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Usteri — Ust
Schweizerbahnen; altes Schloß, bedeutende Baum-wollenspinnerei u.-Weberei,Seidenspinnerei ».-We-berei, Gerberei, Feuerspritzen« u. Spindelnfabriken,Eisengießereien, Bierbrauerei; 1870: 5808 Ew.
Usteri,1) Johann Martin,schweizer.Dichter,geb. 14. Febr. 1763 in Zürich, Sohn eines Kauf-manns, starb als Rathsherr in seiner Vaterstadt 29.Juli 1827; seine Dichtungen in Versen und Prosa,in Hochdeutscher Sprache und Schweizerdialekt, her-ausgegeben von David Heß, Berl. 1831, 2 Bde.Vorzüglich bekannt ist er als Dichter des Liedes:Freuet euch des Lebens, welches er um 1785 fürFreunde schrieb. 2) Paulus, schweizer. Staats-, mann, geb. 14. Febr. 1768 zu Zürich, wurde Arzt,betheiligte sich an der schweizer. Bewegung von 1798in gemäßigt freisinniger Weise, wirkte im Senat derHelvet. Republik mit'Escher u. A. gegen die Bevor-mundung und Ausbeutung der Schweiz durch dieFranzosen, war 1802 Gesandter Zürichs an Napo -leon Bonaparte, um dessen Vermittelung in denschweizer. Wirren anzurnfen u. blieb dann Mitgliedder Regierung von Zürich bis zu seinem Tode 9. April1831. Mit Escher gab er 1798—1803 die ZeitschriftDer schweizer. Republikaner heraus u. schr.: Schweiz.Staatsrecht, 2 Bde., 3. A. Aar. 1815—31. Seinekleinen gesammelten Schriften erschienen nach seinemLode, Aar, 1832. 3) Leonhard, bedeutenderschweizer. Theolog, geb. 22. Oct. 1799 zu Zürich,studirte in Zürick u. Berlin, auf letzterer Universitätl besonders von Schleiermacher und Hegel angeregt.
^ Er wurde 1824 zum Professor und Direktor desGymnasiums in Bern berufen, wo er 18. Septbr.
! 1833 starb. Seine Hauptschrift: Entwickelung des
Paulinischen Lehrbegriffs mit Hinsicht auf die übrigenl Schriften des N. T., Zür. 1824, 6. A. Zür. 1851,war für dieses Gebiet der biblischen Theologie bahn-- brechend. Schr. außerdem: Oommsutabio sritien,z in gna LvnnAvIinm loarwis Asnninnm osss sx§ ooinparatüs IV UvanZsIiornm nurrntionisins äsi ooova ultima st passivus Issn 6kiristi ostsnäitnr,Zür. 1823; Commentar über den Brief Pauli andie Galater, Zür. 1833; Die Taufe u. VersuchungChristi, Studien und Kritiken von 1832; bearbeiteredie Vorlesungen F. A. Wolfs zu den vier ersten Bü-chern der Ilias, Zür. 1830; Plutarchs Lonsolatioaä Lpolkouiuin, Zür. 1830; gab mit Qrelli Päda-gogifche Ansichten heraus, Zür. 1831. Löffler.
Usticu, Insel im Tyrrhenischen Meere, zur sici-lischen Prov. Palermo gehörig; hat vulkanischenBoden, Höhlen, Mineralquellen u, steigt bis 970 man; hat 2 Forts, bringt Wein, Öl, Baumwolle u.
> har etwa 2500 Ew., welche einen Hauptnahrungs-zweig in der Korallenfischerei finden.
Ustilaginsi (Brandpilze), parasitische, im Innernanderer Pflanzen vegetirende Pilze, welche ihreFortpflanzungsorgane meistens in den Blüthen-theilen, manche auch in den Rhizomen, der Nähr-pflanze, namentlich häufig im Fruchtknoten derselbenentwickeln. Das im Innern wuchernde Mycel sendetin die benachbarten Parenchymzellen Haustorien.Die Sporen sind einfache Conidienbildungen, sie sindmeist einzellig, seltener zweizeilig, mit einem meist, braunen, verdickten Exosporium u. einem dünnen! Endospor versehen; sie lösen sich bei der Reife vondem Mycel los u. stellen ein trockenes schwarzbrau-nes od. schwarzes Pulver dar. Bei der KeimungMercrL Universal-Conversalions-Lekikon. k. Ausl, xvi
Kamemivgorsk.
