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Bd. 17 (1879) Stichlinge - Vacanz
Entstehung
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Uwarowit Uzen.

Aber 1848 war selbst er, den sein früherer FreundPuschkin (s. d.) nun verspottete, dein Zaren nichtstarr genug und mußte vom Ministerium abgehen,blieb Präsident der Akademie, wurde 10. Nov. 1849Reichsrath im Plenum u. starb 16. Sept. 1855 inMoskau. Er gab den Nonnos 1817 heraus, undschrieb: Über das vorhomerische Zeitalter; Versuchüber die Eleusinischen Geheimnisse; Kritische Unter-suchung über die Fabel des Hercules, u. a. gesam-melt als Ltuäss äs püiloloZis st äs oritigus,Petersb. 1843,2. A. 1845; Dsguissos poliiiguss etUtsrairss, Par. 1849. Sein Sohn, Graf AlexerSergejewitsch, beschrieb Petersb. 1852 eine vonihm in antiquarischem Interesse unternommene Reisean die Nordküsten des Schwarzen Meeres. 2) Feo-dor Petrowitsch, geb. zu Chruslowka (Gouv.Tula) 27. April 1769, diente unter Potemkin undSuworow, wurde Generallieutenant und Chef desChevaliergarde-Regimentes, benachrichtigte Pahlen(s. d.) von den Plänen des Zaren Paul gegen diekaiserliche Familie und war an der Verschwörunggegen Paul, nicht aber an dem Morde selbst bethei-ligt. Er stritt in den Kriegen von 180514 aufsTapferste und gab 1814 400,000 Rubel zu einemTriumphbogen für die kaiserliche Garde. Er warein erklärter Günstling Alexanders, dessen General-adjntant n. General su elrek der kaiserl. Garde-du-corps. Im Sept. 1814 wurde er Mitglied derJn-Validen-Commission, im Sept. 1823 Reichsrath u.st.in Petersburg 2. Dec. 1824. Vcrgl. Kleinschmidt,Rußlands Gesch. u. Politik, dargestellt in der Gesch.des russischen hohen Adels, Kassel 1877. Kl-inschmidt.

Uwarowit, Varietät des Granats, s. d. 1).

Uxbridge, Marktstadt in der engl. GrafschaftMiddlesex, am Colne u. dem Grand Junction Ka-nal, Eisenbahnstation; literarische Gesellschaft, be-deutender Viehhandel; 1871: 7497 Ew. U. gibtjetzt dem Marquis von Anglesey den Grafentitel.

Üxkiitt, s. u. Riga.

Uxmal (Uxmutal), große Nuinenstätte in Duca-tan, 50 üm südlich von der Hauptstadt Merida, ent-hält zahlreiche Gebäude, meist auf pyramidalen Un-terbauten, die bis 32 in hoch aufgeführt sind. DieGebäude sind mit Sculpturen rc. geschmückt, jedesin anderer Weise. Die Thürbalken sind ans Holz,sonst alles aus Stein. Zahlreiche cisternenartige Ver-tiefungen.

vxor (lat.), Gemahlin, Gattin.

Uz, Johann Peter, deutscher Dichter, geb. 3.Oct. 1720 in Ansbach, der Sohn eines Goldschmie-des, erhielt seine gelehrte Vorbildung auf dem Gym-nasium seiner Vaterstadt, studirte 173943 in Halledie Rechtswissenschaft u. schloß dort ein Freundschafts,bündniß mit Gleim, das nie getrennt wurde. Zndem näheren Umgänge dieser jungen Männer ge-hörten Rudnick ans Danzig u. Götz aus Worms.Die vier genannten Dichter bildeten eine Schule, dieman in der neueren Literaturgeschichte als die zweiteHallesche bezeichnet. Uz wurde 1748 Secretär beidem Ansbachschen Justizrath u. bekleidete diese Stelle12 Jahrelang ohne Gehalt, indem er von seinembescheidenen väterlichen Vermögen lebte. Dabeisetzte er die frühzeitig begonnene poetische Thätigkeitfort; so entstand eine Sammlung, die Gleim 1749unter dem Titel: Versuch lyrischer Gedichte herausgab,meist anakreontistrende Liebes- u. Weinlieder. Das

