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Tenerani — Tenkterer.
lassen, wo die Schiffe, welche Getreide nach Con-stantinopel bringen wollten, abladen konnten. T.diente im Mittelaller lange Seeräubern znm Auf-enthalt u. war seit 1302 in den Händen der Türken;1656 nahmen es die Venetianer, mußten es aberbald wieder verlassen. Den 4. April 1807 wurdebei T. die türkische Flotte von der russischen geschla-gen u. T. erobert. Im Juli 1874 brannte ein großerTheil der Stadt ab. Droiite.
Tenerani, Pietro, berühmter Italien. Bild-hauer, geb. in Torano bei Carrara 11. Nov. 1798»gest. 14. Dec. 1869; Schüler Desmarais u. Barto-linis in Carrara, ging dann nach Rom u. verließ esnie mehr. Thorwaldsen ließ durch ihn die Haupt-figuren seines Prinz Eugen-Denkmals in der Mün-chener Michaetiskirche ausführen u. bald arbeiteteder junge Künstler eine Reihe anmuthiger und ge-wissenhaft ausgesllhrter Statuen eigener Schöpfung.Als Professor an der Akademie von San Luca gabT. Anlaß zum jetzigen Fortschritt der römischenBild-hauerschule, indem er mit besonderer Sorgfalt diestrengen Regeln der Kunst lehrte. Schon seit 1825wirkte er für Vermehrung, Ordnung u. gute Ver-waltung der öffentlichen Kunstanstalten, deren Gene-raldirector er 1860 ward. Hauptwerke: VerlassenePsyche; Amor, der Venus einen Dorn entwendend;Crucifix (Stefanskirche in Pisa); FlötenspielenderFaun; Eudoro und Cimodoce (an ChateanbriandsGrab in San Malo); Die öffentl. Wohlthätigkeit(Dombibliothek in Siena); Die Genien der Fischereiund Jagd; Hl. Alphons v. Liguori, Colossalstatue;Frühling; St. Johann der Evangelist (S. Francescodi Paolo in Neapel); Kreuzabnahme (in S. Gio-vanni im Laterans); Vulkan u. Vesta im PalazzoTorlonia zu Rom; Hl. Benedict in St. Paul zuRom; Ferdinand II. in Messina; Bolivars Denk-mal in Bogota; Bolivars Grabmal; Sitzender Chri-stus in Caroly; Ferdinand II. als Januarius-Ritter;GrabmalPius'VIII.; zahlreiche Büsten und Grab-mäter rc. Regnet.
Teneriffa (bei den Spaniern Tenerife), größteund bevölkertste der Canarischen Inseln (spanisch);Flächeninhalt 275 (Düm; dehnt sich von NO. nachSW. aus; hier erhebt sich der gelbweiße Pik von T.(Pico de Teyde, Pik von Aya-Dyrma), ein Vulkan,welcher sich mit seinem rauchenden Gipfel 3716 merhebt u. eine Umsicht gestaltet, welche sich nach Hum-boldts Berechnung auf eine Fläche von 5700 (DMerstreckt. In seinem oberen Theile hat er eine Höhle(die Eishöhle, Onova ckol Iiislo) und Spalten (lasNariess, die Nüstern, genannt), aus denen erhitzteDämpfe Hervordringen. Die Spitze bildet der Piton(Nun äs aruvar, der Zuckerhut), welcher auf einernach den Ginsterbüschen genannten Hochfläche lüarwcis las Lstaiuas ruht, die in weitem Halbkreise voneiner Trachytmancr von 300—550 m Höhe um-schlossen wird. Die Küsten fallen meist steil znmMeere ab u. bilden viele Vorgebirge (Teno im W.,Anaga im N., Socorro und Laders de Gnimar imO., Roja u. Rasca im S.). Die Insel ist ziemlichgut bewässertu. fruchtbar; Products: tiefer: Dattel-n. Kokospalmen, höher: Drachenbänme u. Pisang,noch höher Weine rc.; Cactus, Aloe, Getreide, Obst,Gemüse, auch Baumwolle, Zuckerrohr (nicht gehörigbenutzt); HauSthiere (Maulthiere, auch Kameele),Geflügel, zahmes u. wildes. Das Klima ist mild u.
