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Utrechter Friede — Uwarvw.
u. dadurch für diese Staaten der Spanische Erb-folgekrieg geendigt, während derselbe für die anderenStaaten erst durch den Frieden von Baden 1714sein Ziel fand. U. wurde 17. Jan. 1795 von denFranzosen unter Pichegrn besetzt. U. ist Geburtsortdes Papstes Hadrian VI. (mit dem FamiliennamenBoeijsns) u. der Anna Schurmann. Vgl. Becka u.Heda, Olwouioou äs opineopio Illtraz'., herausgeg.von Buchet, Utr. 1643; Geer, vrjckraAsu tot äs §o-sosiiocisnis sn onälrsäsn äsr provinois II., ebd.1860; Müller, Vs Ilnis van vtroekrt, ebd. 1878.Utrechter Friede, s. u. Utrecht 2). sSchroot.Utrechter Union, s. u. Niederlande,m es ml rc., s. u. Solmisation.
Utrera, Villa in der spanischen Provinz Sevilla(Andalusien), in einer äußerst fruchtbaren Ebene,Kreuzungspunkt der Eisenbahnen U.-Moron u. Se-villa, Cadiz; verfallenes Castell, gothische Kirche,mehrere Spitäler, Fabriken von Hüten, Leder, Seife,Töpferei, ausgezeichnete Pferdezucht; 12,450 Ew.vt reteo (lat.), wie umstehend,vtricularia V., Pflanzengattung aus der Familie derIItri.6u1aiig.esas (Vsrwik)u1uriaosa,s)(II.1.) Wasser-pflanzen mituntergetauchten, vieltheiligen Schwimm-blättern, an denen einzelne Abschnitte zu rundlichenSchläuchen umgebildet sind, an deren Mündung sich2 gewimperte, tentakelartige Gebilde befinden, welchein diese Höhlung kleine Wasserthierchen hineinsplllen,die darin ihren Untergang finden; hauptsächlich die-nen aber die Schläuche dazu, um mit Lust erfüllt,die Pflanze zur Blüthezeit emporzuheben, währendnach dem Verblühen bei eingetretener Fruchtreifedie Luft ausströmt u. die Pflanze untersinkt. DieBlüthenzweige stehen in der Achsel eines unentwickel-ten Blattes u. sind traubig; Kelch tief 2theilig, Blu-menkrone mit stark entwickeltem Gaumen u. 2 Staub-blättern; Frucht unregelmäßig zerreißend; einhei-mische Arten: II. vulgaris D., in stehenden Gewäs-sern; Blüthen groß, gelb, innen rothgelb gestreift;II. miuor L., viel kleiner u. zarter als die vorige;in Moorgräben. Engler.
Mrioulariaooae (VsntibulariLsoLs), Pflanzenfa-milie aus der Ordnung der VabiatikorLo, Wasser-nd. Sumpfpflanzen, ost mit untergetauchtem Stengel,Blüthen einzeln oder in Trauben in der Achsel einesBlattes, mit einzelnen Deckblättern, seltener ohnediese; Kelch zweilippig, Blumenkrone zweilippig,maskirt, gespornt; zwei Staubblätter; Fruchtknoteneinfächerig, mit einem freien, vieleiigen Mittelsäul-chen, einem Griffel u. einer zweilappigen Narbe;Frucht eine einsächerige, vielsamige, ringsumschnit-teue od. zweiklappig aufspringende Kapsel; Samenklein, eiweißlos; Keimling nieist ungetheilt. Gat-tungen: Iltriolliaria, voullssa u. viuAuieuIa.
vtriusque juris üootor (lat.), beider Rechte (näm-lich des Römischen u. Canonischen) Doctor.bt rogas, so v. w. IIti rogas.
Ut s., Abkürzung für ut auxra, wie oben.Uttmann, Barbara, gcb. 1514 zu Elterleinim Erzgebirge. Ihr Vater, H einrich von Elter-lein (geb. 1485, gest. 1582), verheirathete sie aneinen reichen Bergherrn in Annabcrg, ChristophU., u. hier erfand sie um 1561 das Spitzenklöppelnod. führte dasselbe vielmehr ein. Sie st. verwittwet1575 in Annaberg. Denkmal auf dem Kirchhofe zuAnnaberg.