von Uz i. I. 1753 veröffentlichte komische Epos:Sieg des Liebesgottes, zog ihm durch satirische Aus-fälle auf die Schule Bodmers deren Feindschaft zu.Einen zweiten, schonungslosen Angriff richtete Uz aufdie Schweizer in einem 1754 geschriebenen Briese,den er in der Ausgabe seiner Gedichte vom folgen-den Jahr erschienen ließ. Den Vorwürfen der Zü-richer sreimüthigcn Nachrichten antwortete er inseinem 6. Briefe (an Gleim). Wieland, in jener Zeitnoch Bodmerianer u. Idealist, fiel gegen Uz, der auchihn scharf getadelt hatte, in den Sympathieen aus,die 1754 gedichtet u. erst 1758 gedruckt, aber früherbekannt wurden. In der Zuschrift an den Obcrcon-fistorialrath Sack in Berlin, mit der Wieland seinei. I. 1755 herausgegebenen Empfindungen einesChristen begleitete, wurde Uz der Frivolität in derneuesten Ausgabe seiner lyrischen Gedichte beschul-digt. Für ihn erhob stch Lessings gewichtige Stimmein der Voßschen Zeitung u. die Bibliothek der schö-nen Wissenschaften u. freien Künste. Die heftigstenAngriffe erfuhr Uz von Dusch in Altona. Hieraufantwortete er 1760 in dem Schreiben über die Be-urtheiler seines oben erwähnten komischen Epos.Dusch nahm später seine ungegrllndeten Beschuldig-ungen zurück; dasselbe thaten Bodmer u. Wieland,über den sich Uz mit steigender Bewunderung aus-sprach. Im I. 1760 gab Uz auch sein Lehrgedicht:Die Kunst, stets fröhlich zu sein, heraus. Er wurde1763 Assessor beim Kaiserlichen Landgerichte desBurggrafeuthums Nürnberg und gemeinschaftlicherRath derMarkgrafenvonAnsbachu.Kulmbach, womitein lächerlich kleiner Gehalt verbunden war. Durchbeide Anstellungen vermehrten sichdie ihm obliegendenGeschäfte so bedeutend, daß er seine ganze Kraft u.Thätigkeit darauf zu beschränken genöthigt wurde u.von den Musen Abschied nahm. Doch veröffentlichteer 1768 von seinen bisherigen Gedichten eine voll-ständige Sammlung (wiederholte Ausgabe 1772)u. arbeitete mit dem Generalsuperintendenten Junck-heim einige Jahre (bis 1781) auf Anregung seinesMarkgrafen das neue Ansbachsche Gesangbuch aus.Er lebte mit ganzer Seele dem amtlichen Berufe;alle Räthe bewunderten seine Thätigkeit u. zugleichdie juristische Gründlichkeit u. lichtvolle Darstellungin seinen Arbeiten. Der Markgraf nahm ihn 1771unter die Mitglieder des Scholarchates aus u. über-trug ihm 1790 die burggräfliche Direktorstelle. Uzwar nie verheirathet; er lebte in Ansbach mit seinerMutter u. mit seinen Schwestern, von denen er einezurückließ, in schlichter, zufriedener Einsamkeit, ohneUeberstuß u. ohne Mangel. Nachdem der Markgraf1791 seine Länder dem Kurhause Brandenburgübergehen, erhielt Uz 12. Mai 1796, wenigeStuudenvor seinem Tode ein Königlich Preußisches Patent,das ihn zum Wirkt. Geh. Justizrath u. Landrichterin Ansbach ernannte. Ausgaben seiner Werke vonWeiße, Wien 1804, 2 Bde.; ebd. 1805, 3 Bde.,neue A. 1824. Die Gesellschaft für vaterländischeKunst u. Gewerbsleiß in Ansbach ließ ihm 1825im dortigen königl. schloßgarten ein Denkmal er-richten, wozu Heideloff in Nürnberg die kolossaleBüste verfertigte, lieber die nationalliterarische Be-deutung des Dichters s. d. Art. Deutsche National-literatur, S. 197 f. G. Zimmermonn.

Uzbeken, Volk, so v. w. Usbeken.

Uzen, so v. w. Polowsker, s. u. Kumanien.