entwickeln die Sporen ein wenigzelliges Mycclium,ein sogen. Promycelium, an welchem in einer beiden einzelnen Gattungen verschiedener Weise Spori-dien gebildet werden, welche sich loslösen u. einenkleinen Keimschlauch entwickeln, der in die jungeNährpflanze eindriugt, um daselbst ein kräftiges My-celium zu entwickeln. Die Sporidien des Roggen--stengelbrandes (Ilroexsbis oeoulta) durchbohren erstdas Scheidenblatt des keimenden Roggens u. wachsendann in das nächst anliegende grüne Blatt hinüber;bei andern dringen sie auch in den ersten Stcngel-knoten, den Wurzelknoten u. das zwischen beidenliegende erste Jnternodinm der jungen Graspflanzeein u. diese Insertion der Achse hat jedenfalls , wiedurch Kühn experimentell festgestellt ist, die kräftigsteEntwickelung des Parasiten zur Folge. Um die Cul-tnrpflanzen, namentlich die Getreidearten gegen ihrespecifischen Brandpilze zu schützen, muß man einstrockene Saatzeit wählen n. von dem Saatgut allemit Pilzen behafteten Samen entfernen. Bei demWeizen kann man die voni Steinbrand (lilistig.onriss) befallenen Samen äußerlich nicht sofort er-kennen, dieselben werden mit den gesunden einge-erntet n. es empfiehlt sich daher hier, die Samen mithalbprocentiger Knpfervitriollösnng zu beizen; nach12—I4stündigem Liegen in derselben sind die Pilz-sporen getödtet. Gattungen: IIsbikuM, Ilrooz-sbis,Vikiobia, 6sminelka, Lorisporinm. Engter.
vstilago LL., Pilzgattungaus der Fam. Ilsti-Is-Ainsi (s. d.); Sporen einzellig, mit einem Promy-celium keimend, dessen Gliederzellen sich trennen u.keimen oder aber seitlich Sporidien bilden, welchemeist in die Stengel u. Wnrzelglieder der jungenNährpflanzen eindringen. Das Mycelium ist andem Örte der Sporenbildung sehr protoplasmareichn. reich verzweigt, aber ohne Querwände; dieMem-bran der Zweige quillt stark ans, es entstehen an denFäden zahlreiche Einschnürungen um einzelne Por-tionen des Protoplasmas, die verschlungenen Fädenbilden so eine Gallertmasse, in der die einzelnenzu Sporen werdenden Glieder gewissermaßen ein-gebettet sind. Bei der Reife verschwindet die Gallert-masse immer mehr, während die Membran derSporen sich immer mehr verdickt. Mehrere Artenrichten dadurch, daß das Mycel im Fruchtknoten vonCulturgräsern seine Sporen entwickelt, großen Scha-den an; es sind dies folgende: 1) II. Onrbo (II.ssZsbum Flugbrand, Rußbrand, Staub-
brand), Sporen mit glattem Exosporium, ein schwar-zes, rußartiges Pulver in den Blüthen der Gräserbildend, namentlich auf Hafer, Gerste n. Weizen. 2)II. Llaz'äis Twv. (Maisbrand), Sporen mit stacheli-gem Exosporium, braun; bildet oft kindskopfgroße,unförmliche Beulen, die später in ein schwarzbraunesPulver zerfallen. 3) II. äostrnons Dnb. (Hirse-brand), Sporen braun, mit netzförmigem Exospor;zerstört die noch von den oberen Blättern eingeschlos-sene Blüthenrispe der Hirse. Engler.
Ustjug Weliki, s. Weliki Ustjng.
Ustjushna, Kreisstadt im russ. Gonv. Nowgorodin flacher sumpfiger, aber waldreicher Gegend amrechten User der Mologa, hat lebhaften Handel mitHolz u. Eisen; 6900 Ew.
Ust Kamennogorsk, befestigte Kreisstadt in derruss. Prov. Semipalatinsk (Centralasien) amJrtysch,gehört zum Jrtyschschen Festungsgürtel, hat drei. Band.