800
Uslar -
Gußstahlwerken; 2279 Ew. In der Nähe Quader-sandsteinbrUche.
Uslar, Peter Karlowitsch, Baron v., russ.Sprachforscher, geb. 2. Sept. 1816 zu Kurowo imruss. Gouv. Twer, studirle die Kriegswissenfchasten,nahm bis 1840 an den Feldzügen im Kaukasus theil,absolvirte dann die Akademie des Generalstabes undmachte dann Reisen im Ausland. Nachdem er dieGouvernements Twer, Wologda u. Eriwan mili-tärisch-statistisch beschrieben hatte, erhielt er 1858vom Kaiser Alexander den Auftrag, eine Geschichtedes Kaukasus zu verfassen und bereiste, um zunächstdie dort herrschenden Sprachen zu studiren, seit 1862das Land u. bewältigte in Zeit von 11 Jahren diemeisten derselben, so bes. die Sprachen der Abchasen,Tschetschenzen,Kasikumüken, Ghürkanen, Awaren u.Kürinen u. legte seine Forschungen Petersb. 1863bis 1872 nieder. Diese linguistisch u. ethnographischäußerst werthvollen Arbeiten wurden aber nur inwenigen Exemplaren lithographirt u. harren nochdes Druckes, um der Gelehrtenwelt zugänglich wer-den zu können. U. mußte aus Gesundheitsrücksichten1873 seine Studien abbrechen u. st. 20. Juni 1875auf seinem Gute Korowo im Gouv. Twer als Gene-ralmajor. Schroot.
Usmaiten, Landsee im russ. Gouv. Murland,etwa 40 Hjlrm groß, mit mehreren Inseln; sein Ab-fluß ergießt sich in die Stende.
Usnea TM. (Bartflechte), Flechtengatt, aus derFam.derllsnsaosas, mit flachem, bartartigem, meistschlaffem, sehr vielästigem Thallus; mit fadenförmi-gen Besten u. end- oder seitenständigen, flach schild-förmigen Apothecien. II. barbata (lüolisn bar-batus L.), bis 3 om lang, Apothecien am Randehaarig gewimpert; häufig von den Asten alter Bäumeherabhängend; II. ionAissinia Ae/r., wird bisweilen4 m lang u. findet sich häufig an alten Waldbäumen.
Uso (ital.), so v. w. Ilsanos.
Uffel, Stadt u. Hauptort in dem 7 Cantone und71 Gemeinden mit 63,925 Ew. umfassenden, gleich-namigen Arrond. des sranz. Dep. Correze; ehemalsHauptstadt des Herzogthums Bentadour, zwischender Sarzonne u. Diege; Gerichtshof erster Instanz,Acksrbaukammer,Departementsgefängniß,Wollkäm-merei, Färberei, Fabrikation von Holzschuhen undLeder, Granitbrüche; 1876: 2822 (Gern. 4231). U.ist angeblich das antike Ilxsilockunum.
Ufsher (Usserius), James (Jakob), anglican.Erzbischof in Irland, geb. 4. Jan. 1581 in Dublin,studirte daselbst Geschichte u. Theologie, wurde 1600katechetischer Lector daselbst und 1601 Hofprediger,1607 Professor der Theologie u. 1614 Vicekanzlerder Universität. Er verfaßte 1615 die sogen. 104Irischen Artikel. Sie wurden von der Synode zurOrdnung der kirchlichen Verhältnisse in Irland an-genommen , aber weil sie von dem Bekenntnisse derEnglischen Kirche abwichen, kam U. bei Hof in denVerdacht des Puritanismus, gewannjedoch die Gunstdes Königs bald wieder u. wurde 1621 Bischof vonMeath; er verweilte seit 1623 in London, um Urkun-den zur Britischen Kirchengeschichte zu sammeln, wo-raus er 1625 zum Erzbischof von Armagh u. Primasvon Irland ernannt wurde. Durch die von LordStrafford mit Gewalt durchgesetzte Beseitigung der104 Irischen Artikel u. die Einführung der, wenn-gleich nach den Verhältnissen des Landes abgeänder-
- Wer.