gesund; der Gipfel des Pik ist vom Nov. bis Aprilmit Schnee bedeckt; die Regenzeit dauert vom Nov.bis März, doch nicht ununterbrochen. Die Einw.,1857: 91,482, sind Nachkommen von Spaniern; dieUreinwohner, die Guanchen, sind ausgestorben. Ein-getheilt ist T. in 3 Jurisdictionen: Orotava, Lagunau. Sta. Cruz. Hauptstadt ist Ciudad S. Christooalde la Laguna, der bedeutendste Ort ist Sta. Cruz.Vergl. Reiß u. Fritsch, Geologische Untersuchung derInsel Tenerife, Winterth. 1868. Dronke.
Tenesmus (lat.), Stuhlzwang.
Tcngrinor (Dschang-Nam-tso, chines. Thian-tschhi), der größte See des asiatischen Landes Tibet,4724 m ü. d. M., ein Wasserbecken von ungefähr80 Irm Länge u. 25—40 Irm Breite, im S. von demSchueegebirge Nin-tschin-thangla umsäumt, gespeistvon den Flüssen Naitschu u. Gaikatschn, aber ohneAbfluß, mit salzigem Wasser, den Winter über re-gelmäßig gefroren. Der See gilt den Tibetern fürsehr heilig u. die an ihm u. auf seinen Inseln lie-genden Heiligthümer (Kloster Dorkia) werden vouWallfahrern stark besucht. Tbi-lemann.
Tenicrs, 1) David, der Ältere, genanntil Lass ano, wegen seiner täuschenden Nachah-mungen des Giacomo da Ponte Bassano, geb. 1582in Antwerpen; er arbeitete lOJahre in Rom unterA.Elzheimer, wählte seine Stoffe in der Regel ausden niederen Lebenskreisen u. malte bes. niederlän-dische Freudenfeste, Trink- u. Rauchgesellschaften rc.Er st.1649 in Antwerpen. 2) David, der Jün-gere, Sohn des Vorigen, geb. 1610inAntwerpen,Schüler seines Vaters, Adrian Browers u. P. P.Rubens. 1632 alsMeister in die Lucasgilde zu Ant-werpen ausgenommen, wurde er, der anfangs mitMühe seineBilder zum Verkauf brachte, 1645 derenDecan. 1650 ging er nach Brüssel, wurde vom Erz-herzog Leopold Wilhelm von Österreich, seinemGönner, zum Hofmaler u. später zum Inspektorseiner Gemäldegalerie ernannt, gelangte zu einembedeutenden Vermögen und ließ sich 3 Stunden vonBrüssel bei dem Dorfe Lerck das Schloß zu den(vr/ Toren) drei Thürmen bauen, das der Sam-melplatz aller Zierden der Kunst, Wissenschaft u.Literatur jener Zeit wurde. T., derll. Febr. 1685in Brüssel starb, zählt mit seinen Freunden Rubensu. vanDyck zu den größten Berühmtheiten der flan-drischen Kunst. Er ist in lebendiger, lebensfrischerDarstellung von Gegenständen bes. fröhlicher Scenenaus dem Volksleben, meist aus den Bauernkreisen,unübertroffen u. in der Leichtigkeit der Behandlungsowie Haltung u. Harmonie der Färbung von We-nigen erreicht, malte aber auch Landschaften u.Strandstücke mit entsprechender Staffage u. radirteselbst einige Platten. Bon seinen überaus zahlreichenBildern — Vonfranz, u. engl. Stechern existiren mehrals 500 Kupferstiche nach seinen Gemälden — findensich in allen größeren Galerien welche, u. fast jedesCabinet hat einen T. aufzuweisen. Die Gemälde-sammlung des Erzherzogs (jetzt in der k. k. Samm-lung in Wien) enthält auch viele Nachahmungenanderer Meister, namentlich italien. u. Flammänder,von T. Vou seinen Schülern sind besonders zu nen-nen: D. Ryckaert, F. Abtshoven, E. von Tilburg,M. von Helmont, F. Duchatel. t.
Tenkterer (Tencteri), Volk in Germanien, amRhein zwischen den Marsern, Tubanten und Chat-