. Westen, ebd. 1858; Erzählungen einesUnstäten, Bell. 1858, 3 Bde.; Erzählungen meinerFreunde u. Novellen, Franks. 1860; Bilder undBüsten, 2. Bde., ebd. 1860; Von Frühling zuFrühling, Berl. 1861; Novellen, Hamb. 1863,3 Bde.; Die letzten Tage eines Königs (histor-ische Novelle), Stuttg. 1866, 2. Aust. 1867; Nachder Natur (Novellen), ebd. 1866; Märchen (nachPerrault), ebd. 1867; Die Diamanten der Baronin(Roman), Berl. 1868, 2 Bde.; Gesammelte Werke,Stuttg. 1873—75, 10 Bde.; Gedichte (neue Aus-wahl), ebd. 1875. Er übersetzte Alex. PetöfisGedichte (mit Szarvedy), Darmst. 1851. Außer-dem sind zu nennen seine ungedrucklen dramat-ischen Dichtungen: Sie ist arm, Trauerspiel; Gleichund gleich, Lustspiel; Buridans Esel. 7 ) Lud-wig, Klaviervirtuos, Lomponist, Musikschrifl-steller, geb. 1836 zu Neuß, erhielt seine Ausbild-ung in Leipzig n. bei Liszt in Weimar, trat 1859-n Dresden mit vielem Ersolg auf und ließ sichdaselbst nieder. Er ist ein hervorragender Ver-treter der Liszt - Wagnerschen Richtung; schriebLieder, Klavierstücke, die Oper Helge (Manuskript)und zahlreiche Journal-Aussätze. 8) Karl Ro-bert Eduard v.. Philosoph, geb. 23. Februar1842 in Berlin, trat 1858 in das Garde-Artillerie-Regiment ein, wurde 1860 Osfizier und besuchte1859—62 die vereinigte Artillerie-u. Ingenieur-schule. Nachdem er 1865 aus Gesundheitsrück-sichten den Abschied mit dem Charakter als Premier-lieutenant genommen hat, prwatisirte er in Ber-lin. Er sehr.: Über die dialektische Methode, Berl.1869; Philosophie des Unbewußten; ebd. 1869,7. Aust. 1875; Aphorismen über das Drama,ebd. 1870; Gesammelte philosophische Abhand-lungen zur Philosophie des Unbewußten, ebendas.1872 (historische, kritische und polemische Aussätzein den Philosophischen Monatsheften); Schellingspositive Philosophie als Einheit von Hegel undSchopenhauer, ebd. 1869; Das Ding an sich u.seine Beschaffenheit, ebd. 1871; Erläuterungenzur Metaphysik des Unbewußten rc., ebd. 1874;Die Selbstzersetzung des Christemhums und die
Religion der Zukunft, ebd. 1874; Wahrheit undJrrthum im Darwinismus, ebd. 1875; Kirchmannserkenntniß - theoretischer Realismus, ebd. 1875;Gesammelte Studien u. Anssätze, ebd. 1876. H. Ihat sich unter dem Karl Robert auch als dramat-ischer Dichter versucht. In spekulativer Beziehungläßt sich H-s System als eine Synthese der Anti-poden Hegel und Schopenhauer bezeichnen, eineSynthese der logischen Idee u. des blinden Willens,welche nur in einem neueren Princip möglich ist,das diese beiden in sich vereinigt und zu seinenMomenten (Attributen) herabsetzt. Dieses neuePrincip ist das Unbewußte, ein Begriff, der auchschon früher, namentlich von Schelling u. Carus,berührt, aber nicht sicher als absolutes Principerfaßt wurde. Eine der frappantesten Seilen desBuches ist die zum Schluß vollzogene Synthesedes Hegelschen Optimismus mit dem selbständigu. tiefer begründeten Schopenhauerschen Pessimis-mus, ans welcher Verbindung zwar ein von all-weiser Vorsehung möglichst zweckmäßig geleiteter,aber doch schließlich nur zu einem negativen Zieleführender Welcproceß resultirt. Die Philosophiedes Unbewußten hat zahlreiche Angriffe erlebt, ansdie H. selbst u. Andere geantwortet haben. TueSchriften H-s zeichnen sich durch eine klare undpikante Darstellungsweise aus. Auch die GattinH-s, Agnes geb. Taubert, hat unter dem NamenÄ. Taubert eine philosophische Schrift: Der Pes-simismus u. seine Gegner, Berl. 1873, veröffentlicht.Vgl. Vaihinger, H.-Dühring-Lange, Jserl. 1876.
9) Robert, Anatom u. Ethnograph, geb. 8. Oct.1832 in Blankenburg a. H., studirte Medicin u.Naturwissenschaften, übernahm, nachdem er 1859bis 1860 als Begleiter des Freiherrn A. v. Bar-nim die Nilländer bereist hatte, 1865 an demlandwirthschastl. Institute in Proskau eine Lehrer-stelle für Zoologie und Physiologie, erhielt dann1867 den Ruf sllr den Lehrstuhl der Anatomie inBerlin und hat sich bes. durch seine ethnograph.Arbeiten einen bedeutsamen Namen erworbenpaußerdem hat er reiches Material zur Durchforsch-ung der von ihm bereisten Länder gesammelt. Vonseinen Schriften sind besonders zu nennen: DieNigritier, Berl. 1876, dem 1863: Reise des Frei-herrn v. Barnim durch NOAsrika u. 1866 seine:natnrgeschichtlich-medicinische Skizze der Nilländervorangingen. H. ist Milredacteur der Zeitschriftfür Ethnologie. 2 > 5) Traber. 31 7) Brambach.*
<t) r. 6) Beyer. 8) Specht. S> Tbamhayn.
Hartmannsdorf, Kirchdorf inderAmtshaupt-mannschaft Rochlitz der kömgl. sächs. Kreishaupt.Mannschaft Leipzig, Station der Sächsischen Staats-eisenbahn; Fabrikation von Slrumpswaaren, Ser-pentin- u. Sandsteinbrüche; (1875) 3333 Ew.
Hartmäuligkeit, eine verminderte Empfind-lichkeit des Pserdes gegen den Eindruck des Ge-bisses, so daß es durch dasselbe schwer oder garnicht zu lenken ist; gewöhnlich Folge davon, daßman den jungen Pferden zu scharse Gebisse anlegt.
Hartmetall, Kupjer oder Messing, welchennoch anderes Metall, bes. Wismnth oder Antimonbeigemischl ist, wodurch es hart n. spröde wirdn. nur zu Gußwaaren, vor allem aber für Lager-schalen bei Walzen u. Wellen rc. rangt. Sib-r.
Hartmnt, in der deutschen Heldensage Nor-