ten, 39 Artikel der Engl. Kirche in Irland verle^,..verließ er 1640 Irland u. ging wieder nach England.Hier diente er als Vermittlerzwischen den Führern derPuritaner u. der Staatskirche u. erhielt, nachdem erinfolge des irischen Aufstandes sein Erzbisthnm ver-loren hatte, das Bisthum Carlisle und 1642 vomParlament die Erlanbniß, in Oxford seinen wissen-schaftlichen Arbeiten zu leben; als er in der West-minsterversammlung die beabsichtigte Trennung derPuritaner von der Kirche mißbilligte, zog er sich de»Haß des Parlamentes zu und verließ 1645 Oxford,worauf er erst in Cardiff, daun in St. Donate undseit 1646 wieder in London lebte; er wurde 1647von den Juristen der Lincolns Inn zum Predigergewählt u., obgleich ein erklärter Royalist, von Crom-well mit Achtung behandelt. Er st. 21i März 1656.Seine Schriften sind meist apologetisch-polemischen,archäologischen, kirchenhistorischen, chronologischenInhalts. Die wichtigsten derselben sind: Lritauni-oarum soeissiarum avtüguitatss, Dubl. 1639,Lond.1677; Os lAnatü st Lolz-oarpi ssriptäs, 1644; Ls-ckuotion ok spiaoopae^ uuto tlie lorm ok sMväioalAovsrumsnt rsosivsä in tkis ansisnt skiurvii anckyropoasck in 1641, herausgeg. von Bernard 1657;Lmnaisa V. st dl. Nsstamsuti, Lond. >650—54,2 Bde., Par. 1673, Brem. 1686; u. a. Gab auchVstsrum epiatoiarum iubsrniearuin sxlloAs, Lond.1631, Par. 1666, u. die Briefe des Ignatius undPolykarpus 1644, dazu ^.pxenäix 1647, heraus.Werke herausgegeben von Charl. Elrington, Dubl.1847, 16 Bde. Lebensbeschreibung von R. Parr,Lond. 1686, und in Ellingtons Ausgabe der WerkeU-s. «i-ffl-r.'
Usfi, Stefano, ital. Historien- u. Genremalerder Gegenwart und Professor an der Akademie zuFlorenz; zeigte früh ein energisches Streben, dieFesseln des Conventionalismus zu sprengen undhuldigte einem gesunden Realismus. Zu seinen er-sten bedeutenderen Arbeiten gehört sein Dante vonFrauen verlacht. Nach der Eröffnung des Kanalsvon Suez ging U. nach Ägypten, dessen leuchtenderHimmel, Natur und alten Denkmale seinem Talentneue Bahnen eröffneten. Im Aufträge des Vicckö-nigs malte U. die Abreise der Pilger nach Mekka,die zwar auf der Wiener Weltausstellung viel Auf-sehen machte, doch im Allgemeinen nicht so viel Bei-fall fand, wie ihn vordem seine Jagd des Herzogsvon Athen gefunden. In Wien sah man auch eineLianen (laxslio von U. Kürzlich machte U. aucheine Studienreise nach Marokko. Regnet.
Ussing, Tage Algrecn-U., s. Algreen-Ussing.
Ussmann , Kreisstadt im russ. Gouv. Tambownahe der Worona, an der Eisenbahn Koslow-Wo-ronesch, mit etwas Industrie (Branntweinbrenne-reien, Tuch rc.) u. Handel; nahe der Stadt führt derTatarenwall vorüber; 7488 Ew.
Ussuri, Fluß in Ostasien, entspringt auf demSichota Alin (russ. Küsteuproviuz), fließt nach N.,nimmt rechts Waka (mit Jma), Bikin, Sim, Chur,links Murren, Sichulin u. Noro aus, bildet, auf einegroße Strecke hin schiffbar, die Grenze der Mandschu-rei gegen die russische Küstenprovinz und mündet inden unteren Amur.
Nster(Ober- u. Nieder-U.), Marktflecken undHauptort in dem glcichnam. Bez. des schweizerischenKantons Zürich, an der Aa, Station der Bereinigten
i