Uttoxeter, Stadt in der engl. Grafschaft Staf«ford, amDove, Eisenbahnstation; Lateinische Schule;1871: 3604 Ew.
Utzschneider, Joseph von, geb.2.März 1763zu Rieden in Oberbayern; studirte in München u.Ingolstadt. Betheiligte sich bei Gründung des Illu-minatenordens. 1783 wurde er Professor der Ca-meralwissenschaften u. Repetitor der Mathematik u.Physik in München. Wegen seiner Verdienste um dieSalinenverhältnisse wurde er 1795 Salineuadmini-strator im Fürstenth. Berchtesgaden, 1799 einer dersieben Direktoren der Generallandesdirection u. balddarauf geheimer Finanzreserendar, da aber seineVerbesserungspläne einem großen Theile der Ständemißfielen, 1804 von allen Staatsgeschästen entfernt.Nun errichtete U. in München eine Ledermanufacturu. begründete 1804 mit Georg von Reichenbach n.Joseph Liebher das Optisch-Mechanische In-stitut in Benedictbeuern, wozu später Fraunhofergezogen wurde. 1807 trat U. als Generalsalinen-administrator u. geheimer Finanzreferendar wiederin Staatsdienste, wurde auch 1811 Vorstand derStaatsschuldentilgungsanstalt, nahm jedoch 1814nochmals seinen Abschied u. betrieb wieder die Tuch-manufactur u. Bierbrauerei. 1818 wurde U. Bür-germeister von München bis 1821. Er wurde 1827Vorstand der Polytechn. Schule in München, beschäf-tigte sich seit 1829 auf seinem Gute Erching auch mitder Landwirthschaft u. st. 31. Jan. 1840. r.
Nvea, s. u. Wallis Inseln.
Uvula (lat.), das Zäpfchen, s. Gaumen.
Ulvarow, 1) Serge! Semenowitsch, Graf,geb. 25. August 1785 in Moskau, wurde 1798 alsJunker in den Listen des Collegiums der Auswärti-gen Angelegenheiten eingetragen u. 1803 zum Trans-lateur befördert, studirte in Göttingen u. Moskau u.verkehrte in der Gesellschaft „Arsamas". Er warvielseitig gebildet, besaß seltene Sprachkenntuisse u.erwarb sich Alexanders Zuneigung. Er sungirte seit1806 bei der Gesandtschaft in Wien, seit 1809 alsLegationssecretär in Paris, wurde 1810 zum wirk-lichen Staatsrath befördert». 1811 zum Curator desPetersburger Lehrbezirkes wie der Universität, 1812zum Gehilfen des Direktors der öffentl. Bibliothek u.Jan. 1818 zum Präsidenten der kaiserlichen Akade-mie der Wissenschaften ernannt; als letzterer suchte erdie russ. Sprache zur alleinherrschenden zu machen.Täglich wurde der früher liberale Mann reaktio-närer. 1810 veranlaßt er, als Orientalist bedeutend,die Errichtung von Lehrstühlen für morgenländischeSprachen an der Petersburger Akademie und Uni-versität, eines asiatischen Museums und 1823 einerorientalischen Diplomatenschule. Nachdem U. i. I.1821 den Posten als Curator niedergelegr, wurdeer 1822 zum Direktor des Departements der Ma-nufakturen u. des inneren Handels u. Mitglied desConseils des Finanzministers, 1823 zum Dirigiren-den der Commerzbank u. der Leihbauk ernannt, legteaber Dec. 1824 diese Ämter nieder, wurde wirklicherGeheimrath, 1826 Senator, 3. Mai 1832 Collegedes Ministers der Volksaufkläruug u. 1833 sein Nach-folger. Als solcher gründete er die Universität Kiew20. Nov. 1833 u. andere Anstalten u. förderte we-sentlich die Ausdehnung des Unterrichtes, hemmteihn aber gesinnungslos an jeder freien Richtung,wofür er zum erblichen Grafen 1846 erhoben wurde.